Tierlehrer verrät das Geheimnis seiner Arbeit

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Tierlehrer spricht übers Zirkusleben
Jochen Träger-Krenzola ist Tierlehrer beim Zirkus Charles Knie, der in Ehingen gastiert. Er erzählt, was das Zirkusleben für ihn ausmacht.
Schwäbische Zeitung

Der Zirkus Charles Knie ist in Ehingen angekommen. Am Sonntagnachmittag sind die Artisten und Tiere noch in Böblingen aufgetreten, am selben Abend trafen sie bereits am Ehinger Volksfestplatz ein. Für Tierlehrer Jochen Träger-Krenzola hat das Zirkusleben gerade durch das Reisen seinen besonderen Reiz. Schon als Kind liebte er es, Tiere lange zu beobachten. Und das ist auch heute noch sein Geheimnis, um aus Tieren echte Stars zu machen, verrät er.

Am Montagvormittag sind noch nicht alle Fahrzeuge in Ehingen angekommen. Das Zirkuszelt ist aber bereits aufgebaut, Helfer laden Stangen aus den Lastwagen, die Stühle sind bereits aufgetürmt. Auf der Wiese nebenan rennen die Tiere des Zirkus’ über die Wiese. Mittendrin: Tierlehrer Träger-Krenzola.

„Ich hatte schon als Kind Wellensittiche, Enten, Zebrafinken, Meerschweinchen – was man sich als Kind so leisten kann, wenn es die Eltern nicht wollen“, erzählt er. Heute bringt er Hund und Katze zusammen, Fuchs und Gans. Für seine Dressuren wurde er schon mehrfach ausgezeichnet.

Während er von seiner Arbeit erzählt, schwimmen die Enten auf dem Volksfestplatz in einem Wasserbecken, Laufenten suchen auf der Wiese nach Würmern. „Es gibt schlaue und dumme Tiere“, sagt der Tierlehrer. Beide könnten einen perfekten Job machen, das liege im Auge des Betrachters – jedes Tier sei wertvoll. „Das Dusselchen, das hinter der Gruppe herläuft, ist liebenswert bis zum Gehtnichtmehr“, sagt der 51-Jährige, dem der Spaß an seiner Arbeit anzumerken ist.

Jedes Tier hat seinen Charakter

Im Zusammensein mit den Tieren würden sich bei jedem Verhaltensmuster, Charaktereigenschaften herauskristallisieren, erklärt Träger-Krenzola. Es gehe als Tierlehrer nicht darum, vom Tier Dinge zu verlangen, die es eh nicht kann, sondern durch aufmerksames Beobachten die die je ganz eigenen Charaktereigenschaften zu erkennen. „In der Manege werden die dann vorgestellt, das funktioniert absolut klasse.“ Übrigens, erklärt der Tierlehrer, habe es immer einen Grund, wenn ein Tier etwas macht. „Freizeitverhalten gibt es nicht.“

Am Zirkusleben schätzt der 51-Jährige das Multikulturelle, das Beisammensein mit vielen verschiedenen Menschen und auch das Umherreisen. Allerdings gebe es dadurch nie Feierabend. Doch der Auftritt und die Anerkennung für die eigene Arbeit in der Manege, das löse jede Menge Glücksgefühle aus.

Nach der Schule wollte Träger-Krenzola eigentlich zum Zoo, machte dann aber erst einmal eine Schlosserlehre und wechselte dann zum Staatszirkus in der DDR, erst einmal als Requisiteur, dann endlich als Tierpfleger und schließlich als Lehrer.

Mit seinen Enten, Hühnern, Ziegen, Hunden, Schweinen und mehr wird er am Dienstag und Mittwoch bei den drei Vorstellungen des Zirkus Charles Knie in Ehingen zu sehen sein. Zusammen mit Schlauchen und Dusselchen.

Karten für die Zirkus-Vorstellungen in Ehingen gibt es bei der Geschäftsstelle der „Schwäbischen Zeitung“ am Marktplatz.

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