Zwei Großbrände innerhalb kürzester Zeit: „Meine Kameraden sind fertig“

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Ehingens Stadtbrandmeister Oliver Burget (links) nimmt nach dem harten Wochenende Stellung.
Ehingens Stadtbrandmeister Oliver Burget (links) nimmt nach dem harten Wochenende Stellung. (Foto: Götz)
Leiter Lokalredaktion Ehingen

Die Ehinger Feuerwehr hat ein hartes Wochenende hinter sich bringen müssen. Zuerst der Brand der alten Rosen-Brauerei in Berg am Samstagabend, dann der Brand der Maschinenhalle am Sonntagabend. SZ-Redakteur Tobias Götz hat sich mit Ehingens Stadtbrandmeister Oliver Burget über die Einsätze unterhalten.

Herr Burget, wie geht es Ihnen und Ihren Feuerwehrleuten nach solch einem harten Wochenende?

Viele meiner Kameraden sind natürlich fertig, weil sie kaum Schlaf bekommen haben. Wir waren ja am Samstag zwischen sieben und zehn Stunden in Berg, quasi die ganze Nacht durch. Der Sonntag war dann ein normaler Tag mit Privatleben, bevor am Sonntagabend der nächste Großbrand in Blienshofen folgte. Eigentlich wollten wir Einsatzkräfte alle am Sonntag früh ins Bett, was nicht geklappt hat. Großer Dank gilt hier auch den Partnerinnen und Partnern, die uns Einsatzkräften an diesen Tagen den Rücken freigehalten haben.

Wie lange dauerte der Einsatz in Blienshofen für Sie?

Von 21 bis 6 Uhr. Um 5.30 Uhr haben uns die Kameraden aus Rißtissen dann abgelöst.

Das alte Brauhaus in Ehingen-Berg wurde am Samstagabend Opfer der Flammen. Den Abend darauf brannte eine landwirtschaftliche Lagerhalle im Ortsteil Blienshofen.

Wie lange haben Sie und ihre Einsatzkräfte am Wochenende geschlafen?

Naja, von Samstag auf Sonntag waren es dreieinhalb Stunden, von Sonntag auf Monntag zweieinhalb Stunden.

Wieviele Einsatzkräfte waren über die beiden Tage im Einsatz?

In Berg waren es zusammen mit dem THW und dem DRK rund 220, in Blienshofen 170.

War bei beiden Großbränden die Einsatzfähigkeit für andere Einsätze weiterhin gegeben?

Natürlich. Wir haben insgesamt 19 Einsatzabteilungen mit vier Unterstützpunkten. Manche haben wir nicht alarmiert, um für weitere Einsätze gerüstet zu sein. Deswegen haben wir beispielsweise die Kameraden aus Munderkingen und Blaubeuren hinzualarmiert. Die Sicherheit war also immer gewährleistet.

Wie wird die Überlandhilfe durch die anderen Wehren verrechnet?

Wir bekommen eine Rechnung von den anderen Wehren, die zunächst an die Stadt Ehingen geht. Dann wird geprüft, was die Versicherungen davon übernehmen müssen. Gleiches machen wir auch, wenn wir anderen Wehren aushelfen.

Die Feuerwehrleute sind ja alle im Ehrenamt tätig. Wie läuft das nun nach so einem Wochenende mit den Arbeitgebern ab?

Viele haben sich natürlich in ihren Betrieben abgemeldet, teilweise werden sie freigestellt, teilweise bauen sie Überstunden ab oder müssen einen Tag Urlaub nehmen.

Können Sie sich erinnern, wann die Ehinger Feuerwehr zuletzt zwei Großbrände an zwei Tagen hintereinander schultern musste?

Ja, ganz gut sogar. Das war im Jahr 1996. Damals hatten wir einen Wohnungsbrand mit einer toten Frau in Rißtissen und am nächsten Tag ist eine Scheune bei der Hohen Warte in Flammen aufgegangen.

Müssen wir nun Angst haben, dass durch die Trockenheit und hohe Temperaturen nun weitere Brände kommen?

Eigentlich nicht. Der Regen hat die Lage etwas entspannt. Heuselbstentzündungen wie nun in Blienshofen kommen bei uns in der Region sehr selten vor. Das war früher anders.

Suche nach Brandursache
Bislang konnte das Gebäude aufgrund von Einsturzgefahr nicht betreten werden.
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