Weihnachtsliedersingen in der Liebfrauenkirche

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Marius Kräutle sang zur Klavierbegleitung von Volker Linz Werke von Schütz und Cornelius.
Marius Kräutle sang zur Klavierbegleitung von Volker Linz Werke von Schütz und Cornelius. (Foto: SZ- kurt efinger)
Kurt Efinger

Das in der Ehinger Liebfrauenkirche veranstaltete Weihnachtsliedersingen hat zahlreichen Zuhörern am Erscheinungsfest eine vertiefte Sicht auf die Christgeburtsgeschichte vermittelt. Auf dem Programm standen anspruchsvolle Vokalkompositionen diverser Epochen.

Im Mittelpunkt stand der Beginn des aus judenchristlichem Milieu in Syrien entstandenen Matthäusevangeliums. Weise aus dem Morgenland, sogenannte Gojim, anerkennen mit der Suche des neu geborenen Königs den jüdischen Sinnkosmos für ihr eigenes Fragen und Finden. Der nach Bethlehem führende Stern weist den Weg. Die römische Kirche übersetzte die Geschichte zum Eigengebrauch in die lateinische Sprache. In dieser ertönten der durch die sechsköpfige Choralschola vorgetragene mittelalterliche Conductus „Hodie progreditur“ sowie die gregorianischen Weisen „Ecce advenit“ und „Vidimus stellam“. „Wir haben seinen Stern gesehen“ lautete die von Volker Linz komponierte und am Klavier begleitete Version. Lateinisch durfte das Publikum vier Strophen von „Adeste fideles“ von John Francis Wade mitsingen.

Marius Kräutle, der genau zwei Jahre zuvor im Alter von 14 Jahren mit klarer Sopranstimme und kultivierter Artikulation ein anderes Lied von Volker Linz vorgetragen hatte, brachte in Baritonlage intervallsicher von Heinrich Schütz „Bringt her dem Herren“ SWV 283 und von Peter Cornelius „Drei Kön’ge wandern“ zu Gehör. Das Lied ist in der Klavierbegleitung mit Philipp Nicolais „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ untermalt. Diesen Hymnus mitzusingen, war das Publikum ebenso eingeladen wie zuvor schon bei Paul Gerhardts „Ich steh an deiner Krippen hier“ auf Martin Luthers Melodie.

Angelika Häger umrahmte das Programm mit Harfenmusik. Die Choralschola steuerte auch einige mehrstimmige Sätze bei. Dekanatsreferent Wolfgang Steffel stellte Betrachtungen zu den von allen Anwesenden gesungenen Liedern an.

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