Wenn Cyber-Mobbing Alltag wird

Lesedauer: 4 Min
Die Schauspieler Romana Schneider und Philipp-Manuel Bodner vom Berliner Ensemble Radiks machen mit einem Theaterstück aufmerksa
Die Schauspieler Romana Schneider und Philipp-Manuel Bodner vom Berliner Ensemble Radiks machen mit einem Theaterstück aufmerksam auf das Thema „Cyber-Mobbing“. (Foto: Schule)
Schwäbische Zeitung

An vielen Schulen sei Cyber-Mobbing mittlerweile Alltag, erklären die Schauspieler Romana Schneider und Philipp-Manuel Bodner vom Berliner Ensemble „Radiks“, als sie im Anschluss an ihr Theaterstück „Fake oder war doch nur Spaß“ Schülerfragen zum Stück und zum Thema Cyber-Mobbing beantworteten. Diese Erfahrung hätten sie an vielen Schulen gemacht, an denen sie bisher mit ihrem Stück gastierten, so die Schauspieler bei ihrer Aufführung an der Ehinger Magdalena-Neff-Schule. Am Beispiel einer auf einer wahren Begebenheit basierenden Vorführung und einem anschließenden Gespräch mit den Schauspielern sollten die Schüler unter anderem für die Gefahren von Cyber-Mobbing sensibilisiert werden.

Nadine ist sich keiner Schuld bewusst: „Ich habe nur angefangen.“ Was danach kam, entzog sich ihrer Kontrolle und das sei außerdem nicht ihr Problem. Andi ist sicher: „Das geht eh alles bald vorbei.“ Und ohnehin ist alles ja nur ein großer Spaß. Nur nicht für die 17-jährige Lea, die zunehmend unter dem sich stetig steigernden Mobbing und ihren daraus folgenden Fehlhandlungen leidet. Und alles nur, weil eine Casting-Agentur für Lea statt Nadine eine Chance sieht, groß rauszukommen.

Was für manche klingt wie das Drehbuch für eine Seifenoper, ist im Kern für viele Jugendliche an deutschen Schulen traurige Realität. Nicht zuletzt, um die Schüler für diese Realität zu sensibilisieren, hatte die Magdalena-Neff-Schule das Ensemble eingeladen. Die Kosten übernahm dabei die Schule.

Bevor die Schüler Fragen stellen konnten, hatten die beiden Schauspieler aus Berlin in etwa einer Stunde die auf einer wahren Gegebenheit basierende Geschichte von Lea auf der Bühne mit großer emotionaler Intensität nachgespielt. Thematisiert wurde dabei nicht nur, wie schnell Mobbing in der digitalen Realität der Schüler außer Kontrolle geraten kann, sondern auch andere Gefahren und Risiken, die die Welt von Smartphones und Social Media sowie Casting Shows mit sich bringen. „Seid euch bewusst, wie das eskalieren kann“, mahnte Philipp-Manuel Bodner abschließend die Zuschauer. Was früher ein vermeintlich harmloser Scherz war, entziehe sich heute durch die Verbreitungsmöglichkeiten des Internets ganz schnell der Kontrolle und am Ende könne niemand mehr die Folgen abschätzen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen