Stuttgarter Kammerorchester spielt zum Abschluss des Musiksommers

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Klassische Musik beim Musiksommer: Pianistin Katharina Schlenker begleitete das Orchester.
Klassische Musik beim Musiksommer: Pianistin Katharina Schlenker begleitete das Orchester. (Foto: SZ- hog)
Friedrich Hog

Das renommierte Stuttgarter Kammerorchester hatte am Sonntag das Vergnügen, in der Lindenhalle zum Abschluss des Musiksommers 2019 ein Konzert mit Werken von Nordgren, Mozart und Grieg zu spielen. Die Leitung hatte die Violinistin und Konzertmeisterin Susanne von Gutzeit.

Das Stuttgarter Kammerorchester begeistert seit über 70 Jahren durch seine Verbindung von Tradition und Entdeckergeist. Auftritte in Stuttgart, ganz Baden-Württemberg und vielen Ländern der Erde stehen regelmäßig auf der Agenda. Für ihr Konzert zum Abschluss des Musiksommers in Ehingen haben sich die 17 Akteure ein abwechslungsreiches Programm einfallen lassen, Konzertmeisterin Susanne von Gutzeit spielte in der Lindenhalle selbst die erste Violine.

Zunächst erklangen zeitgenössische Töne aus der Feder des finnischen Komponisten Pehr Henrik Nordgren (1944-2008). „Pelimannimuotokuvia – Portraits of Country Fiddlers“ für Streichorchester op. 26“ von 1976 stand auf dem Programm. Wie der Name des Werkes erahnen lässt, wurden die Violinen, Violas und Cellos nicht authentisch wie Fiddles gespielt, sondern als Streicher. Das bedeutet, der Geiger beschränkt sich jeweils auf eine Seite seines Instruments, was für europäische Musik in der Regel ausreichend ist.

Die einzelnen Stücke hießen „The Plucker“, „The Thinker“, „The Old Man’s Minuet“ und „The Fiddler’s Favorite Tune“. Der Spaß am Fiddeln und am wilden Feiern war spürbar, wenngleich der Funke bei einem authentischen Barndance oder in einem irischen Pub in ganz anderer Weise auf das Publikum überspringt. Dort werden die Stücke von Herzen und keineswegs weniger virtuos gespielt, hier hatte man die akademisch ausgereifte Version genießen können.

Fröhliche Musik an einem warmen Sommerabend

Von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) erklang das Konzert für Klavier und Orchester C-Dur KV 415 Allegro, Andante und Rondeau: Allegro. Am Klavier wurden die Streicher bei diesem Werk begleitet von Katharina Schlenker. Geschrieben hatte Mozart das Konzert nach seinem Wechsel von Salzburg nach Wien, wo er die Enge Salzburgs und den strengen Hof des Erzbischofs spürbar hinter sich gelassen hatte. Freundlich und fröhlich kam die Musik daher, und aus den vielen in der Wiener Zeit entstandenen Klavierkonzerten war dies für den warmen Sommerabend in Ehingen ein absolut passendes.

Nach der Pause folgte noch das Streichquartett g-Moll op. 27 des norwegischen Pianisten und Komponisten Edvard Grieg (1843-1907). Grieg entstammt der Zeit der Romantik, entsprechend innig, ja teilweise düster konnte seine Musik sein. Durch einige voll klingende Passagen wurde beim in Ehingen vorgetragenen Werk aber der sommerliche Charakter des Abends nicht tangiert.

„Un poco andante – Allegro molto ed agitato“, „Romanze: Andantino – Allegro agitato“, „Intermezzo: Allegro molto marcato – Piú vivo e scherzando“ und „Finale: Lento – Presto al Saltarello“ ließen das mit knapp 100 Gästen nicht ganz so große Publikum in der Lindenhalle doch erfreut Beifall spenden.

Als Belohnung spielte das Orchester noch den Kuhreigen und den Bauerntanz, ebenfalls aus der Feder von Edvard Grieg.

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