Wahl-Experten erklären: Das müssen Erstwähler im Alb-Donau-Kreis wissen

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Vortrag in der Schule.
Vortrag in der Schule. (Foto: adk)
Schwäbische Zeitung

„Für euch ist das sicherlich alle erst mal ganz spannend“, kommentierten Manuela Kopf, die als Mitarbeiterin im Kommunal- und Prüfungsdienst an der Koordination der anstehenden Wahlen beteiligt ist, und Andreas Blersch, persönlicher Referent von Landrat Heiner Scheffold, die anstehenden Wahlen für die Schüler der Magdalena-Neff-Schule.

Nicht nur für Europa ist der 26. Mai ein wichtiges Datum, denn für viele Schüler wird es das erste Mal sein, dass sie ihr demokratisches Grundrecht zur Wahl wahrnehmen können. Besonders, da auch die Kreis- und Gemeinderatswahlen anstehen, bei denen man schon ab 16 Jahren wahlberechtigt ist.

Neuer Internetauftritt zur Wahl

Um gerade auch diese Erstwähler anzusprechen, hat das Landratsamt einen neuen Internetauftritt (www.52fuerdich.de) gestartet, auf dem man sich über die Aufgaben und Verantwortlichkeiten des Kreistages informieren kann. Zusätzlich halten Mitarbeiter des Landratsamtes aber auch Vorträge an Schulen, um Schüler direkt darüber aufzuklären, was die Wahl am 26. Mai mit ihnen zu tun hat und welche Bedeutung die einzelnen Institutionen für ihren Alltag haben.

Bevor es konkret um die Wahl ging, informierte Andreas Blersch die Schüler zunächst allgemein über den Alb-Donau-Kreis. Dabei erhielten die Schüler nicht nur einen kleinen Auffrischungskurs in interessanten Smalltalk-Themen, etwa dass der Alb-Donau-Kreis der Landkreis mit den meisten Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg ist oder mit rund 500.000 Übernachtungen im Jahr auch touristisch zunehmend interessant wird.

Der Kreis als Arbeitgeber

Es wurde zudem erklärt, was der Kreistag etwa mit dem Schulanbau vor etwa drei Jahren zu tun hatte oder in welchen Bereichen der Kreis als Arbeitgeber fungiert. Ganz nebenbei wurde nach kurzem Schweigen auch geklärt, wie der aktuelle Landrat eigentlich heißt, nämlich Heiner Scheffold.

Außerdem erfuhren die Schüler, wie und warum sich der Landkreis darum bemüht, gute Arbeits- und Lebensbedingungen zu bieten. „Da gilt es eben attraktiv zu bleiben“, fasste Blersch das Ziel des Landkreises zusammen, Menschen all das zu bieten, was für das Leben wichtig sei. „Dann wird’s jetzt etwas mathematisch, das schadet aber sicher auch nicht“, damit sorgte Manuela Kopf während ihres Teils des Vortrags kurz für besorgte Unruhe unter den Schülern, als sie zur Erklärung ansetze, wie sich aus den abgegeben Stimmen die Verteilung der Sitze im Kreistag ergibt.

Bestimmt mit, entscheidet, wer eure Interessen in der Gemeinde aber auch im Gemeinderat vertritt. 

Manuela Kopf und Andreas Blersch

Auch Fachbegriffe wie Kumulieren (Stimmenhäufung) und Panaschieren (Ergänzung einer Wahlliste mit anderen Listenkandidaten) sollten den Schülern nun bekannt sein. Darüber hinaus erfuhren sie, dass sie bei der Europawahl ihre Stimme für eine Partei, bei den Kreis- und Gemeinderatswahlen für eine Person abgeben und wie viele Stimmen sie überhaupt haben. Besonders interessiert wurden die mitgebrachten Wahlzettel studiert und Erstaunen geäußert, welche Parteien es so alles bei der Europawahl gibt.

„Bestimmt mit, entscheidet, wer eure Interessen in der Gemeinde aber auch im Gemeinderat vertritt“, ermutigten Blersch und Kopf die Schüler abschließend dazu, am 26. Mai zur Wahl zu gehen.

Schließlich würden im Kreistag und in den Gemeinderäten Entscheidungen getroffen werden, die die Schüler häufig sehr viel unmittelbarer betreffen würden, als etwa Entscheidungen des EU-Parlaments. Direkt wurden dabei die angehenden Erzieher und Kinderpfleger angesprochen, denn viele ihrer künftigen Arbeitgeber seien schließlich Gemeinden.

Außerdem erinnerten sie die Schüler daran, dass die Möglichkeit zur Wahl vor allem auch ein Recht sei, das die Menschen in manchen anderen Ländern sehr vermissen würden.

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