Tonnenschwerer Altar ist angekommen

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Die Pfarrkirche St. Martinus wird am Sonntag, 14. Oktober, mit einer Altarweihe festlich wiedereröffnet. Die Feierlichkeiten beginnen um 16 Uhr, Weihbischof Matthäus Karrer wird kommen. Im Anschluss an den Gottesdienst klingt die Feier mit einem Stehempfang im Bischof-Sproll-Gemeindehaus aus.

Es war ein ganz besonderer Moment, als am Donnerstag der lang ersehnte neue Altar sowie ein neuer Ambo bei der Pfarrkirche St. Martinus in Kirchen eingetroffen sind. Nach mehrmonatiger Umgestaltung des Chorraums war es eine Freude für die Mitglieder der Kirchengemeinde, für Pfarrer Harald Gehrig wie auch für den Künstler Rudolf Kurz, den neuen Altar endlich an seinem Bestimmungsort zu sehen.


 Der zweieinhalb Tonnen schwere Altar wird zu seinem Bestimmungsort gebracht.
Der zweieinhalb Tonnen schwere Altar wird zu seinem Bestimmungsort gebracht. (Foto: dtp)

Auf einem Lastwagen wurden die aus Marmor gestalteten Stücke angeliefert und von der Firma Karl Mietz mit einem Kran heruntergelassen. „Der Altar ist zweieinhalb Tonnen schwer, der Ambo ungefähr 600 Kilogramm“, sagt Bildhauer Rudolf Kurz aus Ellwangen. Altar und Ambo seien aus einem Block gefertigt, von einem Steinbruch in Norditalien. Palissandro Classico heiße der Marmor, der schlicht, weich und durch seine teilweise hellbraune Marmorierung edel wirkt. Diese Farbigkeit sei ganz selten, sagt der Künstler.

Kirche war mehrere Monate geschlossen

Seit Anfang Mai war die Kirche in Kirchen geschlossen, weil der Chorraum umgestaltet wurde. Vor dem Altar gab es Kinderbänke, die seit gut 20 Jahren nicht mehr genutzt wurden, erklärt Pfarrer Harald Gehrig, erst dahinter ging es die Stufen zum Altar hoch. „Zur Gemeinde hat man da gefühlt einen großen Abstand gehabt“, sagt Gehrig. Jetzt wurden die Kinderbänke entfernt, die Stufen Richtung Kirchenschiff verlegt und Altar und Ambo rücken ebenfalls Richtung Gemeinde. Beide waren vorher aus Holz, jetzt sind sie aus festem Stein.

Aus der Luft wurde der Altar an seinen Platz gestellt.
Aus der Luft wurde der Altar an seinen Platz gestellt. (Foto: SZ- dtp)

Teppiche wurden am Donnerstag durch die Kirche gelegt, darauf Holzbretter. Über diese wurden der Altar und der Ambo auf einem Wagen des Künstlers gefahren. Dann kam der spannendste Teil: Ein Metallgestell wurde aufgestellt, daran wurde ein Flaschenzug befestigt. Der Altar wurde gut eingepackt, dann beförderten die Helfer den zweieinhalb Tonnen schweren Tisch in die Luft. Der Boden des Chorraums musste in den vergangenen Wochen extra neu betoniert werden, damit er das Gewicht des Altars überhaupt aushält. Im Boden waren schon die Standorte für Altar und Ambo vorgegeben, Marmorplatten waren dafür bereits verlegt. Nun galt es, den Altar haargenau darauf abzusetzen. Dafür durfte er nicht zu schräg hängen. Er sollte gleichmäßig aufkommen, damit die Kanten nicht beschädigt werden. Ebenfalls zum Schutz wurden darunter dünne Bleiplättchen gelegt. Es dauerte, aber alles ging gut.

Gegen drei andere Entwürfe durchgesetzt

Künstler und Pfarrer waren angetan vom Anblick. Rudolf Kurz hatte sogar die Modelle zu Altar und Ambo zum Vergleich mitgebracht. Vier Künstler hatten einen Entwurf gemacht, in Rottenburg und im Kirchengemeinderat hat man sich im Sommer vergangenen Jahres schließlich für den Entwurf von Rudolf Kurz entschieden.

Altar und Ambo weisen an der Vorderseite zarte Rillen auf, die mit der Säge gestaltet wurden. Diese Linien würden den Eindruck von Dreidimensionalität erwecken, erklärt der Künstler. Auf der Rückseite des Pults ist eine Bücherablage in den Stein gearbeitet, durch einen Fuß ist ein Loch für ein Kabel gebohrt. Auf dem Altar erkennt man zart die fünf Weihekreuze. „Solche Dinge kann man nur mit Liebe machen, sonst geht gar nix“, sagt Kurz, der auch schon Kirchen in der Bretagne und in Rom gestaltet hat, genauso wie den Altar in der Ehinger Liebfrauenkirche.

Die Pfarrkirche St. Martinus wird am Sonntag, 14. Oktober, mit einer Altarweihe festlich wiedereröffnet. Die Feierlichkeiten beginnen um 16 Uhr, Weihbischof Matthäus Karrer wird kommen. Im Anschluss an den Gottesdienst klingt die Feier mit einem Stehempfang im Bischof-Sproll-Gemeindehaus aus.

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