Tausende strömen auf die Ehinger Kirbe

Lesedauer: 7 Min
Der Rathauschef gab den Takt bei der Stadtkapelle an.
Der Rathauschef gab den Takt bei der Stadtkapelle an. (Foto: SZ- Barbara Körner)
Barbara Körner

„Wenn wir das Wetter hätten bestellen können, es hätte nicht besser sein können,“ sagte Oberbürgermeister Alexander Baumann bei der Eröffnung der 42. Ehinger Kirbe.

War es schon am Nachmittag voll gewesen, so drängten sich am Abend Tausende durch die Gassen zwischen den Buden der 53 Vereine. Vom Baby im Kinderwagen bis zum Senior mit Rollator, ganz Ehingen schien unterwegs.

Überall gab es leckeres Essen vom Spanferkel bis zur Wäs und Steckerlfisch – bei den Sportvereinen, bei den Narrenzünften, den Kroaten, Serben und Italienern. Wenn je ein Sitzplatz frei wurde, schnell schob der nächste Kirbebesucher nach. Einen Narrenteller servierten Hexen und Kügele, dazu gab es im Hof vom Amtsgericht fetzige Livemusik. Und irgendwo fand sich sogar ein freies Plätzchen für Tanzlustige.

Damit bei all dem Gewusel die Sicherheit nicht zu kurz kam, hatte man die Zugänge abgeriegelt, Polizei und Securtity waren unauffällig überall präsent. „Wir sind mit 16 Männern hier“, sagte Alexander Hirsch von Trust Security am Eingang der Dämonengrotte. Die musste sich dieses Jahr einen neuen Platz suchen und fand ein Provisorium auf dem alten Gelände der Donau-Iller-Bank. „Die Dämonen haben das Beste daraus gemacht“, meinte Benni aus Allmendingen lakonisch und bedauerte wie alle Dämonen, dass es der alte Platz nicht mehr verfügbar war.

Bei den Fußballern der TSG gab es wie immer die schärfsten Drinks und die hübschesten Mädchen. „Fußballer sind eben immer nett“, fand Claudia Szimstick und orderte für ihre Mädels Hugo.

Im Saloon der SF Kirchen - eine gut aufgelegte Barmannschaft und bestens gelaunte Gäste. Bei den Bütteln feierte der FC Schmiechtal seinen Sieg über Ehingen II, der Aperol Sprizz floss hier in Strömen. Büttelchef Joachim Schmucker wedelte mit dem Geschirrhandtuch und meinte „ich spüle wie ein Weltmeister“.

„I can`t give you anything but love“ spielte dazu die Jazzband 47 auf der großen Bühne und scharte die Jazzfreunde zu ihren Füßen.

Die hatten sich vorher beim Radsportclub Phoenix mit Wein versorgt, dort wie überall am Ausschank dichtes Gedränge, „wir halten noch mehr aus“ lachte Hugo Frech“.

Musikalisch eingeleitet in die 42. Ehinger Kirbe hatte traditionell die Stadtkapelle am Nachmittag. Wie üblich übernahm Oberbürgermeister Baumann von Dirigent Frank Zacher den Taktstock und dirigierte den Deutschmeisterregimentsmarsch zur Eröffnung. Zu seinen Füßen saß der Gemeinderat und sparte wie die neun Gäste aus Ehingens Partnerstadt Esztergom nicht mit Beifall. Von Eva Szoda gab es eine Flasche Kräuterschnaps für den OB.

Wer Fragen an ihn hatte, Kirbebesucher hatten hier die Gelegenheit zu einem Gespräch. Prächtig amüsiert haben sich Gäste aus Köln Käthe Wingens und ihr Mann die beim Sohn in Munderkingen zu Besuch waren. „Wir sind das erste Mal auf der Kirbe, gefällt uns richtig gut“ sagten die Kölner anerkennend.

Mit weißer Schürze und OP-Mütze ausgestattet buken die Ministranten wie immer Waffeln und mussten laufend Teig aus dem Marienheim nachholen.

Mit einer Ausstellung von Waldtieren begeisterten die Ehinger Jäger vor allem die Kinder, Fuchs, Dachs, Reh und Hase waren bei ihrem Stand aufmarschiert. „Wir wollen so das Interesse der Jugend am Wald zu wecken“, sagte Matthias Frey und hielt Maitah und Eva ein Fuchsfell zum Streicheln hin. Wie üblich hatten die Jäger für das Rehgulasch, auf das sich viele hungrige Besucher schon freuten, neun Rehe geschossen.

Die Gulaschsuppe des Partnerschaftsvereins Ehingen-Esztergom ist ebenso ein Kirbe Klassiker, wie die Schwanenhälse der Frauen vom Förderverein Leichtathletik der TSG.

Die Skizunft machte mit einem Parcours und Wave- Boards Werbung für ihr Rennteam. „Es dürften gern mehr junge Rennläufer zu uns kommen“, erklärte Andrea Oftenwanger.

Die allerkleinsten Kirbebesucher drehten derweil laut jauchzend im Karussell der CDU ihre Runden.

Um die Showbühne der Kirbe immer dichtes Gedränge, an beiden Tagen hatten die Tanzgruppen der SG Griesingen, die „Locapt“, die „Happy Feet“ und die Smiley Dancers mit ihren Tänzen Spektakuläres im Programm, ebenso die Tanzgruppen vom Tanzstudio Sabine Raasch. Spektakulär auch die Taekwondo Kämpfer aus Kirchen. Die Schalmeien der Dämonen mischten die ganze Kirbe nochmal ordentlich auf. Seit 15 Jahren erstmals wieder dabei die Ehingen-Donau-Pipe-Band mit ihren Trommeln und Dudelsäcken. In Marschordnung kamen sie auf die Bühne und spielten schottische Klassiker wie „Highland Cathedral“ und „Scotland, the brave Wings“.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen