Emerkinger Feuerwehr übt den Ernstfall im Kindergarten

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Im Zentrum der Jahresübung stand der Kindergarten.
Im Zentrum der Jahresübung stand der Kindergarten. (Foto: SZ- hog)
Friedrich Hog

Die Feuerwehr Emerkingen hat am Samstag ihre Jahreshauptübung im Gebäude des Kindergartens abgehalten. Die 21 von 32 örtlichen Feuerwehrmännern wurden dabei unterstützt von vier Kameraden der Jugendfeuerwehr, und vier Feuerwehrleuten aus Munderkingen, die mit der Drehleiter angerückt waren. Nach 30 Minuten konnte Kommandant Martin Schlecker die erfolgreiche Evakuierung aller im Kindergartengebäude befindlichen Personen sowie die erfolgreiche Brandbekämpfung vermelden.

Die Übung war der Abschluss der im Frühjahr begonnenen Brandschutzfrüherziehung, initiiert vom Kreisfeuerwehrverband. Dabei gab es im Vorfeld bereits zwei Termine mit den Erzieherinnen und Kindern des Kindergartens sowie einen Elternabend. „Wir waren mit Atemschutztrupps im Kindergarten, damit die Kinder wissen, wie Feuerwehrleute aussehen und ihre Angst vor ihnen verlieren, und wir haben ihnen unser Feuerwehrgerätehaus gezeigt“, so Kommandant Martin Schlecker, der den Einsatz mit Mikrophon und Lautsprecher vor dem Kindergartengebäude für die Öffentlichkeit kommentierte. Einsatzleiter war sein Stellvertreter Hubert Türk, der von den Gruppenführern Philipp Neubrand und Michael Gaus unterstützt wurde.

Munderkinger Drehleiter vor Ort

Nachdem Martin Schlecker um 13.30 Uhr per Funk das Ertönen der Sirene ausgelöst hatte, traf fünf Minuten später das örtliche Feuerwehrfahrzeug am Einsatzort, dem Kindergarten, ein, gefolgt vom 40 Jahre alten zweiten Feuerwehrfahrzeug, das weitere Kameraden an Bord hatte. Einsatzleiter Hubert Türk in gelber Weste verschaffte sich rasch einen Überblick über die Situation, und ordnete den Einsatz der Atemschutztrupps an, um im verrauchten Flur nach der Brandursache zu suchen. Ferner veranlasste er die Rettung einer Person, die nervös am Fenster des Ostgiebels des Gebäudes auf Rettung wartete, mit der Steckleiter. Um 13.40 Uhr traf das Kommandofahrzeug der Stützpunktfeuerwehr Munderkingen mit Kommandant Joachim Enderle und drei seiner Leute ein, die mit Hilfe der Drehleiter zunächst zwei Personen, sodann eine weitere Person aus dem zweiten Obergeschoss des Gebäudes retteten. Parallel hierzu hat der Einsatzleiter innerhalb des Gebäudes die Brandbekämpfung veranlasst, nachdem die Feuerwehrkameraden an der Nordseite des Gebäudes den Brand lokalisiert und den Rauch aus dem Gebäude gedrückt hatten. Die Geretteten waren Kameraden der Jugendfeuerwehr.

Kinder durften Kleinbrände löschen

Die Munderkinger Feuerwehr hat abschließend noch ihr Strahlrohr installiert, und mit einer 46 Jahre alten Pumpe ausgerüstet gezeigt, wie das Spritzen funktioniert. Im Ernstfall würde eine moderne Pumpe mit dreifacher Leistung einen noch kräftigeren Wasserstrahl erzeugen. Sodann konnten die Feuerwehrkameraden sämtliche Räume des Gebäudes überprüfen, um auszuschließen, dass über Heizungs- beziehungsweise. Lüftungsschächte noch Rauch oder Feuer in weitere Zimmer gelangt sind. Bereits um 14 Uhr war die Übung erfolgreich abgeschlossen. Hiernach hat Armin Kramer, Brandschutztechniker von der Firma Kramer, gemeinsam mit der Feuerwehr die Funktion von Feuerlöschern erklärt, insbesondere dass im Ernstfall die gelbe Sicherung zu entfernen ist, ehe das Gerät funktioniert, und dass in Privathaushalten Schaumlöscher ohne Wasseranteil ideal seien. Die Erzieherinnen und Kinder durften dabei selbst mit den Feuerlöschern Kleinbrände löschen. Schließlich verursachte Armin Kramer unter Einhaltung eines Abstands von fünf Metern bei einem Fettbrand durch einen Löschversuch mit Wasser eine mächtige Explosion, die im Ernstfall eine komplette Küche erfassen würde. Er empfahl zur erfolgreichen Fettbrandbekämpfung eine Fettbrandlöschdecke.

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