Emerkinger Backfrau ist seit 25 Jahren aktiv

Lesedauer: 5 Min
Helga Seifried erhielt während der jüngsten Gemeinderatssitzung eine Würdigung für die 25 Jahre als Backfrau.
Helga Seifried erhielt während der jüngsten Gemeinderatssitzung eine Würdigung für die 25 Jahre als Backfrau. (Foto: Hog)

Helga Seifried ist seit Juni 1995 und somit ein Vierteljahrhundert in Emerkingen als Backfrau tätig. Dieses nicht alltägliche Dienstjubiläum nahm Bürgermeister Paul Burger am Montag zum Anlass, ihre Arbeit und ihren persönlichen Einsatz in einer Gemeinderatssitzung ausführlich zu würdigen. Neben einer Urkunde und Blumen von der Gemeinde erhielt die Jubilarin auch kräftigen Applaus aus den Reihen der Öffentlichkeit.

In seiner Ansprache ging Bürgermeister Paul Burger zunächst auf die Tradition gemeinschaftlich genutzter Backhäuser ein. Diese seien seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen, ihre flächendeckende Verbreitung habe im 17. Jahrhundert begonnen. Ein Grund der Errichtung der Backhäuser habe darin bestanden, die Feuergefahr durch Backen in Einzelhaushalten zu vermeiden. „Regelmäßige Backtage der Gemeindemitglieder sparten den Bäcker, den eigenen Ofen und Energie“, so Paul Burger, der auch auf die sozialen Kontakte hinwies, die Backtage damals ermöglichten.

Tradition erhalten

Obwohl in den 1960er-Jahren viele Backhäuser verschwunden sind, konnte Emerkingen als eine der wenigen Gemeinden im Alb-Donau-Kreis diese Tradition bis heute erhalten. So seien der Gang zur Molke und das Backen von frischem Brot im großen Backofen fester Bestandteil in den Kindheitserinnerungen des Schultes. Nachdem 1995 die Backfrau gekündigt hatte, hat der Vorvorgänger von Paul Burger als Bürgermeister im Amtsblatt mit den Worten „Backfrau gesucht!“ bei Helga Seifried Interesse geweckt.

„Dass Du dann Deinen Hut in den Ring, oder besser gesagt in den Teigbottich geworfen hast, war ein Glücksfall für meinen Vorvorgänger und alle Backhausnutzer. Am 1. Juni 1995 hast Du Deinen Dienst bei der Gemeinde begonnen und am Dienstag, den 6. Juni 1995 gestartet“, so Paul Burger.

42 000 Kilo an 1200 Backtagen

Burger hat ausgerechnet, dass an rund 1200 Backtagen unter der Federführung von Helga Seifried ungefähr 42 000 Kilogramm Teig verarbeitet worden ist. Seinen persönlichen Dank und den Dank der Gemeinde verband Paul Burger mit einer besonderen Würdigung der Jubilarin. Er nannte die Liebe zum Brot und den Umgang mit den Menschen als Dinge, die ihr am Herzen lägen. Auch die Leidenschaft, mit der sie das jährliche Ferienprogramm „Pizzabacken auf dem Lande – Spritztour mit dem Feuerwehrauto“ auf die Beine stellt, erwähnte der Bürgermeister. „Doch damit nicht genug“, fuhr er fort. „Immer wenn man Dich braucht, sagst Du Deine Unterstützung zu. Ob bei der Bewirtung am Kriegerjahrtag, oder beim Dorfmittefest oder dann, wenn die VG-Radtour in Emerkingen Halt macht und die Teilnehmer mit leckerem Zopfbrot aus dem Emerkinger Backhaus verköstigt werden.“

Nachdem Paul Burger auch den persönlichen Einsatz der Familie der Jubilarin gewürdigt hatte, ging er noch auf den Lockdown in der Corona-Krise ein, welcher im März das Gemeinschaftsbacken unmöglich gemacht hat.

Er freute sich, dass seit 22. Mai ein eingeschränkter Backbetrieb und inzwischen wieder ein vollständiger Backbetrieb möglich ist. Der gute Wiedereinstieg sei der Freundlichkeit von Helga Seifried zu verdanken. Die Übergabe von Blumen und einer Urkunde ergänzte Bürgermeister Burger mit dem Wunsch, dass Helga Seifried in guter Zusammenarbeit, und noch viele gesunde und schöne Jahre ihre Tätigkeit für die Emerkinger Tradition ausüben möge.

Meist gelesen in der Umgebung

Mehr zum Thema

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen

Leser lesen gerade