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Roland Kuhn sorgt mit dafür, dass der Sparkassen-Cup reibungslos abläuft. In fast 25 Jahren als Hausmeister in der Längenfeldha
Roland Kuhn sorgt mit dafür, dass der Sparkassen-Cup reibungslos abläuft. In fast 25 Jahren als Hausmeister in der Längenfeldhalle hat er beim großen Handballturnier auch schon einiges erlebt. (Foto: SZ- aw)

Der Sparkassen-Cup 2018 in Ehingen beginnt am Samstag, 11. August, um 12 Uhr mit dem Spiel des Titelverteidigers HBC Nantes gegen den TVB Stuttgart. Drei Spiele folgen am ersten Tag. Fortgesetzt wird das Handballturnier am Sonntag, 12. August, um 12.30 Uhr. Die Entscheidung über den Turniersieg fällt mit der letzte Partie ab 15 Uhr. Nähere Informationen zum Sparkassen-Cup gibt es im Internet auf www.sparkasse-ulm-cup.com. Eintrittskarten sind an der Tageskasse in der Längenfeldhalle erhältlich.

Zum Gelingen einer großen und publikumsträchtigen Veranstaltung wie der Sparkassen-Cup in der Ehinger Längenfeldhalle tragen viele bei: die Handballer, die ihre Leistung vor aller Augen zeigen, aber auch die Organisatonsmitglieder, die hinter den Kulissen für den reibungslosen Ablauf sorgen. Einer von ihnen ist Roland Kuhn, als Hausmeister für die Längenfeldschule und die Halle zuständig. Seit 1994 ist Kuhn an der Organisation des Turniers beteiligt. Und hat am Cup-Wochenende auch schon einiges erlebt.

In der Woche vor dem Sparkassen-Cup ist Roland Kuhn zusammen mit Mitarbeitern des städtischen Bauhofs, Mitgliedern der TSG-Handballabteilung und des Ehinger Vereins zur Förderung des Handballsports (EVFH) damit beschäftigt, die Längenfeldhalle herzurichten für die Aufeinandertreffen der Handball-Spitzenteams und den Besuch von wieder weit mehr als 1000 Zuschauern. Die technischen Anlagen und sanitären Einrichtungen werden geprüft, Strom- und Wasserleitungen verlegt, Mülleimer aufgestellt, Werbebanner angebracht, um nur einige Aufgaben zu nennen. Für Kuhn, mit seinen mehr als zwei Jahrzehnten Cup-Erfahrung, ist das alles nichts Neues. „Es ist schon eine wahnsinnig große Routine dabei“, sagt der 63-Jährige.

Funktionierende Zusammenarbeit

Die Organisation des Cup-Wochenendes beginnt jedoch schon früher, mit der zeitlichen Planung und Absprachen mit dem Bauhof. „Bei den Vorbereitungen habe ich viel Rückhalt von der Stadt, vom Bauhof, von der Handballabteilung“, sagt Kuhn. Die Zusammenarbeit funktioniert auch nach dem Turnier fort, wenn alles abgebaut wird, wenn Außenanlagen und Halle gereinigt werden – wobei auch eine Spezialfirma eingreift, um die unübersehbaren und spürbaren Harz-Flecken zu entfernen, vor allem auf dem Hallenboden, aber auch an Türgriffen, Armaturen und Fliesen der Umkleidekabinen. Bis zum Wochenende darauf dauert es, dann erinnert nichts mehr an die große Sportveranstaltung.

Roland Kuhn hat die Zeit erlebt, als das Handballturnier noch Schlecker-Cup hieß und das Drumherum weit größer war als jetzt. Unternehmen, die Schleckers Drogeriemärkte belieferten, hatten Stände vor Ort. Firmen wie Coca-Cola „waren anfangs mit einem VW-Bus da und kamen später mit Lastwagen“, sagt Kuhn. „Zum Schluss war alles richtig aufwendig.“ Räume im Schulgebäude neben der Halle waren zum Teil von den Unternehmen in Beschlag genommen, Waren stapelten sich. „Es war fast ein SB-Lager von Schlecker“, so der Hausmeister schmunzelnd.

Hinzu kam ein Festzelt vor der Halle, in dem Prominente auftraten. Kuhn erinnert sich an die Musiker der Kelly Family, den Boxer Henry Maske und an den Besuch des früheren Außenministers Hans-Dietrich Genscher. Tage vor Genschers Kommen seien Hubschrauber übers Gelände geflogen, zudem habe im Vorfeld die Polizei mit einer Diensthundestaffel die Längenfeldhalle nach Sprengstoff abgesucht. Im Gedächtnis blieb dem Hausmeister außerdem der vierbeinige Hauptdarsteller der populären Fernsehserie „Kommissar Rex“: ein Schäferhund, „der in einem gepanzerten Auto gebracht und für den ein Zimmer in der Schule hergerichtet wurde“, so Kuhn. „Man hat bei dem Turnier Sachen erlebt, die man nie mehr vergisst.“

Die Insolvenz von Schlecker, die auch das Aus des Turniersponsors bedeutete, setzte dem großen Rummel ein Ende. Das Turnier überlebte, aber die Produktschau der international tätigen Firmen gab es nicht mehr und die Auftritte der Prominenz aus der Unterhaltungsbranche, Sport und Politik waren nicht länger finanzierbar. Roland Kuhn betrachtet diese Entwicklung ohne Wehmut, sieht darin sogar Vorteile. „Alles konzentriert sich seither auf den Sport. Für Handball-Interessierte ist es besser.“

Zu den Handball-Interessierten zählt sich längst auch Roland Kuhn, obwohl er sagt: „Als ich 1993 bei der Stadt Ehingen angefangen habe, war ich eingefleischter Fußballfan.“ Aber er sei hineingewachsen in den Handball, genauso wie in den Basketball, denn bis zum Frühjahr 2017, bis zum Umzug in die neue JVG-Halle, spielten auch die Steeples in der Längenfeldhalle. Über Jahre kümmerte sich Kuhn bei den Heimspielen der Basketballer darum, dass das Feld für die Sportler bereitet war.

„Nicht ein überheblicher Profi“

Seiner Arbeit für das Handballturnier im Längenfeld verdankt Roland Kuhn auch viele Begegnungen mit den Stars. Viele Spitzenteams aus Europa und unzählige der weltbesten Handballern waren schon in Ehingen, aber der Hausmeister weiß nichts Negatives über sie zu sagen. Im Gegenteil. „Ich habe bisher nicht einen überheblichen Profi erlebt.“

Von den Spielen am Cup-Wochenende hat Kuhn aber immer nur einen Teil gesehen. Trotz aller Routine ist eine gewisse Anspannung vorhanden, dass alles läuft, dass „die Technik passt“, dass weder Anzeigetafel noch Verstärker oder die Funkstationen ausfallen. Funktioniert die Technik nach Wunsch, „dann guck’ ich ein wenig bei den Spielen zu und freue mich, dass alles läuft“.

Der Sparkassen-Cup 2018 in Ehingen beginnt am Samstag, 11. August, um 12 Uhr mit dem Spiel des Titelverteidigers HBC Nantes gegen den TVB Stuttgart. Drei Spiele folgen am ersten Tag. Fortgesetzt wird das Handballturnier am Sonntag, 12. August, um 12.30 Uhr. Die Entscheidung über den Turniersieg fällt mit der letzte Partie ab 15 Uhr. Nähere Informationen zum Sparkassen-Cup gibt es im Internet auf www.sparkasse-ulm-cup.com. Eintrittskarten sind an der Tageskasse in der Längenfeldhalle erhältlich.

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