Wildschweine graben Saat aus

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Wildschweine treiben in der Region ihr Unwesen. (Foto: dpa)
Tobias Götz

In der Region rund um Ehingen treiben derzeit verschiedene Wildschwein-Rotten ihr Unwesen. Sehr zum Leidwesen der Landwirte, wie deren Kreisvorsitzender Hans Götz bestätigt. „Erst kürzlich wurde ich von einem Landwirt angesprochen, dass es Wildschweine auf seine frischen Saaten abgesehen hatten. Das ist im Obermarchtaler Bereich vorgekommen“, erklärt Götz.

Allgemein sei aber der Mais das Problem. „Der Mais wird unter der Erde quasi beerdigt. Wenn dies passiert, versucht das Wildschwein auf dem Acker den Mais aus der Erde zu holen und stößt dabei auf den bereits gesäten Weizen für die kommende Ernte“, erklärt Götz das Problem. Gerade in den hellen Nächten, so der Bauernchef, wagen sich die Wildschweine in ihren Rotten auf die freien Felder, um dort nach Nahrung zu suchen. Allgemein, so Götz, müsse der Geschädigte nach seinen Fluren schauen und die Schäden bei der Gemeinde melden, so dass „der Fall aktenkundig ist“.

„In der Regel können der Landwirt und der betroffene Jagdpächter die Sache dann regeln und sich einig werden“, sagt Götz. Bei besonders sensiblen Gebieten, die oft von Wildschweinen befallen werden, sei sogar ein Elektrozaun ein gängiger Schutzmechanismus. „Geht es nach mir, müssen in der Region mehr revierübergreifende Drückjagden organisiert werden“, fordert Götz. Kreisjägermeister Johann Krieger ist sich dem Wildschwein-Problem zwar bewusst, wobei er relativiert: „Es hat in der Vergangenheit schon viel mehr Schäden durch Wildschweine gegeben, als dies derzeit der Fall ist. Es wird sich nie verhindern lassen, dass Wildschweine auf den Äckern einen Schaden anrichten“, so Krieger. Hinzu komme, so Krieger, „dass die Wildschweinpopulation in der Region eher rückläufig ist“. „Es liegt in unserem eigenen Interesse als Jäger, dass die Population nicht zu hoch wird“, betont Krieger.

Die Mais-Problematik ist für den Kreisjägermeister aber durchaus vorhanden. „Wir beobachten es mit großer Sorge, dass immer mehr Mais angebaut wird. Schließlich gehört Mais zu den beliebtesten Nahrungsmitteln der Wildschweine. Oft sind vor der Mais-Ernte Wildschwein-Rotten im Acker und pflügen diesen um“, erklärt Krieger. Gerade durch den warmen Winter ziehe es die Wildschweine laut Krieger vermehrt auf die Wiesen, um dort nach Graswurzeln zu graben. „Wenn man als Spaziergänger einem Wildschwein begegnet, sollte man einfach stehenbleiben“, rät Krieger. Eine genau Zahl, wie viele Wildschweine sich im Altkreis Ehingen befinden, kann Krieger nicht nennen. „Da wäre jede Zahl unseriös. Teilweise wandern die Rotten bis zu 50 Kilometer in einer Nacht“, sagt Krieger.

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