TTF gewinnen trotz wackligen Auftakts

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Stefan Fegerl gewann sein Spiel.
Stefan Fegerl gewann sein Spiel. (Foto: Archiv Volker Strohmaier)
Schwäbische Zeitung

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC Schwalbe Bergneustadt 3:1

Hugo Calderano – Paul Drinkhall 2:3 (7:11, 7:11, 12:10, 11:9, 7:11)

Stefan Fegerl – Benedikt Duda 3:1 (10:12, 11:9, 13:11, 11:5)

Jakub Dyjas – Vladimir Sidorenko 3:1 (11:9, 11:8, 9:11, 11:5)

Hugo Calderano – Benedikt Duda 3:0 (11:5, 11:6, 11:6)

Ehingen ist ein gutes Pflaster für die TTF Liebherr Ochsenhausen – am Sonntag wurde bereits das vierte Pflichtspiel dieser Saison am Ausweich-Spielort des „zu Hause“ noch verlustpunktfreien Vizemeisters gewonnen. Dreimal Bundesliga, einmal Pokal – und die Heimsiege wurden fast ausschließlich gegen hochkarätige Gegner erzielt.

So auch gegen den als Tabellendritten angereisten TTC Schwalbe Bergneustadt, der topmotiviert war, hatte er doch am Vorabend klar und deutlich mit 3:0 beim Ligarivalen Bad Königshofen gewonnen und sich somit die Teilnahme am Pokal-Viertelfinale gesichert. Zudem hatte die Truppe aus dem Bergischen Land den TTF schon oft enge Matches geliefert – diesmal peilte man endlich einen Auswärtssieg in Oberschwaben an.

Und der Auftakt verlief tatsächlich so, dass Pessimisten das Schlimmste befürchteten. Hugo Calderano bekam nämlich anfänglich gegen den Engländer Paul Drinkhall kein Bein auf den Boden. „Hugo musste sich erst ins Match reinbeißen, seine Wettkampfpause war zu lang, schließlich hatte er keine EM wie die anderen Spieler“, so die Analyse des TTF-Präsidenten Kristian Pejniovic. „Er war zunächst zweieinhalb Sätze gar nicht im Spiel und musste immer hinterher rennen. Dann kam er auf und schaffte es in den Entscheidungssatz, doch es reichte nicht zum Sieg.“

Manche sahen den Gastgeber schon mit 0:2 zurückliegen, da das Match zwischen Stefan Fegerl und Benedikt Duda auf dem Plan stand und der Bergneustädter zuletzt überall groß aufgetrumpft hatte und in Liga und Pokal noch ungeschlagen war. Doch die Umstände schienen den routinierten TTF-Österreicher sogar zu beflügeln. „Es war das bisher beste Spiel von Stefan in dieser Saison, er hätte sogar 3:0 gewinnen können“, lobte Pejinovic den Neuzugang aus der Alpenrepublik. Fegerl verlor zwar den ersten Durchgang in der Verlängerung, kam dann aber immer besser ins Spiel, sicherte sich die folgenden drei Sätze und egalisierte für sein Team. Die Gäste hatten Alvaro Robles, jahrelang in der Ochsenhausener Trainingsgruppe, nicht für das Einzel nominiert – der Spanier war lediglich für das Doppel eingeplant, was sich dann aber erübrigte. So kam das 16-jährige russische Toptalent Vladimir Sidorenko, Nummer vier der „Schwalben“, zu seinem zweiten TTBL-Einsatz. Und der Student des Liebherr Masters College ließ gegen Jakub Dyjas sein Können aufblitzen und agierte drei Sätze lang fast auf Augenhöhe, um schließlich im vierten Durchgang dann recht deutlich in die Schranken gewiesen zu werden. Mit 2:1 führten die TTF nun – und die hatten noch einen Hugo Calderano, der bereits mit den Hufen scharrte und sich für seine Auftaktniederlage rehabilitieren wollte.

Und der Brasilianer war nun „drin“ und voll auf Betriebstemperatur. Was er mit Benedikt Duda im Duell der Spitzenspieler machte, war mehr als sehenswert. 5:11, 6:11, 6:11 – so deutlich hatte der deutsche Nationalspieler schon lange nicht mehr verloren, nicht einmal gegen die Top-Chinesen auf der World Tour. „Hugo war in seinem zweiten Einzel richtig gut“, lobte Pejinovic.

Nach gut zweidreiviertel Stunden war der umjubelte Heimsieg eingetütet, mit dem die TTF ihren zweiten Tabellenplatz und ihre Position als Düsseldorf-Jäger Nummer eins untermauerten. „Ich bin zufrieden mit dem Resultat und den beiden Punkten, auch wenn nicht alles rund lief und gerade am Anfang einige Schwierigkeiten zu überwinden waren“, sagte Cheftrainer Dmitrij Mazunov. „Jeder hat einen Punkt zum Sieg beigetragen, somit hat die Mannschaftsleistung gestimmt und wir haben hochverdient gewonnen.“ „Insgesamt war das eine solide Darbietung unserer Jungs“, bilanzierte Kristian Pejinovic. „Nicht alle waren gleich frisch, aber alle waren gut konzentriert. Bergneustadt hat sich gut verkauft, aber wir sind „zu Hause“ weiter ungeschlagen.“

Erfreulich: Die Zuschauer in Ehingen werden immer mehr, Tischtennis scheint sich in der Sportstadt gerade als Marke zu etablieren – diesmal strömten trotz des herrlichen Altweibersommers fast 600 Menschen in die Sporthalle des Johann-Vanotti-Gymnasiums. In 14 Tagen geht es weiter – die TTF sind kommendes Wochenende spielfrei – mit dem Heimspiel gegen den Traditionsklub TTC Zugbrücke Grenzau, der mit 2:6 Punkten auf Tabellenplatz neun steht. Diese Partie sollte Calderano und Co. eigentlich den nächsten Heimsieg bescheren.

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC Schwalbe Bergneustadt 3:1

Hugo Calderano – Paul Drinkhall 2:3 (7:11, 7:11, 12:10, 11:9, 7:11)

Stefan Fegerl – Benedikt Duda 3:1 (10:12, 11:9, 13:11, 11:5)

Jakub Dyjas – Vladimir Sidorenko 3:1 (11:9, 11:8, 9:11, 11:5)

Hugo Calderano – Benedikt Duda 3:0 (11:5, 11:6, 11:6)

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