Zuschauer staunen bei der Übung der Feuerwehr Kirchen

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Feurig ging es bei der Übung in Kirchen zu.
Feurig ging es bei der Übung in Kirchen zu. (Foto: SZ- hog)
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„Sehen und Mitmachen“ lautete am Samstagnachmittag das Motto bei der Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Kirchen. Abteilungskommandant Heinz Hauler hatte vor dem Gebäude des Kindergartens einiges vorbereitet, um den Kameraden die Möglichkeit zu geben, den zahlreich erschienenen Zuschauern praktische Hilfen an die Hand zu geben, um im Ernstfall schwere Fehler zu vermeiden.

Hauler führte die Zuschauer und beteiligten Feuerwehrkameraden in die einzelnen Aufgaben ein. Zwei Drittel der 43 aktiven Feuerwehrleute des Orts haben an der Übung teilgenommen. Im Einsatz war das Löschfahrzeug „LF 86“ mit 600 Litern Wasser an Bord. Die Einsatzleitung hatte Christian Burger inne. Teilgenommen haben auch die 15 Mitglieder der Jugendfeuerwehr mit Jugendleiterin Melanie Kley, unterstützt von fünf Kindern ab acht Jahren, die aktuell zur Probe bei der Jugendfeuerwehr sind, und donnerstags an den wöchentlichen Technikübungen und Spielen teilnehmen dürfen. Ab 18 kann man der aktiven Feuerwehr beitreten. Ein Fettbrand war die erste Station. Auf der Straße wurde in einem Topf ein Liter Öl in Brand gesetzt. Das Löschen mit nur einem halben Glas Wasser löste eine riesige Stichflamme aus, die eine Küche rasch zerstören, und bei Menschen schwere Verbrennungen auslösen würde. „Das war, wie man es nicht machen sollte“ erläuterte Heinz Hauler, der empfahl, im Zweifel die Notrufnummer 112 zu wählen. Drei Kameraden aus Stetten und Deppenhausen legten sodann eine Decke über den brennenden Topf, um das Feuer wirksam zu bekämpfen.

Das Löschen eines brennenden Adventsgestecks wurde mit einer Dose Löschschaum durchgeführt. „Wer durch Vergessen von Kerzen einen entsprechenden Brand auslöst, wird durch Rauchmelder in der Wohnung auf die Gefahr aufmerksam gemacht“, so Hauler. Der handelsübliche Schaum sorgt für Kühlung und erstickt das Feuer.

Die Bedeutung kleiner Schilder an Straßenlaternen war das nächste Thema. Heinz Hauler erläuterte, dass die Feuerwehr den Informationen auf den Schildern entnimmt, wo der nächste Hydrant zu finden ist, was besonders bei schneebedeckter Fahrbahn wichtig ist. Da die Pumpe des Löschfahrzeugs eine Leistung von 800 Litern pro Minute hat, mithin das LF innerhalb einer knappen Minute leer ist, ist das rasche Auffinden des Hydranten für einen wirksamen Löschangriff unerlässlich. „Dem Löschangriff geht die Menschenrettung jeweils vor, die Feuerwehranzüge halten 800 Grad aus“ machte Hauler deutlich. Der Angriffstrupp legte eine Schlauchleitung, dann hieß es „Wasser marsch“. Die Kinder durften beim Spritzen helfen.

Dass Jugendliche eine bewusstlose Person aus einem Auto herausholen können zeigte die nächste Übung. Das war Aufgabe für die Jugendfeuerwehr, die den Zuschauern die Möglichkeit bot, das Experiment zu wiederholen. Atmet der Betroffene, wird er in stabile Seitenlage gebracht, atmet er nicht, muss reanimiert werden. Ortsvorsteher Alfred Schrode sagte „die Übung war sehr gut. Wichtig ist, dass der Nachwuchs da ist. Den Erfolg sieht man“. Am Ende führten die Kameraden Technik und Atemschutzgeräte vor.

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