Zum dritten Mal in Folge sieglos

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 Viel lief nicht zusammen beim SSV Ehingen-Süd (v. l. im gelben Trikot Filipp Sapina, Jan-Luca Daur, Aaron Akhabue und Philipp S
Viel lief nicht zusammen beim SSV Ehingen-Süd (v. l. im gelben Trikot Filipp Sapina, Jan-Luca Daur, Aaron Akhabue und Philipp Schleker) im Spiel gegen Aufsteiger Nagold. (Foto: SZ- mas)

Der SSV Ehingen-Süd ist in der Fußball-Verbandsliga zum dritten Mal in Folge ohne Sieg geblieben. Die Kirchbierlinger kamen zu Hause gegen den Aufsteiger VfL Nagold nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Die Gäste verhalfen mit einem Eigentor kurz vor der Pause dem SSV zumindest zu einem Punkt.

Schon im Vorrundenspiel in Nagold (0:0) hatte Ehingen-Süd eine schwache Leistung gezeigt und dies wiederholte sich im Rückrundenduell in Kirchbierlingen. Die Quittung: Der SSV musste sich gegen einen biederen und in den vergangenen Wochen gebeutelten Gegner erneut mit einem Unentschieden zufrieden geben. Und das völlig zurecht.

Nach dem Abpfiff und der Verabschiedung von Nagolds Trainer Armin Redzepagic hielt SSV-Trainer Michael Bochtler die übliche abschließende Ansprache vor seiner Mannschaft nicht auf dem Platz, sondern schritt mit den Spielern zunächst schnurstracks in die Kabine – ein untrügliches Zeichen dafür, dass ihm die Partie sauer aufgestoßen war. Deutliche Worte dürften daher hinter verschlossener Tür gefallen sein. Von einer „katastrophalen Leistung“ sprach Michael Bochtler hernach, nachdem er die Kabine wieder verlassen hatte und die Spieler zum Auslaufen schlichen. „Wir haben so viele Fehler gemacht, wir haben keine Verantwortung im Zweikampf übernommen, Stellungsfehler begangen, uns Fehlpässe geleistet ...“ Die Liste wäre womöglich noch länger ausgefallen, der Trainer beendete die Ausführungen jedoch mit den Worten: „Ich bin so enttäuscht.“

Der erste große Nachlässigkeit des SSV brachte die frühe Führung für Nagold. Die Mannschaft des Gastgebers war aufgerückt, verlor den Ball und ließ sich von einem Konter überrumpeln. Die Abseitsfalle schnappte nicht zu und VfL-Stürmer Luka Kravoscanec lief allein aufs Tor zu, spielte den herausgeeilten Schlussmann Benjamin Gralla aus und schob den Ball ins leere Tor – 0:1 (8. Minute). Der Gastgeber versuchte, das schnell wieder geradezubiegen, doch zwingende Offensivaktionen waren selten. Nach einem guten Pass von Philipp Schleker in die Spitze versprang Hannes Pöschl der Ball (14.), sechs Minuten später traf Pöschl nach Vorarbeit von Filip Sapina aus 18 Metern den Außenpfosten.

Mehr gute Möglichkeiten ließ der auf Verteidigung bedachte VfL nicht zu. Offensiv setzten die Gäste ganz auf Konter und auf Fehler von Süd. Und die gab es: In der 23. Minute kam Valentin Asch nach einer Freistoßflanke frei im Strafraum zum Abschluss, der ihm aber misslang. Später hatte der VfL das 2:0 auf dem Fuß, doch Gralla hielt den Schuss eines Nagolders, der frei vor ihm zum Abschluss gekommen war (39.).

Drei Minute nach der Großchance der Gäste fiel der Ausgleich: Nach einer Ecke von Tim Barwan verfehlten am kurzen Pfosten Spieler beider Mannschaften den Ball, der dann vom Bein des überraschten Nagolders Luka Silic ins Netz gelenkt wurde (42.). Kurz darauf, nach einer weiteren Ecke, verfehlte ein Kopfball von Semir Telalovic das Tor.

In der zweiten Halbzeit erhöhte der SSV Aggressivität und Tempo, doch lief weiter wenig zusammen. Nagold vertraute unverändert darauf, in der Abwehr wenig anbrennen zu lassen und sich dem gegnerischen Tor zu nähern, wenn sich irgendwie die Gelegenheit dazu bot. Doch das war kaum noch der Fall – wenn es gute Chancen gab, hatte sie Süd. Nach einem Lauf von Stefan Hess übers halbe Spielfeld kam der Ball zu Hannes Pöschl, der an VfL-Keeper Bubacarr Sanyang scheiterte (65.). „Den muss man reinmachen“, ärgerte sich Bochtler auch über die mangelnde Konsequenz seines Teams im Abschluss. In der 76. Minute kam nach einem guten Angriff über Max Vöhringer und Hannes Pöschl der Ball zu Timo Barwan, dessen Schuss abgeblockt wurde. Kurz darauf verfehlte Filip Sapina, erneut nach Vorarbeit von Vöhringer und Pöschl, aus 18 Metern das Tor (79.).

Ehingen-Süd blieb im Vorwärtsgang, kam in der Schlussphase aber nur noch selten gefährlich vor das VfL-Tor und damit auch nicht zum Siegtreffer. Während Bochtler vom Ergebnis und mehr noch vom Auftritt seiner Mannschaft enttäuscht war, war Nagolds Coach Redzepagic mit dem einen Punkt und der Leistung seines Teams zufrieden. „Nachdem wir in den vergangenen Wochen wenig geholt hatten, war das ein Schritt in die richtige Richtung.“

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