Ukrainisches Ensemble singt orthodoxes Passionskonzert

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Artjom, Sergej, Andrej und Wladislaw sangen stark.
Artjom, Sergej, Andrej und Wladislaw sangen stark. (Foto: SZ- kurt efinger)
Kurt Efinger

Das ukrainische Ensemble „A Capella Oda“ hat in der Liebfrauenkirche am Sonntag ein ungewöhnlich beeindruckendes Passionskonzert gegeben. „Klangvoll – Orthodox – Anders“ beschreiben die vier Sänger ihre Art, ostkirchliche Atmosphäre zu vermitteln.

Gekleidet in knöchellange und taillierte Gewänder, wie sie früher katholische Priester zu tragen pflegten, betraten die vier jungen Männer den Kirchenraum, verneigten sich vor dem Altar und wandten sich dem Publikum zu. Mit heller, klarer Stimme intonierte der zweite Tenor einen von den drei anderen in gesummter Harmonie umrahmten Gesang. Es handelte sich um ein Werk eines italienischen Komponisten erfuhr man aus dem Mund eines am Lesepult die Vorträge erläuternden Moderators. Mehrfach stellte er Verbindungen des orthodoxen Kirchengesangs zur römisch-katholischen Musikgeschichte her und nannte Giuseppe Sarti, der 1784 einem Ruf der Zarin Katharina II. als Hofkapellmeister nach Sankt Petersburg gefolgt war. Dort wurde er mit dem Aufbau eines Konservatoriums nach italienischem Muster beauftragt.

Die göttliche Liturgie des heiligen Johannes Chrysostomos stand im Mittelpunkt des Programms der vier professionellen Sänger mit Musikakademieausbildung und mehrjähriger Erfahrung als Solisten im Dienst der orthodoxen Kirche in der Ukraine. Mit Psalmgesängen aus der Vesperliturgie ergänzten sie die Vortragsfolge. Ausdrucksvolle Harmonie prägte den Zusammenklang der vier absolut rein intonierenden Stimmen. In der orthodoxen Tradition gilt die menschliche Stimme als das perfekteste Instrument zum Ausdrücken des Wortes und der musikalischen Schwingungen. Die Orgel habe in Konstantinopel nur zur Stimmbildung gedient, erklärte der Moderator die Ausbildung der perfekten Vokalharmonie mit mehrfacher solistischer Hervorhebung einzelner Stimmen. Die Liturgie lasse auf der Erde die Nähe des Himmelreiches spüren, deutete Wjatscheslaw ihre Wirkung. Seinen Familiennamen nannte er nicht und stellte auch die Sänger Artjom, Sergej, Andrej und Wladislaw nur mit Vornamen vor. „So hoffen wir, dass diese Musik ein Teil Ihres Lebens geworden ist“, gab der Sprecher dem Publikum nach dessen begeistertem Applaus mit auf den Weg durch die Passionszeit.

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