Tester nehmen Restaurants unter die Lupe

Lesedauer: 5 Min

Auch die Küche im Adler bekommt viel Lob im Restaurantführer.
Auch die Küche im Adler bekommt viel Lob im Restaurantführer. (Foto: Archiv: Nothacker)
Schwäbische Zeitung

In der 16. Ausgabe des Restaurantführers für Ulm, Neu-Ulm und Umgebung aus dem KSM-Verlag sind auch Küchen aus Ehingen und Umgebung zu finden. Die Kritiker ließen sich von ihnen begeistern, waren teilweise aber auch ganz schön streng. Das Trüffel in Erbach schaffte es in die Top Ten. Auf den ersten Platz hat sich das Ulmer Lago zurückgekämpft. Insgesamt wurden 108 Speiselokale von den Testern ausführlich bewertet.

Das Trüffel in Erbach sei „zum Vernaschen gut“, heißt es. „Helmut Hansmeier ist ein Künstler, der jeden Teller zur Bühne macht.“ Die Küche schaffe es, bodenständige Zutaten mit Spitzenprodukten in Szene zusetzen. Hansmeier koche modern, zeige aber auch seine Liebe „zu kräftigen Großmuttergerichten“. Das reicht für viereinhalb von fünf Spitzen mit Ausrufezeichen und den zehnten Platz im Großraum Ulm. Mit guten Platzierungen kennt sich Hansmeier aus: Ein Jahr zuvor belegte er den neunten Platz, erklärt er, die guten Ergebnisse „spornen immer wieder an. Man versucht immer wieder, vorne mit dabei zu sein.“

Viereinhalb Spitzen erhält auch der Gasthof Knupfer in Dettingen. Die Gastgeber Tamara und Bernhard Knupfer werden für ihre „ambitionierte Tafelkultur“ und „handwerkliche Solidität“ gelobt. Positiv fielen den Testern auch die regionalen Produkte und das Gemüse aus dem eigenen Garten auf. Allerdings gebe es eher wenig Fisch und der Ideenreichtum könnte noch ausgebaut werden, schreiben die Tester.

Das Hotel-Restaurant Adler in Ehingen wird für seinen herzlichen Service im Familienbetrieb gelobt. Selbst bei vollbesetztem Haus zeige die Küche keinerlei Schwächen und es werde schnell serviert. Das Restaurant erhält viereinhalb Spitzen. Die Gerichte im Adler hätten „euro-asiatischen Schwung“, urteilen die Restauranttester. Sie empfehlen,, noch mehr Avantgardismus und Exotismus zu wagen.

Die Berg Brauereiwirtschaft erhält im mittleren Segment drei Spitzen. Herausgehoben wird die „holzvertäfelte Gemütlichkeit“ und die „Ruhe und Kraft des Ortes“. Die Speisekarte biete Deftig-traditionelles mit kreativen Ansätzen. Dass das Eis beim Nachtisch auf der Karamellkruste serviert wurde, finden die Tester „schade“. Das vegetarische Angebot wird mit einer von fünf Möhrchen bewertet.

Zweieinhalb Spitzen mit Ausrufezeichen gibt es für den Gasthof zum Ochsen in Ehingen. „Die Küche nimmt sich viel vor, bietet viel an, bleibt aber auch mal hinter den erzeugten Erwartungen zurück“, heißt es. Neben einem „kulinarischen Feuerwerk“ und „einer wunderbar fruchtigen Soße aus Balsamico, Honig und Orangen“, erwähnen die Kritiker auch Champignons, die ihnen wohl weniger gut geschmeckt haben und die sie mit „Metalldosen“ in Verbindung bringen. „Das war top frische Ware“, sagt Ochsen-Chef Hans-Peter Huber auf Nachfrage. „Wir kaufen frische Champignons aus der Region.“ Jede Bewertung sei subjektiv, betont er. Ein objektives Urteil sei auch gar nicht möglich. „Der Eindruck soll für uns dennoch ein Ansporn sein, noch besser zu werden.“

Dass die Bewahrung von Tradition nicht altbacken sein muss, beweise der Landgasthof zur Rose in Berg, schreiben die Tester. Die Symbiose von Tradition und Moderne zeige sich sowohl bei den Gerichten wie auch beim Ambiente. Positiv hervorgehoben werden auch die verwendeten regionalen Produkte. Insgesamt vergeben die Kritiker dafür dreieinhalb Spitzen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen