Wenn die Freundschaft mal kurz ruht

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Dicke Kumpels: Ehingens Trainer Domenik Reinboth (links) und Ehingens Ex-Trainer Ralph Junge.
Dicke Kumpels: Ehingens Trainer Domenik Reinboth (links) und Ehingens Ex-Trainer Ralph Junge. (Foto: SZ-Archiv Mas)
Leiter Lokalredaktion Ehingen

Das Team Ehingen Urspring tritt am Freitagabend (Sprungball 19.30 Uhr) bei den Falcons in Nürnberg an. Ein besonderes Spiel für beide Vereine.

Achter gegen Neunter, ein Duell auf Augenhöhe – so könnte man das Spiel bezeichnen, wenn nicht ein gewisser Ralph Junge Trainer des Gastgebers wäre. So wird aus dem Spiel Achter gegen Neunten ein Duell unter Freunden. Denn die Beziehung zwischen Ehingens Trainer Domenik Reinboth und Nürnbergs Coach Ralph Junge ist eine besondere. „Ich freue mich immer sehr, gegen Ralph zu spielen. Ich habe so viel von ihm gelernt, er ist mein Freund und Mentor“, sagt Reinboth, der Junge und seine Nürnberger als Favorit betrachtet. „Nimmt man die zwei Spiele Rückstand die Nürnberg noch hat und geht man davon aus, dass Nürnberg beide gewinnt, stünden sie vor uns in der Tabelle“, rückt Reinboth die Zahlen zurecht. „Hinzu kommt, dass sich Nürnberg mittlerweile an die Event-Halle gewöhnt hat und somit auch aus dem Heimrecht einen Vorteil erzielen kann. Ich sehe Nürnberg zwar nicht als klaren Favoriten gegen uns, aber das Favoritenpendel schlägt leicht in Nürnberger Richtung“, so Reinboth, der sich aber mit „einem Duell auf Augenhöhe“ als Einordnung anfreunden kann.

„Zwischen Ralph und mir gibt es vor jedem Duell einen Running-Gag. Ich sag ihm dann immer, dass er es nicht vergssen soll, mir über unseren nächsten Gegner seine Einschätzung und seinen Bericht zu schicken“, sagt Reinboth. Denn beide Basketball-Headcoaches nutzen in der Liga, zumindest bei anderen Spielen, den Vorteil ihrer engen Freundschaft und tauschen sich über die Gegner aus, geben sich Tipps und Einschätzungen der taktischen Vorgehensweise. „Aber beim direkten Duell hört die Freundschaft natürlich für die Dauer des Spiels auf. Da geht es für beide um den Sieg“, macht der Ehinger Trainer deutlich. Und diesen Sieg über Nürnberg würden die Steeples schon gerne einfahren, um nach dem 81:79-Sieg über Hagen den perfekten Start ins Basketball-Jahr 2019 hinzulegen.

„Meine Spieler haben im Prinzip mit Ralph Junge auch nichts mehr zu tun. Natürlich kennen ihn alle, aber trainiert hat keiner mehr unter ihm“, sagt Reinboth und entschärft damit die Situation auf dem Feld. Die Nürnberger sieht Reinboth indes als eine erfahrene Truppe an, die anders aufgestellt ist, als sein Team Ehingen Urspring. „Nürnberg hat mehr Mischung zwischen jung und erfahren. Wir haben zwar mehr junge Spieler, die dafür aber auch unerfahrener sind“, erklärt Reinboth. Doch die Mischung bei den Steeples scheint so schlecht nicht ausgewählt worden zu sein. Neun Siege und acht Niederlagen pflastern den sehr erfolgreichen Weg der Ehinger, die 18 Punkte auf der Habenseite sind schon jetzt, zu einem sehr frühen Zeitpunkt, mehr als die halbe Miete in Sachen Klassenerhalt. „Wir arbeiten jeden Tag sehr hart. Meine Mannschaft gibt auf dem Platz nie auf – das zeichnet uns in dieser Saison extrem aus. Wir wollen alle füreinander und damit miteinander gewinnen“, sagt Reinboth und erklärt, dass das im Basketball nicht immer der Fall ist. „Manche Profis haben nur das Ich im Kopf. Da geht es in einem Spiel nur um die eigene Statistik und nicht so sehr um den Sieg der Mannschaft. Das ist oft bei jungen Spielern oder Spielern, die ihre erste Saison in Europa spielen, der Fall“, erklärt Reinboth und schiebt hinterher. „Dieses Jahr haben meine Jungs verstanden, dass wenn sie als Team gut spielen, auch ihre eigenen Statistiken immer besser werden.“ Bis auf den gesundheitlich angeschlagenen Kevin Strangmeyer sind laut Reinboth alle fit für das Spiel in Nürnberg.

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