Steeples scheitern an bester Abwehr der Liga

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 Die Steeples (grünes Trikot, links Tanner Leissner, daneben Dominique Uhl) hatten ihre Probleme gegen die gut verteidigenden He
Die Steeples (grünes Trikot, links Tanner Leissner, daneben Dominique Uhl) hatten ihre Probleme gegen die gut verteidigenden Heidelberger um Philipp Heyden (Mitte). (Foto: Alfred Gerold)
Sven Koukal

Das Team Ehingen Urspring ist mit einer Niederlage in die Play-off-Viertelfinalserie gestartet: Trotz einer couragierten Leistungen gegen die MLP Academics Heidelberg reichte es am Ende des ersten Spiels der Best of 5-Serie nur für ein 66:75 (35:35) aus Sicht der Gäste. Zwei Faktoren waren aus Sicht der Trainer für das Endergebnis entscheidend. Während Steeples-Coach Domenik Reinboth davon sprach, dass „die Ballverluste in der zweiten Halbzeit das Genick gebrochen haben“, legte Heidelbergs Chef Branislav Ignjatovic den Fokus auf die Verteidigung seines Teams, die in der laufenden Saison die beste der Liga ist: „Die Gäste haben uns heute vor viele Aufgaben gestellt, die wir zum Glück in der zweiten Halbzeit gut lösen konnten. Insbesondere die Defensive hat mir dort besser gefallen – wobei mir an manchen Stellen die Intensität gefehlt hat.“

Denn das „erwartet enge Spiel“ begann mit einer nervösen Anfangsphase beider Mannschaften. Die Steeples reisten zwar mit dem angeschlagenen Seger Bonifant an, doch dieser musste kurz vor dem Beginn passen. „Er hat sich warm gemacht, aber kann nach wie vor seinen Fuß nicht belasten. Die Verletzungsgefahr ist zu hoch“, erklärte Reinboth. Und so spielten die Steeples erneut in einer Siebener-Rotation. Obwohl der Beginn recht flott war, leisteten sich die beiden Viertelfinalisten in der Halle des Olympiastützpunktes in Heidelberg zahlreiche Unkonzentriertheiten. Als Resultat folgte auf die ersten Punkte der Steeples und den schnellen Ausgleich für vier Minuten lang wenig Zählbares, viele Würfe, egal ob Korbleger oder aus der Mitteldistanz, fanden nicht den Weg in den Korb.

Erst der Dreier des Gastgebers, erzielt von Dan Oppland, zum zwischenzeitlichen 7:4 durchschnitt das anfängliche Muster auf beiden Seiten. Die Teams fanden besser ins Spiel. „Play-off-Spiele haben immer eine hohe Intensität“, sagte Reinboth zur Anfangsphase. Die Steeples erkämpften sich nach sechs Punkten Rückstand noch vor der Schlusssirene des ersten Viertels die Führung (17:16).

Im zweiten Viertel machten sich die Teamaktionen der Steeples dann bezahlt: Die Passquote stieg und folglich auch die Punktezahl. Kontinuierlich baute das Team Ehingen Urspring seine Führung aus. Heidelberg hatte viele überhastete Abschlüsse, versuchte auffällig oft unter den Korb zu kommen. Doch die Verteidigung der Gäste stand über weite Strecken vor der Halbzeitpause. Denn obwohl die Führung vorübergehend zehn Zähler betrug, tankte Heidelberg zunehmend mehr Selbstvertrauen. Nach Korbleger, Freiwurf und Dreier kam es auf 24:28 heran. Auf den gelungenen Distanzwurf des Ehingers Kevin Yebo folgte prompt die Antwort von Shyron Ely, der anfangs nicht an seine Normalform herankam. „Er hat eine enorme Klasse. Um ihn komplett aus dem Spiel zu nehmen, müsste man zu viel opfern“, lobte Reinboth den erfolgreichsten Werfer der Academics (22 Punkte). Zwei Minuten vor der Halbzeit gelang ihnen der Ausgleich. Mit 35:35 ging es in die Pause. Trotz der zwischenzeitlich höchsten Führung im Spiel für die Gäste, ging das Viertel knapp mit 19:18 an Heidelberg.

Viel Energie

Die Steeples kamen mit viel Energie aus der Pause: Erst machte Kevin Yebo einen einhändigen Dunk, nur wenige Momente später tat es ihm Tanner Leissner gleich. Und doch schaffte Heidelberg es, das Spiel an sich zu reißen, drehte die Partie erneut und baute sich rasch eine Fünf-Punkte-Führung aus, die bis zum Ende des Viertels nicht mehr abreißen sollte. Näher als auf einen Punkt kamen die Steeples nicht mehr heran. Reinboth ärgerte sich über „zu einfachen Eins-null-Korbleger“ und die vielen Turnovers. Am Ende der Partie summierte sich die Zahl der Ballverluste bei den Gästen auf 15, fünf mehr als Heidelberg. Doch den Steeples-Chef ärgerte noch mehr: Weil zwei Fouls aus seiner Sicht gegen sein Team während eines Fastbreaks, also eines Tempogegenstoßes, nicht geahndet wurden, echauffierte er sich. Die Schiedsrichter sprachen deshalb ein technisches Foul aus.

Auch das Schlussviertel gehörte, wie große Teile der zweiten Hälfte, dem Gastgeber. Die Steeples machten wenig Punkte und bissen sich an der Heidelverger Verteidigung die Zähne aus. Zwar schmolz auch der Zehn-Punkte-Abstand, den sich die Gastgeber aufgebaut hatten – doch am Ende stand es 75:66 für Heidelberg. Die erste Niederlage im ersten Play-off-Spiel der Runde war für das Team Ehingen Urspring besiegelt. „Ein verdienter Sieg für Heidelberg. Über zwei Viertel hinweg haben wir aber sehr gut gespielt“, sagte Reinboth nach Spielende. „Wir müssen die kleinen Fehler abstellen und das im zweiten Spiel besser machen", fügte er hinzu.

Sein Team hätte alles gegeben, insgesamt aber sei es „schon tough“ gewesen. Insbesondere weil dem Kader zwei gute Schützen nicht zur Verfügung gestanden haben: „Uns fehlen einfach 25 Punkte, wenn Seger (Bonifant) und Tim (Hasbargen) nicht spielen.“ Um am Dienstag, 9. April, um 18.30 Uhr in der Ehinger JVG-Halle beim zweiten Aufeinandertreffen erneut eine „gute stabile Leistung“ zu präsentierte, gelte es jetzt die Fehler zu analysieren und sie zu beheben. Auch Reinboths Gegenüber betonte: „Es ist erst ein Spiel der Serie gewesen.“

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