Urspring-Basketballer fiebern USA-Reise entgegen

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Steeple Maxi Eisele ist 19 Jahre alt – und damit rein von der Erfahrung her fast schon zwangsläufig Mannschaftsführer.
Steeple Maxi Eisele ist 19 Jahre alt – und damit rein von der Erfahrung her fast schon zwangsläufig Mannschaftsführer. (Foto: SZ- Kaan S. Heck)
Schwäbische Zeitung
Dennis Rother

Erst die Vorhut, dann der zweite Tross, an Weihnachten schließlich der Chefcoach: In drei Gruppen reist das Team Urspring in den kommenden Tagen in die USA, um sich gegen Ende des Jahres wieder auf amerikanischen Basketball-Nachwuchsturnieren an örtlichen Schulen zu messen. Zwei Turniere stehen an, unter anderem das sogenannte Arby’s Classic im Bundesstaat Tennessee. Das haben die Klosterschüler vor drei Jahren sogar gewonnen.

Am Freitag sitzen die ersten Spieler mit Team-Manager Nico Drmota im Flugzeug nach Atlanta in den Bundesstaat Georgia, keine 48 Stunden später landet der zweite Tross, angeführt von Ex-Profi und Aushilfstrainer Felix Czerny und unter anderem mit Spielern, die am Samstagabend noch in Frankfurt beim letzten Pro-B-Spiel des Jahres auf dem Parkett stehen. Am ersten Weihnachtsfeiertag stößt Steeples-Trainer Domenik Reinboth zu seinen Jungs dazu. Von Atlanta aus geht es für das Team Urspring nach Nashville. „Unterwegs sind wir mit drei Siebensitzern“, sagt Team-Manager Nico Drmota. Im Ort Hendersonville in der Nähe von Nashville steht dann an der Pope John Paul II High School das erste Mini-Turnier an, das sogenannte „Christmas Classic“. Am 21. Dezember spielt Urspring gegen die Prince Hall High School, am Tag darauf gegen die Gastgeber. Danach sind zwei Tage spielfrei, es wird trainiert – und an Heiligabend gibt es eine Weihnachtsfeier der besonderen Art: Der Abend ist medienfrei, kein Internet, kein Fernsehen, kein Handy. „Wir spielen Charade“, sagt Drmota. Auch „Stadt, Land, Fluss“ steht auf dem Programm.

Am 25. Dezember geht es für den Tross dann weiter nach Bristol in Tennessee. An die Stadt hat Urspring noch beste Erinnerungen: Vor drei Jahren triumphierte Urspring dort. Es war in der 30-jährigen Turniergeschichte der erste Titel eines ausländischen Teams überhaupt. „Fünf Spiele stehen insgesamt an, am 31. Dezember ist das letzte“, sagt Drmota. Sachen packen, ab in den Van Richtung Atlanta, in den Flieger an Neujahr, am 2. Januar Ankunft in München – straffes Programm haben die Klosterschüler auch abseits des Parketts.

Talentspäher von US-Colleges sitzen am Seitenrand

Es sind aber Strapazen, die sie gerne auf sich nehmen. Schon dass sie dabeisein dürfen bei den US-Wettbewerben, macht Urspring in bisschen stolz. Denn der Selektionsprozess bei den renommierten Wettbewerben ist für Europas Talentschmieden hart. Urspring hat in den USA den Status einer High School – das hilft bei der rigiden Auslese. Seit der Gründung der Basketball-Akademie 1998 durch Ralph Junge gehören die USA-Reisen zum festen Bestandteil des Sportkalenders. Steeples-Stammspieler Maxi Eisele (19) hat schon einige Trips hinter sich, ist in diesem Jahr quasi der Routinier. „Prägende Erfahrungen“, sagt er über die Reisen. Weihnachten weit weg von seiner Familie zu sein, das ist für manchen ein großer Einschnitt, für Eisele aber schon normal. „Wir feiern traditionell nach, und zwar am Dreikönigstag“, erklärt er.

Auf die jungen Basketballer wartet ein ungewohntes sportliches Umfeld. Tausende Zuschauer kommen zu den Turnieren, die Spielweise ist etwas anders, die Regelauslegungen auch. Aber nicht nur bei der Korbjagd werden die neuen Eindrücke auf die Junioren geradezu einprasseln: Drmota und seine Mitstreiter haben ein Tourismus-Programm geplant, es geht gemeinsam zum Shopping, ins Kino, auf Tour wie eine Musik-Band.

Die Klosterschüler – vier Gastspieler aus Nürnberg sind ebenfalls dabei – peilen nicht nur im Team den Leistungsvergleich an: Es geht auch individuell darum, sich bei den anwesenden Talentspähern von US-Colleges auf die Notizblöcke zu spielen. Denn sich durchzubeißen im Mutterland des Basketball und nach einem College-Aufenthalt womöglich sogar dort eine Profikarriere zu starten, das ist der ganz große Traum von vielen – und die Plätze sind rar.

Info: Johannes Klughardt, Thorben Döding, Janic Staiger, Maxi Eisele, Joel Aminu, Pal Ghotra, Jonas Mikscg, Noah Kamdem, Marko Sarac, Arthur Gutmann, Willi Inkulu und Finn Eckhardt laufen für das Team Urspring in den USA auf. Aus der physiotherapeutischen Abteilung der Steeples sind Jan Brambach und Philipp Schubert dabei.

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