Bürgermeisterkandidat für Erbach hat klare Vorstellungen

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Wolfgang Schrade will Bürgermeister von Erbach werden. Derzeit ist er auf Wahlkampftour.
Wolfgang Schrade will Bürgermeister von Erbach werden. Derzeit ist er auf Wahlkampftour. (Foto: SZ- mapp)
Marielle Appenzeller

In einem gemütlichen Stuhlkreis hat sich am Dienstagabend Wolfgang Schrad, Bürgermeisterkandidat für Erbach, in Ringingen in der Kalthalle „Oxx-Arena“ vorgestellt. Sowohl der Ortsvorsteher Georg Mack als auch der Vorsitzende des Sportvereins Ringingen, Reiner Bertsch, waren in der Runde mit dabei.

„Denke nicht in Problemen, denke in Lösungen“, so beschrieb Wolfgang Schrade sein Motto, nach dem er zu handeln pflege. Für ihn sei es wichtig, die Wünsche der Bürger sowie die Probleme wahrzunehmen, um dann gemeinsam an Lösungsansätzen im Dialog zu arbeiten. Schrade beschreibt sich selbst als „Mensch aus Eurer Mitte“, was er auf seine Ortsansässigkeit zurückführte.

In seinem Vortrag erlaubte Schrade den Zuhörern einen Blick in seine Beweggründe, sich für das Bürgermeisteramt zu bewerben. Er habe sich Anfang des Jahres intensiv mit dem Amt auseinandergesetzt und dessen Voraussetzungen herausgearbeitet. Die Direktwahl sei ein großer Schritt in Richtung Bürgernähe, was er in seinem Wahlversprechen als besonders wichtige Eigenschaft eines Bürgermeisters betonte.

Meinungsbild der Bürger

Weitere Attribute, die einem solchen Amtsinhaber zugeschrieben werden sollen, seien Glaubwürdigkeit, Führungsfähigkeit, Parteiunabhängigkeit und Konfliktbereitschaft. Verständlicher für die Leute aus dem Ländle: „Er sollte schon mit den Leuten schwätzen“, erklärte Schrade schmunzelnd. Er würde sich auch vor den wichtigen Sitzungen ein Meinungsbild von den Bürgern einholen. Mit den Schlagworten Kommunikation, Transparenz, Bürgernähe und Dialog mit den Gemeinderäten seien viele seiner Werte, für die er stehe, abgedeckt, so Schrade.

Insgesamt habe er sich sechs Ziele vorgenommen, die er als Bürgermeister umzusetzen versuche. Das erste sei stark mit seinem Motto verbunden, dass er auf die Wünsche und Bedürfnisse der Bürger eingehen und gemeinsam nach Lösungen suchen wolle. Als Grundsatz sei hier der Dialog mit den Bürgern zu nennen, so Schrade. Zudem sollten alle aktiv über das Geschehen im Stadtgebiet informiert und auf dem Laufenden gehalten werden. Gerade für die Baustellensituation möchte Schrade eine Online-Plattform einrichten, auf der man die genauen Standorte der Straßenarbeiten einsehen könne. Auch für eine analoge Ansicht solle gesorgt sein, wie Schrade erklärte.

Gemeinschaftsgefühl stärken

Innerhalb des Stadtgebiets müsse ein Gemeinschaftsgefühl aufgebaut werden, was am Beispiel des „Erbacher Stadtpokal“ gut zu sehen sei. Der Sport, in diesem Fall Fußball, verbinde die einzelnen Stadtteile und es herrsche ein allgemein gutes Verhältnis im Stadtgebiet. Jedes Jahr sei auch ein anderer Stadtteil für die Veranstaltung verantwortlich – seit drei Jahren ein voller Erfolg. „Die gemeinsame Party nach der Siegerehrung am Samstagabend auf dem Erbacher Stadtfest zeigt die Wertschätzung untereinander, wie sie sein sollte“, beschrieb Schrade.

Der vierte Punkt auf seiner Zielliste seien das Ehrenamt und die Vereine. Die Freizeitgestaltung der Bürger liege hauptsächlich im Verein, deshalb sollte man diesen unterstützen und das notwendige Ehrenamt unterstützen. Nur durch engagierte Ehrenamtliche könne ein Verein überleben und könnten Feste wie beispielsweise das Ringinger Herbstfest auf die Beine gestellt werden. „Ich möchte eine Stabsstelle für Vereine einrichten“, so Schrade. Sie solle als zentraler Ansprechpartner in der Stadtverwaltung fungieren und zum Beispiel die jeweiligen Kulturveranstaltungen koordinieren.

Richtlinien bei Bauplatz-Vergabe

Der gesamten Erbacher Jugend möchte er die Möglichkeit geben, die Zukunft in ihrer Heimat planen zu können. „Es kann nicht sein, dass es Stadtteile gibt, die seit 2013 keine neuen Bauplätze ausgeschrieben haben“, bemerkte Schrade. Er möchte klare Richtlinien für die Vergabe der Bauplätze. Die Zukunft der Stadt Erbach an sich liege ihm auch am Herzen, man müsse diese gestalten und Werte bewahren. Dass Erbach nur als Pendlerstadt gelte, lehnte Schrade ab. Die Badeseen seien ein Aushängeschild in der Region, ebenso die landwirtschaftliche Struktur, die Vereine und die mittelständischen Unternehmen gehörten zum Stadtgebiet Erbach einfach dazu.

Kundenzufriedenheit, Verwaltungsfähigkeit und Organisation in seinem Job als Speditionskaufmann seien sein täglich Brot, ebenso besäße er drei der fünf Eigenschaften eines Bürgermeisters von vorneherein schon. „Bin ich daher wirklich ein Quereinsteiger“, warf Wolfgang Schrade als Frage in die Runde. Er sehe das Amt als Bürgermeister als große Herausforderung und gleichzeitig als Freude.

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