Wolfgang Hess macht den Nachwuchs fit

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Wolfgang Hess macht den Nachwuchs fit
Karl-Heinz Burghart

Seit drei Jahren beherbergt das Ehinger Schützenhaus eines der rund 40 Talentzentren des württembergischen Schützenverbands. Seither geben sich dort vielversprechende junge Luftgewehrschützen aus der gesamten Region die Klinke in die Hand.

Mit Wolfgang Hess aus Schemmerhofen konnte ein erfolgreicher Schütze als Trainer und Leiter des Zentrums gefunden werden. Der 57-Jährige hat 1988 bei den Paralympics in Seoul mit dem Luftgewehr drei Goldmedaillen gewonnen, war neun Mal Weltmeister, vielfacher Deutscher Meister und zehn Jahre lang Chef der Kampfrichter für Schießwettbewerbe bei den Paralympics. Seit einem Motorradunfall sitzt Hess im Rollstuhl. „Wir hätten keinen besseren Luftgewehr-Trainer finden können“, sagt Sylvestre Roth, Oberschützenmeister im Schützenkreis Ehingen. Luftgewehr sei die Hauptwaffe mit der in den zwölf Kreisvereinen geschossen werde, so Roth. „Mehr als 60 Prozent der 950 Männer und 185 Frauen im Schützenkreis Ehingen betreiben ihren Schießsport mit dem Luftgewehr“, ergänzt Sportleiter Ralf Junghans. Mit Erlaubnis der Eltern dürfen Kinder ab zwölf Jahren in den Schützenvereinen mit dem Luftgewehr schießen. „Dafür sind in jedem unserer Vereine eigens ausgebildete Jugendleiter und Jugendtrainer, die den Schützennachwuchs nicht nur trainieren, sondern auch im richtigen Umgang mit dem Gewehr ausbilden“, betont Roth.

„Schießen fördert Konzentrationsfähigkeit, Ausgeglichenheit und gibt innere Ruhe“, sagt Junghans. Geschossen wird mit dem Luftgewehr immer auf zehn Meter Entfernung und in fast allen Klassen im Stehen. „In der Schülerklasse, also im Alter von 12 bis 15 Jahren, gibt es den so genannten 3-Stellungskampf als eigenständige Disziplin“, erklärt Trainer Wolfgang Hess. In dieser Disziplin, also liegend, stehend und kniend, wird der Schützennachwuchs im Ehinger Talentzentrum trainiert. Jede Woche kommen mehr als 15 Schießtalente aus dem Ulmer Raum, aber auch von der Alb, um mit Hess zu trainieren. „Unser Ziel ist, die Jungschützen mit dem Luftgewehr in den Landeskader zu bringen oder auf spätere Wettkämpfe mit dem Kleinkaliber-Gewehr vorzubereiten“, sagt der Trainer.

Zwei Schützlinge im Landeskader

Momentan gehören zwei seiner Schützlinge zum Landeskader. „Einen durchschnittlichen Achter“, also acht von zehn möglichen Ringen, muss der Schützennachwuchs treffen, um mit Wolfgang Hess im Ehinger Talentzentrum trainieren zu dürfen.

„Wir betreiben Leistungssport. Dafür ist vor allem viel Disziplin und Training nötig“, sagt Wolfgang Hess. „Sowohl im Talentzentrum Ehingen, wie in allen unseren Schützenhäusern sind Zuschauer und Besucher, die sich über den Schießsport informieren wollen, immer gern gesehene Gäste“, sagt der Kreisoberschützenmeister.

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