Zweite Amtszeit aus Liebe zur Heimat

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Jeden Tag schaut Emeringens Bürgermeister Josef Renner derzeit bei den Erschließungsarbeiten für das neue Baugebiet vorbei.
Jeden Tag schaut Emeringens Bürgermeister Josef Renner derzeit bei den Erschließungsarbeiten für das neue Baugebiet vorbei. (Foto: Sz-: eis)

Die Bürgermeisterwahl in Emeringen findet am Sonntag, 14. Oktober, statt. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 17. September.

Mit rund 140 Einwohnern ist Emeringen die kleinste Gemeinde im Regierungsbezirk Tübingen. Geleitet wird sie von Josef Renner als ehrenamtlicher Bürgermeister. Am 14. Oktober steht nun die Neuwahl an. Nach einiger Überlegungszeit hat sich der Amtsinhaber dazu entschieden, nochmal zu kandidieren.

„Eigentlich haben meine Frau und ich gedacht, acht Jahre sind genug“, gibt Emeringens Bürgermeister Josef Renner zu. Schließlich ist der 66-Jährige seit April im Ruhestand und hatte sich vorgenommen, diesen auch ruhig zu gestalten. „Ich habe dem Gemeinderat aber auch signalisiert, dass ich es mir nochmal überlege, wenn sich die Mitglieder klar positionieren“, erinnert sich Renner. Und genau das hat das Gremium auch getan. In einer Sitzung wurde ein anderthalbseitiges Schreiben verfasst, warum Josef Renner nochmals kandidieren sollte. „Das hat mich überzeugt“, so der Bürgermeister, der weiß, dass es sonst wohl auch schwer geworden wäre, für die kleine Gemeinde einen neuen ehrenamtlichen Bürgermeister zu finden.

Tolle Entwicklung

Auch die gute Zusammenarbeit in den vergangenen acht Jahren habe dazu beigetragen, dass sich Renner noch einmal zur Wahl stellt. „In den vergangenen Jahren gab es eigentlich nie irgendwelche Querelen, wenn ich irgendwelche Probleme gesehen hätte, hätte ich es nicht nochmal gemacht“, gibt Renner unumwunden zu. Das Gremium stehe hinter ihm, was die Arbeit deutlich erleichtere. Zum andere hänge das Herz des gebürtigen Emeringers natürlich an seiner Heimatgemeinde. „Es ist toll zu sehen, wie gut sie sich entwickelt und seinen Teil dazu beizutragen“, so der Vater zweier erwachsener Kinder.

„So einen Ort zu gestalten und zu entwickeln, zu sehen, wie er sich positiv verändert, ist einfach toll“, schwärmt Josef Renner über seine Aufgabe als Bürgermeister. Immer wieder bekomme er auch von Anwohnern und Gästen positive Resonanz und in den vergangenen acht Jahren habe sich in der Gemeinde auch vieles getan, weiß Renner. Damals, noch als Mitglied des Gemeinderates, hatte er unter seinem Vorgänger Hermann Branz den Bau des Emeringer Bürgerhauses mit angestoßen. Die Umsetzung fiel dann bereits in Renners Amtszeit. „Das war sehr aufwendig, aber das Ergebnis ist toll“, so der Bürgermeister. Emeringen habe ein Ort gefehlt, an dem die Gemeinschaft gepflegt werden kann. Seit der Eröffnung werde es regelmäßig genutzt und die Rückmeldungen seien stets positiv. Immerhin 480 000 Euro habe der Um- und Anbau des alten Darlehenschuppens insgesamt gekostet. Nach einem Zuschuss in Höhe von 225 000 Euro musste Emeringen noch 228 000 Euro stemmen.

Ein echtes Risikoprojekt sei 2014 die Verlegung der Leerrohre von Emeringen nach Datthausen gewesen, um die Internetverbindung im Dorf zu verbessern. „Obwohl wir keinen Betreiber hatten, haben wir das Geld investiert“, so Renner und der Mut habe sich ausgezahlt. Nach langem Ringen habe sich ein Anbieter gefunden, der ein Glasfaserkabel in das Rohr bläst und die Gemeinde anschließt. Dafür mussten aber nochmals Mittel in die Hand genommen werden. „Trotz derart großer Projekte ist Emeringen heute noch schuldenfrei“, sagt Josef Renner. Das sei aber nicht sein Hauptanliegen. Wichtiger sei eine gesunde Finanzlage.

Zukunfsprojekt

Auch in Zukunft stehen in der kleinen Gemeinde große Projekte an. Derzeit läuft die Erschließung eines neuen Baugebietes. In zwei Bauabschnitten entstehen 16 Bauplätze. Aktuell werden neun Plätze angelegt. „Die Entwicklung einer Gemeinde kann nur gelingen, wenn es Bauplätze für junge Leute gibt, die in der Gemeinde bleiben oder hierher kommen wollen, sonst stirbt eine Ortschaft aus“, betont Josef Renner. Drei der Bauplätze seien schon jetzt verkauft.

Weiter in der Zukunft liegt da noch das Projekt „Innenentwicklung Stampferwiesen“. Der verdolte Dorfbach soll in diesem Bereich wieder geöffnet werden. Im Ergebnis soll ein kleines Naherholungsgebiet mit Bänken und einem kleinen Spielplatz entstehen, schaut der Bürgermeister voraus. „Vielleicht bin ich da etwas euphorisch, aber ich kann mir das sehr gut vorstellen, das würde Emeringen bereichern“, so Josef Renner.

Die Bürgermeisterwahl in Emeringen findet am Sonntag, 14. Oktober, statt. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 17. September.

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