Steeples gewinnen in Rostock durch doppelten Kraftakt

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Das Team Ehingen Urspring (weiß) setzte sich in Rostock am Ende deutlich durch.
Das Team Ehingen Urspring (weiß) setzte sich in Rostock am Ende deutlich durch. (Foto: Archiv Mas)
Sven Koukal

Die zehnstündige Autofahrt nach Rostock hat sich für das Team Ehingen Urspring rentiert: Die Steeples gewinnen am Ende deutlich mit 87:75 gegen die favorisierten Heimherren der Rostock Seawolves. „Ich bin furchtbar stolz auf die Mannschaft. Der Kampfeswille war entscheidend“, sagte ein gut gelaunter Steeples-Trainer Domenik Reinboth nach Abpfiff. Dennoch gab es in der mit fast 3700 Zuschauern gefüllten Rostocker Stadthalle eine bittere Nachricht für die Gäste.

Die erste Hiobsbotschaft ereilte das Team bereits vor der langen Reise: Small Forward Seger Bonifant musste durch eine Sprunggelenksverletzung passen. Das Team Ehingen Urspring reiste mit einer Achterrotation in die Wolfshöhle an. Von den Strapazen ließ sich das Team direkt zu Beginn nichts anmerken: Die Zuschauer erlebten einen munteren Auftakt, den die Steeples mit den ersten Punkten am Abend einläuteten. Die motivierten Teams trafen aus allen Lagen, insgesamt 53 Punkte standen nach den ersten zehn Minuten auf dem Scoreboard. Rostock wirkte unter dem Korb schläfrig, aber auch die Steeples gaben viele Bälle leichtfertig her. „Defensiv war es schwierig, offensiv lief es gut“, fasste Reinboth zusammen.

Auch Ex-Steeple Bryant spielt

Für einen krachenden Höhepunkt im ersten Viertel sorgte Seawolf Yannick Anzuluni mit einem sehenswerten Dunk zum zwischenzeitlichen 20:17. Am punktreichen Beginn beteiligte sich auch Kevin Bryant, der 2011 und 2013 mit den Steeples in der NBBL den Meistertitel holte.

Die Zonenverteidigung der Steeples zeigte über weite Strecken des zweiten Abschnitts nicht den erwünschten Effekt. Die Rostocker bauten ihre Führung auf drei Punkte aus und wussten es, das Tempo etwas aus dem Spiel zu nehmen. Ein Zeichen setzte nach mehreren, im Vergleich zum ersten Viertel, ruhigeren Minuten Stepple Daniel Monteroso mit einem mit viel Kraft in den Korb gedrückten Ball. Tim Hasbargen und Gianni Otto drehten anschließend das Spiel, die Steeples erarbeiteten sich eine Fünf-Punkte-Führung. Schon vor der Pause deutete sich an, dass die Gäste den Vorsprung nicht mehr hergeben mochte. Das Offensivfeuerwerk der Steeples, die im Schnitt den Ligahöchstwert von 85,2 Punkten spielen, zeigten das Team Ehingen Urspring auch in Rostock mit vielen Aktionen. In die Pause ging es mit dem Spielstand 46:49 aus Sicht der Rostocker.

Schock direkt nach der Pause

Tim Hasbargen knickt Anfang des dritten Viertels in einer Zweikampfsituation mit dem Fuß um, verletzt sich am Knöchel, humpelte gestützt vom Platz. Trainer Reinboth schüttelte an der Seitenlinie den Kopf. „Eine bittere Pille“, ärgerte sich der Gäste-Chef, der von einer womöglich schwerwiegenden Verletzung am Sprunggelenk spricht. Die sieben restlichen Spieler waren folglich umso mehr gefordert. Rostock nutzt die Gelegenheit und kontert mit vier schnellen Punkten, drehte die Partie zum 50:49. Die Steeples aber zeigten Moral und nutzten die vielen Ballverluste der Rostocker (insgesamt 20 Turnovers) und drehten erneut die Partie. „Der Neckbreaker, der das Spiel letztlich zu unseren Gunsten mitentschieden hat, war der Dreier von Rayshawn Simmons“, erklärte Reinboth – acht Punkte lagen die Steepls ab diesem Moment vorn.

Im Schlussviertel konnten sich die Gäste behaupten, hielten den Abstand aufrecht und gewannen am Ende verdient mit zwölf Punkten Unterschied mit 87:75. „Toll, dass die längste Tour der Saison durch den Kraftakt belohnt wurde“, sagte Reinboth im Anschluss an das Spiel. Ein Extralob sprach er Daniel Monteroso aus, der nach Tanner Leissner (22 Punkte) zweiter Topscorer der Steeples war (21). Rayshawn Simmons (15 Punkte, 10 Assists) und Kevin Yebo (19 Punkte und 11 Rebounds) erzielten jeweils ein Double Double.

„Die Kulisse war beeindruckend, vor so vielen Zuschauer spielt man nicht jeden Tag“, freute sich Reinboth und fügte hinzu: „Als die Halle gegen Ende ganz still war, wussten wir, dass wir es geschafft haben.“ Durch den Sieg rücken die Steeples noch näher an die Play-offs.

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