Zum Auftakt ein dicker Brocken für die Steeples

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 Das Team der Steeples für die ProA-Saison 2018/19: (v. l.) Physiotherapeut Jan Brambach, Pressesprecher Johannes Hübner, Gianni
Das Team der Steeples für die ProA-Saison 2018/19: (v. l.) Physiotherapeut Jan Brambach, Pressesprecher Johannes Hübner, Gianni Otto, Dejan Puhali, Rayshawn Simmons, Seger Bonifant, Mathias Groh, Kevin Strangmeyer, Dominique Uhl, Tanner Leissner, Kevin Yebo, Tim Hasbargen, Lucas Loth, Daniel Monteroso, Franklyn Aunitz, Cheftrainer Domenik Reinboth, Co-Trainer Krists Plendiskis. (Foto: SZ- aw)

Karten für das Derby in der Ehinger JVG-Halle sind auch über die Internetseite www.ticketmaster.de sowie vor dem Spiel an der Tageskasse in der JVG-Halle erhältlich. Bisher sei der Vorverkauf gut gelaufen, heißt es vonseiten der Steeples, die auch mit 250 bis 300 Fans aus Tübingen rechnen.

Zum Start in die neue Spielzeit der Zweiten Basketball-Bundesliga ProA bekommt das Team Ehingen Urspring am Sonntag, 23. September, einen dicken Brocken vorgesetzt: Der BBL-Absteiger Tigers Tübingen ist am ersten Spieltag zu Gast in der JVG-Halle (Spielbeginn: 17 Uhr). Die in großen Teilen neuformierte Mannschaft der Steeples hat im Derby wenig zu verlieren, während die runderneuerten Tübinger, von deren Bundesliga-Team kaum ein Spieler blieb, als einer der Titelkandidaten eingestuft wird und Woche für Woche auf einen besonders motivierten Gegner treffen wird.

In den vergangenen Jahren kreuzten sich die Wege der Steeples und der Tigers immer mal wieder, in der Saisonvorbereitung trafen beide Mannschaften gelegentlich aufeinander. Nun geht es im Duell Ehingen Urspring gegen Tübingen nicht mehr um Erkenntnisse für die weitere Trainingsarbeit, sondern um Punkte. Von 2004 an hatten die Tübinger in der Bundesliga gespielt, der Abstieg 2018 in die zweithöchste Spielklasse stellt eine Zäsur dar. Bei den Tigers sieht man sich selbst daher nicht als der ganz große Titelfavorit, der vor einem Durchmarsch zurück in die BBL steht – wie er in den zurückliegenden Jahren einigen BBL-Absteigern, zuletzt Vechta, gelang. „Wir gehen in eine Liga, in der wir uns seit 14 Jahren nicht mehr bewegt haben“, sagte Tigers-Manager Robert Wintermantel dem Fachmagazin „BIG“.

Erfahrene Kräfte

Um die Eingewöhnung in der Liga zu erleichtern und ein schlagkräftiges Team aufzubauen, das im Kampf um den Aufstieg mitmischt, verpflichteten die Tigers einige ProA-erfahrene Kräfte – wie Elijah Allen (Kirchheim), Robert Nortmann (Trier), Enosch Wolf (Hamburg) und Rückkehrer Besnik Bekteshi (Köln). „Wir haben darauf gesetzt, Spieler zu holen, die diese Liga kennen und die in dieser Liga alle auch bereits erfolgreich gespielt haben“, so Wintermantel. Weitere erfahrene Spieler kamen aus dem Ausland: der 30-jährige Kroate Bozo Djurasovic (zuletzt in Frankreich aktiv) und der genauso alte Tyler Laser (zuletzt in Rumänien, davor in der höchsten griechischen und polnischen Liga), der die Mannschaft als Aufbauspieler führen soll. Neben Laser sind mit Reed Timmer (23) und Aaron Brennan (23) auch zwei jüngere US-Amerikaner im Kader, die in der vergangenen Saison für NCAA-Teams spielten.

Vom BBL-Aufgebot 2017/18 blieb nur Jacob Mampoya übrig, der in der Bundesliga aber keine große Rolle spielte (16 Einsätze, durchschnittliche Spielzeit knapp elf Minuten, weniger als zwei Punkte pro Partie) sowie die Nachwuchskräfte Jeferson Hiller, Matti Sorgius und Nemanja Nadjfeji, Sohn von Aleksandar Nadjfeji, der nach dem Abstieg vom Co- zum Cheftrainer in Tübingen aufstieg.

Steeples-Cheftrainer Domenik Reinboth hält vom neuen Team der Tigers viel: „Tübingen hat eine bärenstarke Mannschaft mit sehr erfahrenen Spielern und einem Altersdurchschnitt, der der vier bis fünf Jahre über dem von unserem Team liegt.“ Reinboth zählt die Tübinger zu den Titelfavoriten in der ProA, sieht durch das Aufeinandertreffen schon am ersten Spieltag aber auch Chancen für seine Mannschaft. „Es könnte ein Vorteil sein, weil Tübingen noch nicht so eingespielt ist“, so Reinboth, der an die vergangenen Spielzeiten erinnert, als Ehingen Urspring früh in der Runde hoch eingeschätzte Gegner wie Trier und Hamburg bezwang.

Erste Bewährungsprobe

Allerdings, so der Steeples-Trainer weiter, sei auch sein Team noch nicht perfekt eingespielt. Was für Tübingen gelte, „gilt für uns auch“, sagt Reinboth. Ihm blieben vom Kader der Saison 2017/18 der US-Amerikaner Seger Bonifant, Kevin Yebo sowie die NBBL-Talente Kevin Strangmeyer, Franklyn Aunitz und Lucas Loth. Mehr als ein halbes Dutzend Spieler ist neu im Aufgebot des Teams Ehingen Urspring, das nach einer sechswöchigen Vorbereitung ohne gravierende verletzungsbedingte Ausfälle und mit etlichen Testspielen nun vor der ersten Bewährungsprobe steht. „Gegen Tübingen gehen wir klar als Außenseiter ins Spiel, aber das ist eine Rolle, in der wir uns wohl fühlen.“

Domenik Reinboth nahm am Ende der Vorbereitung in der vergangenen Woche „ein bisschen Tempo heraus“, wie er sagt. Zum Kontrastprogramm gehörten auch ein Ausflug ins Allgäu mit Bergtour unweit von Oberstdorf und ein gemeinsamer Grillabend, um mal abzuschalten vom Basketball. Die letzte Trainingswoche begann nach dem Testspiel am Sonntag gegen Nürnberg mit eineinhalb freien Tagen für die Spieler, die sich ab Dienstagabend gezielt auf den ersten Gegner Tübingen vorbereiteten.

Karten für das Derby in der Ehinger JVG-Halle sind auch über die Internetseite www.ticketmaster.de sowie vor dem Spiel an der Tageskasse in der JVG-Halle erhältlich. Bisher sei der Vorverkauf gut gelaufen, heißt es vonseiten der Steeples, die auch mit 250 bis 300 Fans aus Tübingen rechnen.

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