Achim Gaus bleibt Erbachs Bürgermeister

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Elisabeth Sommer
Freie Mitarbeiterin

Erbach hat gewählt und Amtsinhaber Achim Gaus in seinem Amt bestätigt. Um 18.32 Uhr stand am Sonntagabend das vorläufige amtliche Endergebnis fest. Die Erbacher Wähler gaben dem vor acht Jahren zum ersten Mal gewählten und heute 46 Jahre alten Verwaltungs- und Betriebswirt Achim Gaus mit 62,95 Prozent der Stimmen den erneuten Auftrag, ihre Stadtverwaltung zu leiten und die Geschicke in der Stadt mit ihren Ortsteilen zu führen. Sein Herausforderer Wolfgang Schrade erzielte sehr beachtliche 36,55 Prozent. 24 sonstige gültige Stimmen wurden gezählt, die den restlichen halben Prozentpunkt ausmachen. Die Wahlbeteiligung lag mit 4845 abgegebenen gültigen Stimmen bei 45,9 Prozent.

In seiner ersten Reaktion auf das Wahlergebnis sagte Achim Gaus der Schwäbischen Zeitung, dass damit erst einmal „ein Ballast abfalle“. Die Wahlbeteiligung stimme ihn zufrieden, es sei schließlich nur eine Bürgermeisterwahl. Eine Wahlbeteiligung von mindestens 40 Prozent habe er sich insgeheim gewünscht, was eintrat. Bereits um 18.06 Uhr war das Ergebnis aus dem ersten ausgezählten Wahlbezirk Donaurieden eingegangen. Dort hatten nur 38,4 Prozent gewählt und dem Amtsinhaber 57 Prozent der Stimmen gegeben, wobei die geringste Wahlbeteiligung in Dellmensingen und die höchste in Ersingen notiert wurde. Wäre es rein nach dem Wohnort von Schrades Kindheit und Jugend gegangen, so hätte der heutige Erbacher die Wahl gewonnen. Die Ersinger gaben Wolfgang Schrade 57,83 Prozent der dort abgegebenen gültigen Stimmen, was dem Amtsinhaber zu denken geben kann. Ansonsten hatte aber überall Gaus die Nase vorn, in Ringingen in den beiden dortigen Wahlbezirken sogar mit 74 und 77 Prozent.

Vom Foyer, wo Gaus und Schrade mit ihren Familien und zahlreichen Interessierten bis zum Eintreffen des vorläufigen Ergebnisses aus den 14 Wahlbezirken per Bildschirmanzeige gewartet hatten, verlagerte sich das Geschehen auf den Vorplatz zu einem Stehempfang. Der Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses Constantin von Ulm-Erbach gab auf einer kleinen Bühne die Zahlen noch einmal bekannt und überreichte dem Wahlsieger einen üppigen Blumenstrauß, den Achim Gaus an seine Ehefrau Birgit weiterreichte. Gaus solle einfach noch mehr Leute grüßen, dann bekomme er auch die restlichen 30 Prozent, scherzte Von Ulm-Erbach, und Gaus nahm den Hinweis später selbst noch einmal auf. Er wolle Dinge reflektieren, meinte er und lud die Erbacher ein, sich bei Fragen und Problemen an ihn zu wenden, gerne per Mail. Das Grüßen war bei der Kandidatenvorstellung thematisiert worden.

Schon im Foyer hatte Wolfgang Schrade dem Wahlsieger gratuliert und tat dies noch einmal draußen vor der Tür vor den Augen von etwa 150 Erbachern und Interessierten. Zum Beispiel kamen auch ein paar Umlandbürgermeister zur Gratulationsfeier. In seiner Ansprache an die versammelte Bürgerschaft erklärte Gaus: „Bereits morgen beginnt wieder der Alltag.“ Wie sein Kontrahent betonte Gaus, dass es ein fairer Wahlkampf war und auch er seiner Familie für die Unterstützung danke, wie das Wolfgang Schrade in seinem ersten Statement gegenüber der SZ auch tat. Schrade sieht seine Kandidatur als „positive Erfahrung“. Er habe kandidiert, weil es um seine Heimatstadt Erbach ging. Er werde in Zukunft nicht anderswo antreten. Der 48-jährige Speditionskaufmann Wolfgang Schrade ist Vorsitzender des TSV Erbach und möchte sich auch in Zukunft dem Verein mit seinen rund 2000 Mitgliedern widmen. Vom Erbacher Gemeinderat wurde er als Schöffe nominiert, wobei die entscheidende letzte Auswahl durch das Landgericht noch ausstehe, sagte Schrade unserer Zeitung.

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