Der Mehrgenerationenplatz nimmt Gestalt an

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Der Mehrgenerationenplatz nimmt Form an. Die rot umzeichnete Fläche zeigt, wo sich die Park befindet.
Der Mehrgenerationenplatz nimmt Form an. Die rot umzeichnete Fläche zeigt, wo sich die Park befindet. (Foto: gemeinde)

Mit großer Spannung erwartet wurde vom Gemeinderat die Vorstellung von Plänen und Schnitten für den geplanten Mehrgenerationenplatz Stampfenwiese. In der Gemeinderatssitzung am Mittwoch im Bürgerhaus stellte Landschaftsarchitekt Falko Stengel seine Planungen vor. Diskussionen gab es insbesondere zur Bodengestaltung. Die Entwürfe fanden insgesamt jedoch den Beifall des Gremiums.

Die Verwirklichung des „Mehrgenerationenplatz Stampfenwiese“ im Dorf stellt sich trotz der großen Zustimmung von Bürgermeister und Gemeinderat zur vorgelegten Planung noch nicht als gemähtes Wiesle dar. „Ihr werdet erschrecken, was für Kosten er drin hat“, warnte Bürgermeister Josef Renner gleich zu Beginn der Sitzung die Gemeinderäte, noch ehe Landschaftsarchitekt Falko Stengel vom Büro „freiraum Werkstadt“ aus Überlingen die Pläne präsentierte.

Kosten derzeit zu hoch

„Wir müssen entscheiden, was wir in Eigenleistung machen können oder was wir notfalls streichen müssen. So wie die Kosten jetzt sind, können wir es nicht verwirklichen.“ Diese Gedanken schickte der Bürgermeister bewusst der Vorstellung der Pläne voran, um den Gemeinderäten von Anfang an die Möglichkeit einzuräumen, Ideen für Eigenleistungen zu entwickeln. Ergänzend sagte er dann: „Wir müssen uns ständig und maßvoll weiterentwickeln. Da sehe ich den Mehrgenerationenplatz als Anziehungspunkt für Emeringer, Zuzugswillige, Feriengäste und Touristen“. Der Erwerb der beplanten Fläche scheint das geringste Problem zu sein, denn ein gebürtiger Emeringer, der seit 50 Jahren nicht mehr in der Gemeinde wohnhaft ist, zeigte sich zur Veräußerung des Grundstücks zu einem fairen Preis bereit. Die Gemeindeentwicklung als Gegenmaßnahme zur befürchteten Abwanderung muss also nur noch die finanziellen Hürden nehmen.

Einwohnerzahl nimmt zu

Entgegen der Annahme des statistischen Landesamts nimmt die Bevölkerung Emeringens nicht ab, sondern kontinuierlich zu. Das verdeutlichte Bürgermeister Josef Renner anhand der Zahlen, die inzwischen auch vom statistischen Landesamt übernommen wurden. „Wir sind auf dem richtigen Weg, nicht zuletzt aufgrund unseres Baugebiets. Die Zahlen sprechen für sich. Schon jetzt haben wir 147 Einwohner, 2014 waren es nur 129“, so Renner.

 Landschaftsarchitekt Stengel.
Landschaftsarchitekt Stengel. (Foto: hog)

Im Beisein von Manfred Walter vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen, der in die weitere Planung involviert ist, stellte Falko Stengel seine Entwürfe vor. Als Referenzobjekt zeigte er den Dorfplatz Betzenweiler. Seine Umsetzung von ebenerdigem Platz, Sitzgruppe, Schutzhütte, Öffnung des Wassergrabens oder Fitnessbereich gefiel dem Gremium. Die geplante Ladestation für E-Bikes wird aus Kostengründen zurückgestellt, der Anschluss ist in der Planung jedoch berücksichtigt. Der gezeigte Schnitt von der Straße bis zum Bach verdeutlichte die Dimensionen. Ein Weg an der Grundstücksgrenze entlang soll die Straßen miteinander verbinden, ansonsten wird zunächst auf befestigte Wege verzichtet. Ein Schotterrasen mit rund acht Prozent Humus soll eine gute Begehbarkeit und eine ansprechende Optik gewährleisten.

Graben soll größeres Fassungsvermögen aufweisen

Der Graben für den Bach soll 70 bis 80 Zentimeter Tiefe erhalten und ein größeres Fassungsvermögen aufweisen als die jetzige Verrohrung. Der notwendige Aushub kann für Aufschüttungen verwendet werden. Würde man die Werkplanung und die Ausschreibungen zeitnah auf den Weg bringen, wäre eine Verwirklichung der Maßnahme noch im laufenden Jahr möglich. Auch ist nach Ansicht Stengels derzeit die Chance hoch, dass die Firmen zeitnah leisten, was auch für moderate Preise sorge. „Es ist jetzt nichts enthalten, das Luxus wäre“, versicherte Falko Stengel. Dennoch konnte in der Kostenberechnung die Vorgabe 121 000 Euro brutto nicht eingehalten werden, 122 000 Euro netto stehen zu Buche.

Ökopunkte erwartet

Bürgermeister Josef Renner sagte: „Für mich passt das, es ist schön kompakt“. Er erwähnte die Ökopunkte, die er für die Maßnahme erwartet. „Das Landratsamt vergibt die Ökopunkte nach seinen Vorgaben, diese wollen wir im Detail beachten“, sagte er ausdrücklich. Stephan Wiker regte an, um die Fitnessgeräte herum einen Bodenbelag zu wählen, der für eine bessere Pflegbarkeit sorgt. Sein Vorschlag, am Bach entlang einen befestigten Weg zu gestalten, lehnte Bürgermeister Renner unter Hinweis auf den Naturschutz ab: „Das würde uns Ökopunkte kosten“.

Manfred Walter erklärte den Aufbau eines mageren Schotterrasens, wie er zum Beispiel auf dem Munderkinger Festplatz zu finden ist. Er trat Befürchtungen entgegen, ein solcher Rasen könnte rasch zu hoch werden oder gar mit Unkraut überwuchern.

Zunächst stehen auf der Basis der vorgelegten Kostenberechnung Absprachen zu möglichen Eigenleistungen an, ehe die restlichen Leistungen ausgeschrieben werden. Die Werkplanung erfolgt durch das Büro „freiraum Werkstadt“, das gerne auch die Leistungsverzeichnisse erstellen würde, was jedoch auch Manfred Walter übertragen werden könnte. Im Ergebnis hat das Gremium die Gesamtplanung akzeptiert. Bürgermeister Josef Renner teilte in der Sitzung mit, dass die Vergabe der Bauarbeiten zur Offenlegung des Dorfbaches im Gewann Stampfenwiese im Umlaufverfahren an den günstigsten Anbieter erfolgt ist, welches Corona geschuldet derzeit insoweit zulässig sei.

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