Steeples: Ein starkes Viertel ist zu wenig

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 Streckten sich am Ende vergebens: Die Steeples (links Dan Monteroso) verloren nach einer Aufholjagd knapp gegen Rostock.
Streckten sich am Ende vergebens: Die Steeples (links Dan Monteroso) verloren nach einer Aufholjagd knapp gegen Rostock. (Foto: SZ- mas)

Team Ehingen Urspring – Rostock Seawolves 77:80 (13:20, 18:21, 15:25, 31:14). Steeples: Monteroso (11), Bonifant (18/4 Dreier), Leissner (16), Simmons (6), Yebo (6), Uhl (12), Hasbargen (8), Otto, Strangmeyer. Erfolgreichste Rostocker Werfer: Michael Jost (11), Tony Hicks (10), Yannick Anzluni (10), Tom Alte (10).

Die Zweitliga-Basketballer des Teams Ehingen Urspring haben auch ihr zweites Spiel der neuen ProA-Saison verloren. Die Partie gegen Aufsteiger Rostock Seawolves endete 77:80. Lange hatte es nach einer deutlichen Heimpleite ausgesehen, ehe die Steeples mit einer furiosen Aufholjagd fast noch ausgeglichen hätten. Doch es reichte nicht, die Gäste nahmen die Punkte mit.

Als Chris Frazier neun Minuten vor dem Ende einen Dreier für Rostock verwandelte, schien das Spiel entschieden zu sein. 71:48 lagen die Seawolves zu diesem Zeitpunkt vorn und angesichts ihrer bis dahin abgeklärten Vorstellung deutete nichts darauf hin, dass die Gäste noch Probleme bekommen würden. Doch es zeigte sich, dass auch 23 Punkte Vorsprung im Basketball kein Ruhepolster sind. Als es fast aussichtslos war, nahm die junge Mannschaft des Teams Ehingen Urspring das Herz in die Hand und verkürzte Korb um Korb den Rückstand.

Nach einem 9:0-Lauf stand es sechseinhalb Minuten vor Schluss 57:71, dann erzielte Rostock vier Punkte zum 57:75 und wähnte sich fünf Minuten und 20 Sekunden vor Ende auf der sicheren Seite. Doch nach 14 Steeples-Punkten in Folge war der Vorsprung der Gäste auf vier Punkte zusammengeschmolzen (71:75) – und noch waren etwas mehr als zwei Minuten zu spielen. Eine kleine Ewigkeit im Basketball. Die Seawolves erzielten das 77:71, dann kamen die Steeples auf drei Punkte heran (74:77). Als Tim Hasbargen knapp eine Minute vor Ende mit einem Dreier auf 77:79 verkürzte, schien das lange Undenkbare möglich zu sein: ein erfolgreiches Ende für die Steeples. Der nächste Versuch Hasbargens aus der Nahdistanz fiel nicht in den Korb, doch nachdem Martin Bogdanov, bundesligaerfahrener Spielermacher der Seawolves, nur einen von zwei Freiwürfen verwandelt hatte, war die Verlängerung knapp acht Sekunden vor Schluss immer noch in Wurfweite. Erst als Seger Bonifant, der zuvor mit seinen Distanzwürfen zur Zuspitzung der Partie wesentlich beigetragen hatte, der Ball nach einem Pass von Rayshawn Simmons durch die Finger rutschte, platzte die Hoffung der Gastgeber.

Enttäuscht war Steeples-Trainer Domenik Reinboth – allerdings nicht nur über den knappen Ausgang des Spiels, sondern auch über seine Mannschaft, die drei Viertel lang vieles schuldig geblieben war. Es gebe nichts schönzureden, sagte Reinboth. „Die ersten drei Viertel waren katastrophal.“ Von Beginn an war sein Team einem Rückstand hinterhergelaufen. Rostock führte rasch 7:0, am Ende des ersten Viertels hieß es 20:13 für die Gäste, die im zweiten Abschnitt die Steeples auf Distanz hielten. Halbzeitstand: 41:31 für die Seawolves.

Sechs Rostocker Punkte hintereinander ließen den Vorsprung zu Beginn des dritten Viertels auf 47:31 anwachsen. Beim 61:41 zwei Minuten vor Ende des dritten Viertels trennten beide Teams 20 Punkte und das war auch der Abstand nach 30 Minuten (66:46). Defensiv sei die Leistung noch „okay“ gewesen, sagte Reinboth, aber im Angriff fand der Steeples-Trainer bis zum Schlussabschnitt lang wenig Gefallen an seinen Team. „Offensiv sind wir bis zum letzten Viertel nie in den Rhythmus gekommen. Rostock hat sehr physisch und aggressiv gespielt und damit sind wir nicht klargekommen, obwohl wir uns darauf vorbereitet hatten“, sagte Reinboth, der Fehler bei den Spielzügen bemängelte.

Erst im vierten Abschnitt, als alles verloren schien, lief es beim Team Ehingen Urspring. Mit 33:14 entschieden die Steeples das letzte Viertel für sich. „Ein Viertel lang gut zu spielen, reicht gegen ein starkes Team wie Rostock nicht“, sagte Reinboth. „Wir müssen nicht nur zehn Minuten, sondern konstant gut spielen.“ Die Voraussetzungen seien gegeben, auch die Arbeitseinstellung der Spieler lobte der Trainer. „Deshalb ist es frustrierend, wenn man es über drei Viertel eines Spiels nicht umsetzen kann.“

Domenik Reinboth sprach von einem „verdienten Sieg für Rostock“, was auch Seawolves-Cheftrainer Milan Skobalj so sah. Der Serbe verwies auf die Statistiken des Spieles, die bei Zweipunktwürfen (55 Prozent der Würfe verwandelt/Steeples 49 Prozent) und Dreipunktwürfen (32 Prozent/29 Prozent) einen Vorteil für die Gäste auswiesen. „Drei Viertel war ich mit meiner Mannschaft zufrieden“, so Skobalj. Mit dem vierten nicht, kein Wunder. So habe man das Spiel nicht beenden wollen, sagte der Rostocker Trainer. Doch am Ende dürfte es ihm egal gewesen sein, es hatte zum Sieg gereicht. Wenn auch knapp.

Team Ehingen Urspring – Rostock Seawolves 77:80 (13:20, 18:21, 15:25, 31:14). Steeples: Monteroso (11), Bonifant (18/4 Dreier), Leissner (16), Simmons (6), Yebo (6), Uhl (12), Hasbargen (8), Otto, Strangmeyer. Erfolgreichste Rostocker Werfer: Michael Jost (11), Tony Hicks (10), Yannick Anzluni (10), Tom Alte (10).

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