Was Skater in Ehingen an ihrem Sport so fasziniert

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Ab durch die Luft und über Hindernisse: Die Skater aus der Region sind froh, dass es die Anlage im Berkacher Grund gibt.
Ab durch die Luft und über Hindernisse: Die Skater aus der Region sind froh, dass es die Anlage im Berkacher Grund gibt. (Foto: Prandl)

Der Skate-Contest in Ehingen findet am 14. und 15. Juli statt. Mit 500 bis 600 Besuchern rechne er, sagt Christoph Schlegel. Nicht nur aus dem Raum Ehingen, sondern auch aus Stuttgart, Tuttlingen oder Ravensburg seien in der Vergangenheit Skater gekommen. Am Samstag gibt es ab 16 Uhr einen Anfängerkurs, ab 17.30 Uhr spielen verschiedene Bands. Am Sonntag geht es etwas früher los, damit alle das WM-Finale am Nachmittag schauen können. Um 11 Uhr startet das Warm-Up, bis 14 Uhr kann man sich für den Contest anmelden, ab 14.30 Uhr geht dieser schließlich los. 17 Sponsoren, darunter Firmen und Skateboard-Labels, unterstützen den Contest. Auch für Kinder gibt es viele Angebote. (dtp)

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In Ehingen steigt am Wochenende wieder der Skate-Contest. Skateboarder von nah und fern werden dabei ihre Tricks vorführen. Christoph Schlegel hatte in letzter Zeit viel mit der Planung zu tun. Der 32-jährige Ehinger ist selbst leidenschaftlicher Skater, auch wenn er sich dafür mittlerweile neben Arbeit und Familie die nötige Zeit freischaufeln muss. Für viele junge Menschen, nicht nur aus Ehingen, ist die Skateanlage im Berkacher Grund ein wichtiger Treffpunkt. „So lange man zusammen skatet, ist man eine Einheit“, sagt Schlegel.

Fünf Skateboards, fünf Skater, Hip-Hop-Musik aus der Boxe: Zur Gruppe im Skatepark gehören neben Ehinger Skatern auch zwei aus Riedlingen. Dort gebe es nur eine Halle für Skater, doch lasse die Ausstattung zu wünschen übrig, sagen die beiden. Also kommen sie extra nach Ehingen, auch wenn dabei Geld fürs Zugticket draufgeht. Probleme mit Auswärtigen, das ist für Skater ohnehin ein Fremdwort. „Man grüßt sich, auch wenn man in einer ganz anderen Stadt ist“, erklärt der Dettinger Samuel Baier. „Es ist eine große Szene.“

Eine eigene Szene

Christoph Schlegel ist in seiner Schulzeit zum Skaten gekommen, ungefähr um die Jahrtausendwende. „Damals hat jeder geskatet“, erinnert er sich. Als er schließlich vom Nachbarn ein Board in die Hand bekommen hat, hat er es nicht mehr losgelassen. Zum Skaten gehöre auch das ganze Drumherum, erklärt er: die Musik zum Beispiel und der eigene Style. Eine Sache, die auch Samuel Baier am Skaten schätzt. Anfangs habe er noch parallel Fußball gespielt, erzählt er. Doch anders als beim Mannschaftssport könne er beim Skaten machen, was er will und seinen eigenen Style entwickeln. „Du kannst dich selbst verwirklichen“, erklärt er.

„Keiner sagt auch, du musst diesen oder jenen Trick können“, sagt Christoph Schlegel. Sobald einer mit dem Skaten anfange, genieße er den Respekt der anderen. „Jeder weiß, wie schwer es ist zu lernen.“ Allein, bis man den Ollie, einen einfachen Sprung, beherrsche, dauere es Monate. Also muss man hartnäckig dranbleiben – und riskieren muss man beim Skaten auch etwas. „Ich hatte glücklicherweise noch keine Knochenbrüche“, sagt Schlegel. „Aber einmal die Bänder gedehnt. Und zweimal war ich im Krankenhaus: nach einem Zusammenprall und nachdem ich auf den Hinterkopf geknallt bin.“ Mehrere Schürfwunden, zum Beispiel am Ellenbogen, seien ohnehin ganz normal, wenn man viel fahre, erklären die Skater. „Du legst dich jeden Tag auf die Fresse, deshalb bist du es gewohnt“, sagt Nico Schuler.

Nachwuchsprobleme

Den Skatepark gebe es seit September 2011, erklärt Christoph Schlegel. Auch er hatte sich damals dafür eingesetzt. Es gibt einen Quader, eine Stange, eine Pyramide als Spielwiese. Um das Jahr 2003 habe es 50 Skater in Ehingen gegeben. „Jetzt sind wir 20 bis 30.“ Die Skater würden immer weniger, „vor drei Jahren war der Tiefpunkt“. Nach dem Schulabschluss würden die meisten studieren oder ins Ausland gehen, spricht er ein Problem an. Und Ehingen selbst sei nun mal keine Studentenstadt.

„Früher standen die Mädels noch auf Skater“, erinnert sich Dennis Tebbe wehmütig zurück. „Das waren noch Zeiten“, stimmt ihm Nico Schuler zu. „Heute musst du dagegen ins Fitnessstudio gehen.“ Doch immerhin nehme mittlerweile die Zahl der Skater in Ehingen wieder zu. Christoph Schlegel geht davon aus, dass es in Zukunft noch mehr werden, weil Skateboarding ab 2020 eine olympische Spielart ist.

Begnadete Skater aus der Region zeigen beim Skatepark, was sie so drauf haben.

Der Skate-Contest in Ehingen findet am 14. und 15. Juli statt. Mit 500 bis 600 Besuchern rechne er, sagt Christoph Schlegel. Nicht nur aus dem Raum Ehingen, sondern auch aus Stuttgart, Tuttlingen oder Ravensburg seien in der Vergangenheit Skater gekommen. Am Samstag gibt es ab 16 Uhr einen Anfängerkurs, ab 17.30 Uhr spielen verschiedene Bands. Am Sonntag geht es etwas früher los, damit alle das WM-Finale am Nachmittag schauen können. Um 11 Uhr startet das Warm-Up, bis 14 Uhr kann man sich für den Contest anmelden, ab 14.30 Uhr geht dieser schließlich los. 17 Sponsoren, darunter Firmen und Skateboard-Labels, unterstützen den Contest. Auch für Kinder gibt es viele Angebote. (dtp)

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