Tourismus spült 50 Millionen nach Ehingen

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Die Innenstadt Ehingens soll sich verändern.
Die Innenstadt Ehingens soll sich verändern. (Foto: Archiv Daniel Hink)
Leiter Lokalredaktion Ehingen

Nach vier Jahren hat Rolf Koch vom Ehinger Stadtmarketing am Donnerstagabend in rund zwei Stunden samt Fragerunde den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Tourismus und Stadtmarketing aufgezeigt. Nach Kochs Berechnungen spült der Tourismus jährlich rund 50 Millionen Euro nach Ehingen. Zudem soll die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt enorm verbessert werden.

Die Innenstadt befindet sich in einem Überlebenskampf. Und das betrifft sehr viele Städte.

Rolf Koch vom Ehinger Stadtmarketing

„Es geht um das Vermarkten eines Produktes. Und unser Produkt ist Ehingen“, machte Koch eingangs seiner Präsentation deutlich. Beim Thema Innenstadt erklärte Koch, dass die Inszenierung des Erlebnisraumes Innenstadt gemacht werden müsse. „Die Innenstadt befindet sich in einem Überlebenskampf. Und das betrifft sehr viele Städte. Nur die Städte werden auf dem Markt eine Chance haben, die sich vom Internethandel abheben, indem sie die Innenstadt erlebbarer machen“, sagte Koch und erklärte: „Dazu braucht es die Verknüpfung zwischen Einzelhandel, Gastronomie, Tourismus, Bierkulturstadt und Verwaltung.“

Bierkulturstadt ist Ehingens DNA

Die Bierkulturstadt bezeichnete Koch indes als DNA Ehingens, zur Verbesserung der Innenstadtqualität schlug er Dinge wie eine ganzjährige Lichtkonzeption und das Thema Wasser vor, das in Ehingen durch die Schmiech und Donau zumindest indirekt vorgegeben sei. „Die Stadt, also Sie als Gemeinderat, können die Rahmenbedingungen schaffen. Wir brauchen auch innovative Sitzgelegenheiten in der Innensatdt“, sagt Koch, der bereits mit den Ehinger Händlern an einer Konzeption arbeitet.

Wenn ich im Ausland bin und mich jemand fragt, woher ich komme, sage ich aus der Bierkulturstadt. Das löst sofort ein Aha aus.

Rolf Koch vom Ehinger Stadtmarketing

In Sachen Tourismus setzt Koch klar auf die Kernmarke Ehingens, die Bierkulturstadt. „Wenn ich im Ausland bin und mich jemand fragt, woher ich komme, sage ich aus der Bierkulturstadt. Das löst sofort ein Aha aus“, betonte Koch, der den touristischen Erfolg Ehingens mit einer Entscheidung des Gemeinderates aus dem Jahr 1999 begründete. „Damals war Ehingen touristisch ein weißes Blatt und hat nicht stattgefunden. Als sich der Rat damals für ein Stadtmarketing entschieden hat, war das der Startschuss für etwas, das seinesgleichen sucht“, so Koch, der im Jahr 2000 das Stadtmarketing übernommen hat.

Anhand von Zahlen belegte Koch in seinem Vortrag die touristische Entwicklung der Großen Kreisstadt. Waren es im Jahr 1990 noch 26.310 Übernachtungen und im Jahr 1998 nur 26.358 Übernachtungen, sei man im Jahr 2018 bei mehr als 100.000 Übernachtungen angekommen.

217.000 sogenannte Sofagäste

75.000 Gäste waren in Hotels mit mehr als zehn Betten, 26.000 Gäste waren in den Hotels mit weniger als zehn Betten. Im Jahr 2018 seien zudem insgesamt 1,4 Millionen Tagesgäste in Ehingen gewesen, hinzu kommen rund 217.000 sogenannte Sofagäste, sprich Menschen, die in Ehingen privat übernachten.

„Rechnet man im Schnitt zusammen, was die Gäste in Ehingen für die Übernachtungen und Essen und Getränke ausgeben, kommen wir auf rund 50 Millionen Euro an touristischem Umsatz pro Jahr in Ehingen. Herausgerechnet bleiben davon rund 814.000 Euro an Steuern im Stadtsäckel hängen“, vermittelte Koch den Stadträten.

Eine Trennung zwischen Geschäftsreisenden und klassischen Touristen sei laut Koch indes nicht komplett möglich, im August 2018 haben aber 7825 Menschen in Ehingen übernachtet – was für den Tourismus spreche.

Die Region ist ein Erlebnis. Da müssen wir geschlossen auftreten.

Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann

Für Stadtrat Peter Groß war es wichtig zu betonen, dass nicht nur die Bierkulturstadt, sondern auch das Biosphärengebiet auf der Alb ein Pfund sei, mit dem man wuchern könne und müsse. Ebenso – und das betonte Koch – seien die Zertifizierungen der Rad- und Wanderwege wichtig. „Gerade der Donauradwanderweg ist sehr beliebt“, sagte Koch.

Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann sieht in Sachen Tourismus zudem die Region als eine Einheit. „Die Region ist ein Erlebnis. Da müssen wir geschlossen auftreten“, betonte das Ehinger Stadtoberhaupt.

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