Im Munderkinger Donaustadion kam es beim Kreisliga-Spiel am Sonntag zu Zwischenfällen, die Polizei und das Schiedsgericht des F
Im Munderkinger Donaustadion kam es beim Kreisliga-Spiel am Sonntag zu Zwischenfällen, die Polizei und das Schiedsgericht des Fußballbezirks beschäftigen. (Foto: SZ- eis)
Zu den Vorfällen beim Kreisliga-Spiel zwischen Munderkingen und Türkgücü Ehingen hat das Polizeipräsidium Ulm am Montag eine Pressemitteilung verschickt. Dem Schreiben zugrunde lagen die Befragungen der Polizeibeamten am Sonntag im Donaustadion. Nachfolgend die Pressemitteilung im Wortlauf.

„Gegen 16.15 Uhr stritten zwei Fußballspieler verschiedener Parteien auf dem Spielfeld des Donaustadions. Sie befanden sich mitten im Spiel. Ein Dritter wollte den Streit schlichten. Damit zeigte sich der Spieler der Ehinger Mannschaft nicht einverstanden. Er brachte den 23-Jährigen zu Fall. Deshalb zeigte der Schiedsrichter dem 30-Jährigen die Rote Karte. Beim Verlassen des Spielfelds kam es zum Streit mit einem Zuschauer. Dies wiederum lockte die Zuschauer vom Spielfeld weg zu dem neuen Ort des Geschehens. Die Besucher versammelten sich um die beiden Aggressoren und mischten sich verbal in die Streitigkeiten zwischen dem 30- und dem 18-Jährigen ein. Was genau vorgefallen ist, muss die Polizei noch ermitteln. Die Polizei war mit zwei Streifenwagen am Donaustadion. Der Schiedsrichter entschied sich aus Sicherheitsgründen letztlich dazu, das Spiel abzubrechen.“ (sz)

 

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Zwischenfälle beim Spiel der Fußball-Kreisliga A zwischen dem VfL Munderkingen und Türkgücü Ehingen beschäftigen die Polizei und das Schiedsgericht des Fußballbezirks Donau. Nach dem Platzverweis für einen Türkgücü-Spieler gab es Tumulte am Spielfeldrand, die unterschiedlich geschildert oder bewertet werden.

Rund eine Stunde war die Partie in Munderkingen alt, es stand 1:1. Es gab ein Foul wie viele andere im Fußball. Doch in der Folge gerieten ein VfL- und ein Türkgücü-Spieler aneinander. Der Spieler von Türkgücü sei von dem Munderkinger provoziert worden, sagen Türkgücü-Vorsitzender Metin Kocak und Jugendleiter Ferdi Mavis. Daraufhin griff der Ehinger einem anderen VfL-Spieler, der sich zwischen die Streithähne geschoben und sich verbal eingemischt hatte, an den Hals. Die Munderkinger sprechen von einem Würgen, die Ehinger von einem Festhalten am Hals und von Kratzspuren, nachdem sich der VfL-Akteur dem Griff entzogen hatte. „Unser Spieler hat keine Luft mehr gekriegt“, sagt VfL-Fußballmanager Felix Schelke. Der Spieler kam zur Untersuchung ins Krankenhaus, verließ es aber noch am selben Abend.

Keine Diskussion um die Rote Karte

Von „heftigem Würgen“ und „Schlagen“ spricht Jochen Oelmayer, Schiedsrichterobmann aus dem Fußballbezirk Riß, aus dem der Unparteiische des Spiels in Munderkingen kommt. Oelmayer hat am Montag mit dem im Bezirk Riß wegen durchweg guter Kritiken besonders geförderten Schiedsrichter telefoniert und sich die Vorkommnisse schildern lassen. Die Rote Karte für die Tätlichkeit war mehr als gerechtfertigt, so Oelmayer.

Der Platzverweis ist unstrittig. „Völlig zurecht“, sagen auch Mavis und Kocak, die vereinsinterne Konsequenzen für den Spieler ankündigten. „Wir distanzieren uns vom Verhalten des Spielers“, so Mavis. Über das dem Platzverweis folgende Geschehen gab es unterschiedliche Sichtweisen. Schelke berichtet davon, dass der mit Rot bedachte Spieler den Platz zunächst nicht verlassen wollte. „Normalerweise senkt ein Spieler in so einer Situation den Kopf und geht in die Kabine“, so der VfL-Manager. Er ist überzeugt: Wäre er normal weggelaufen, wäre die Sache erledigt gewesen und nichts weiter passiert.

Stattdessen kochten die Emotionen bei einzelnen Zuschauern hoch. Als der vom Feld gestellte Türkgücü-Spieler, begleitet vom Vorsitzenden Metin Kocak, dann Richtung Kabine ging, wollte nach Türkgücü-Angaben ein Zuschauer auf den Spieler losgehen. Er habe dies verhindert, so Kocak. Die Situation beruhigte sich nicht, im Gegenteil: Ein anderer Zuschauer, laut Kocak ein Spieler der „Zweiten“ des VfL, habe sich ihm und dem vom Platz gestellten Spieler aggressiv genähert, so der Türkgücü-Vorsitzende, der dies unterband und den jungen Mann kurzzeitig festhielt. Kurz darauf habe der junge Mann ihn und den Türkgücü-Spieler erneut attackieren wollen – diesmal mit einer Flasche, die er sich am Kiosk geholt und an der Wand zerschlagen habe, so Kocak. Der junge Mann habe geschrien, getobt, uns beleidigt und massiv bedroht, sagen Kocak und Mavis. Mit Hilfe von Zuschauern sei Schlimmeres verhindert worden.

Gäste fühlten sich nicht mehr sicher

„Es ist niemand verletzt und nichts beschädigt worden“, sagt Munderkingens Felix Schelkle, der Näheres zum Tumult nicht sagen konnte. Er sei zu weit entfernt gewesen und habe sich zudem um den am Hals verletzten VfL-Spieler gekümmert. „Ich kann nur weitergeben, was ich gehört und gesehen habe“, so Schelkle. Demnach sei der vom Platz gestellte Türkgücü-Spieler an den Zuschauern vorbeigegangen und dabei „gab das eine Wort das andere“, so Schelkle, der von „Tumult und Rangelei“ sprach. „Offensichtlich hatten sich zwei oder drei Leute in die Haare gekriegt. Es gab ein großes Schimpfen und Geschrei.“

Schließlich rückte die Polizei an, die Kocak nach eigenen Worten verständigt hatte, weil sich die Gäste nicht mehr sicher fühlten. Ähnlich war es zuvor schon dem Unparteiischen ergangen. Der Schiedsrichter sei, nachdem er die Rote Karte gezückt hatte, von dem vom Feld gestellten Spieler bedroht worden, sagt Oelmayer. Mitspieler von Türkgücü hätten ihn zurückgehalten. Als es kurz darauf zu den Tumulten am Spielfeldrand kam, entschied sich der Schiedsrichter dazu, die Partie vorzeitig zu beenden. „Aufgrund der beiden Vorfälle hat er das Spiel abgebrochen“, zitiert der Schiedsrichterobmann den Unparteiischen. Näheres zu den Tumulten habe er nicht sagen können, weil er sich nach dem Platzverweis in seine Kabine zurückzog.

Enttäuscht über den VfL

Gegenüber der Polizei schilderten Augenzeugen den aus dem Ruder gelaufenen Fußballnachmittag – sofern sie noch vor Ort waren. Die Türkgücü-Verantwortlichen sprachen davon, dass sich der junge Zuschauer, der am Spielfeldrand aggressiv in Erscheinung getreten sei, aus dem Staub gemacht habe. Vom Verhalten der Munderkinger war man bei Türkgücü enttäuscht. Die Ehinger, die sich zu Unrecht an den Pranger gestellt fühlen, werfen dem Gastgeber vor, die auf dem Boden verstreuten Scherben der Flasche und den Flaschenstumpf vor Eintreffen der Polizei beseitigt und zudem unwahre Angaben gegenüber den Polizisten gemacht zu haben.

Die Beamten (erst zwei, später vier) waren am Sonntagnachmittag angeblich rund eineinhalb Stunden auf dem Fußballplatz und sprachen mit etlichen Anwesenden. Ein fertiges Bild von den Ereignissen am Rande des Fußballspiels ergab sich bisher offenbar nicht. „Was genau vorgefallen ist, muss die Polizei noch ermitteln“, schreibt das Polizeipräsidium Ulm in einer am Montag verschickten Pressemitteilung (siehe Mitteilung im Wortlaut).

Der Fall wird außerdem das Schiedsgericht des Fußballbezirks beschäftigen. Am grünen Tisch ist das abgebrochene Spiel noch im Gange.

Zu den Vorfällen beim Kreisliga-Spiel zwischen Munderkingen und Türkgücü Ehingen hat das Polizeipräsidium Ulm am Montag eine Pressemitteilung verschickt. Dem Schreiben zugrunde lagen die Befragungen der Polizeibeamten am Sonntag im Donaustadion. Nachfolgend die Pressemitteilung im Wortlauf.

„Gegen 16.15 Uhr stritten zwei Fußballspieler verschiedener Parteien auf dem Spielfeld des Donaustadions. Sie befanden sich mitten im Spiel. Ein Dritter wollte den Streit schlichten. Damit zeigte sich der Spieler der Ehinger Mannschaft nicht einverstanden. Er brachte den 23-Jährigen zu Fall. Deshalb zeigte der Schiedsrichter dem 30-Jährigen die Rote Karte. Beim Verlassen des Spielfelds kam es zum Streit mit einem Zuschauer. Dies wiederum lockte die Zuschauer vom Spielfeld weg zu dem neuen Ort des Geschehens. Die Besucher versammelten sich um die beiden Aggressoren und mischten sich verbal in die Streitigkeiten zwischen dem 30- und dem 18-Jährigen ein. Was genau vorgefallen ist, muss die Polizei noch ermitteln. Die Polizei war mit zwei Streifenwagen am Donaustadion. Der Schiedsrichter entschied sich aus Sicherheitsgründen letztlich dazu, das Spiel abzubrechen.“ (sz)

 

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