Veszprém holt zum ersten Mal den Cup

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Veszprém holt zum ersten Mal den Cup (Foto: 2013)
Schwäbische Zeitung
Nicolai Kapitz

Viele haben es sich sehnlich gewünscht, doch wirklich daran geglaubt haben bis zum Schluss nur die echten Optimisten: MKB Veszprém, Dauergast und Dauer-Geheimfavorit, hat gestern den Sparkassen-Cup gewonnen. Mit 28:25 siegten die Ungarn im Finale gegen die favorisierte Star-Truppe von Paris St. Germain und holte sich bei der 17.Teilnahme am Ehinger Turnier den ersten Titel.

Sieben Mal hat Veszprém zuvor schon im Finale gestanden, jedes Mal blieb ihnen nur der zweite Platz und die Hoffnung auf das nächste Jahr. 2013 durfte Kapitän Laszlo Nagy endlich den Sparkassen-Cup-Wanderpokal und den Siegerpokal in die Luft der Längenfeldhalle stemmen. Grenzenlos war der Jubel bei seinen Mannschaftskameraden, der Ungarische Meister ist 2013 auch der Meister in Ehingen.

Zuvor mussten die Ungarn ein hartes Stück Arbeit erledigen. Als Geheimfavorit ins Turnier gegangen, sahen viele das Team von Antonio Carlos Ortega auch im Finale als Außenseiter. Zu stark schien das Pariser Ensemble um die Topstars Daniel Narcisse, Luc Abalo, Igor Vori und Mladen Bojinovic, der vor dem Spiel noch in die „Hall of Fame“ des Ehinger Turniers aufgenommen wurde. PSG hatte am Abend zuvor im letzten Gruppenspiel gegen Berlin gezeigt, wozu es fähig ist. Die Franzosen hatten einen Fünf-Tore-Rückstand in den letzten Minuten noch umgebogen und knapp gewonnen. Deswegen verfiel auch niemand in Euphorie, als Veszprém im Finale teilweise mit bis zu sieben Toren führte. Zur Halbzeit etwa stand es 19:13 für Veszprém. Immer wieder angetrieben durch Kapitän Nagy, den flinken Tamas Ivancsik oder den mit sieben Toren treffsichersten Spieler Momir Ilic gelang es Veszprém aber hervorragend, die Franzosen auf Distanz zu halten.

Bei PSG waren es einmal mehr Abalo, Bojinovic und der anschließend zum Spieler des Turniers gekürte Daniel Narcisse, die Akzente zu setzen vermochten. Auch der vor der Saison von Veszprém nach Paris gewechselte Gabor Csaszar machte viel Betrieb, wenn Paris im Angriff war. Die Franzosen hatten es allerdings auch ihren Torhütern zu verdanken, dass der Abstand moderat blieb. Patrice Annonay und José Manuel Sierra kratzten ein ums andere Mal „Unhaltbare“ aus dem Winkel, auf der Gegenseite hielten Mirko Allilovic und Nandor Fazekas, was es zu halten gab.

Als es Paris in den Schlussminuten bei einem Drei-Tore-Rückstand versäumte, die entscheidenden Treffer zu machen, entspannten sich langsam die Gesichter der vielen Veszprém-Fans.

In den letzten Sekunden standen die Zuschauer auf den Rängen der Tribüne, um dem Team zum erstmaligen Gewinn zu gratulieren. Im nächsten Jahr wird MKB Veszprém also nicht nur Dauergast, sondern Titelverteidiger sein.

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