Veszprém gewinnt zum zweiten Mal das Ehinger Turnier

Lesedauer: 7 Min
Da ist das Ding: Laszlo Nagy, Peter Gulyas und Gergö Ivancsik erhalten den Sparkassen-Cup.
Da ist das Ding: Laszlo Nagy, Peter Gulyas und Gergö Ivancsik erhalten den Sparkassen-Cup. (Foto: Scherwinski)

Die Handballer von MKB-MVM Veszprém KC haben zum zweiten Mal in Folge den „Sparkassen-Cup“ gewonnen. Die Ungarn setzten sich im Endspiel vor mehr als 1000 Zuschauern in der ausverkauften Längenfeldhalle mit 34:29 gegen die Füchse Berlin durch. Den dritten Platz sicherte sich Frisch Auf Göppingen durch ein 28:23 im Platzierungsspiel gegen Chambéry Savoie HB. RK Croatia Osiguranje Zagreb beendete das Turnier auf Rang fünf, die Kadetten aus Schaffhausen mussten mit dem letzten Rang vorlieb nehmen.

Endspiel: Veszprém hatte viele Anläufe gebraucht, um das Ehinger Turnier dann doch zu gewinnen. Erst im vergangenen Jahr gelang es, bei der 17. Teilnahme des ungarischen Vorzeigevereins. Nun scheint Veszprém auf den Geschmack gekommen zu sein, holte sich die riesige Trophäe zum zweiten Mal. Gegner Berlin, Turniersieger von 2012, forderte den Ungarn viel ab, letztlich aber setzten sich die größeren Reserven des Titelverteidigers durch. Veszprém, im Vergleich zur Mannschaft des Vorjahres mit Christian Zeitz (THW Kiel), Mate Lekai, Gasper Marguc (beide Celje RK) und dem ungarischen Nationaltorwart Roland Mikler (Pick Szeged) noch einmal kräftig verstärkt, führte nach zehn Minuten mit drei Toren Vorsprung (8:5). Die Mannschaft geriet dann aber in Rückstand (10:12/19. Minute), um das Spiel auch dank einiger Zeitz-Treffer bis zur Pause wieder zu drehen (19:16).

Ähnlich verlief die Partie in Halbzeit zwei. Nach der anfänglichen Führung der Ungarn zogen die Berliner, bei denen Konstantin Igropulo wieder dabei war (der routinierte Rückraumspieler aus Russland war kurz vor dem Turnier erstmals Vater geworden und hatte am Samstag frei), wieder an Veszprém vorbei (23:22/42. Minute). Zweimal behaupteten die Füchse ihre Führung (24:23 und 25:24), dann kippte die Partie endgültig zugunsten des Titelverteidigers. Von 25:25 zogen die Ungarn auf 31:25 davon (54.), es war die Vorentscheidung. Die Berliner waren mehrmals an Keeper Schmikler gescheitert, während ihr Gegner seine Chancen nutzte. Wenigstens das letzte Turniertor blieb den Füchsen vorbehalten, Colja Löffler traf Sekunden vor der Schlusssirene zum 34:29.

Die Enttäuschung bei den Berlinern wich rasch, Füchse-Sportkoordinator Volker Zerbe war zufrieden mit der Vorstellung seines Teams. „Es war ein sehr gutes Finale, in dem wir lange gut mitgespielt haben“, sagte Zerbe. „Wir hatten nur in der ersten Halbzeit eine Phase, als wir nicht konsequent genug ran sind.“ Gegen eine „Weltklassemannschaft“ wie Veszprém rächt es sich, zumal die Füchse, wie der Sportkoordinator betonte, ihrem „Stil treu geblieben sind und durchgewechselt haben“.

Platzierungsspiele: Im Duell um Rang drei waren beide Teams lange auf Augenhöhe, erst in der Schlussviertelstunde (nach 19:19-Zwischenstand) setzte sich Frisch Auf Göppingen ab und gewann letztlich ungefährdet mit 28:23. Die Puste war den Franzosen ausgegangen, wie Routinier Bertrand Gille einräumte. „Drei Spiele an zwei Tagen: Es war anstrengend, sehr hart, vor allem weil wir erst vor zwei Wochen mit der Vorbereitung angefangen haben.“ Die Liga in Frankreich startet drei Wochen nach der Bundesliga, doch ein Fehler war die Turnierteilnahme für Gille auf keinen Fall. „Das bringt Spielpraxis.“ Aufs Ergebnis habe man nicht so sehr geschaut. Auch für Magnus Andersson, den neuen Trainer von Frisch Auf, waren die Resultate „nicht das Wichtigste“. Zwar sei es schon auch wichtig, Vorbereitungsspiele zu gewinnen, entscheidend aber für ihn war: „Wir hatten drei gute Spiele gegen drei gute Gegner.“ Diesen Satz hätte auch Markus Baur unterschrieben, Trainer der Kadetten Schaffhausen. Für die Schweizer war bei deren erster Teilnahme in Ehingen nicht viel drin, drei deutliche Niederlagen bedeuteten den letzten Platz im Turnier, Zagreb schnappte sich durch das 34:27 über die Kadetten den fünften Rang.

Vorrunde: Die beiden Turnierfavoriten setzten sich in ihrer jeweiligen Gruppe durch. Veszprém siegte zweimal souverän (gegen Schaffhausen und Göppingen), während die Füchse bei ihrem ersten Auftritt Mühe hatten. Beim 29:29 wendeten die Berliner eine Niederlage in der Schlussphase noch ab, die zweite Begegnung gegen Chambéry gewann der Bundesligist nach 18:10-Pausenführung mit 30:26 gegen Chambéry. Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson, seit wenigen Tagen in Doppelfunktion auch Bundestrainer, warb um Verständnis. „Petar Nenandic und Iker Romero konnten nicht durchtrainieren und brauchen dringend Spielpraxis“, so Sigurdsson. „Auch Igropulo hat zuletzt nicht viel mitmachen können.“ Kurz vor dem Turnier verletzte sich im Training noch Abwehrchef Denis Spoljaric, der wohl mehrere Monate ausfallen wird und den Trainer beim Ehinger Turnier dazu zwang, Alternativen im Deckungszentrum zu testen. Auch wenn er die Spiele zeitlich etwas zu nah am Supercup fand – die Füchse spielen am Dienstag in Stuttgart gegen Kiel – so war er dennoch zufrieden. „Insgesamt war das Turnier gut für uns.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen