Startschuss für die große Tischtennis-Talentsuche

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Thomas Schreiner, Kristian Pejinovic, Rainer Franke, Alexander Schreiner, Alexander Knoll und Wolfgang Schreiner (von links).
(Foto: dro)
Dennis Rother

Vom Schulsport zum TSV Rißtissen, vom TSV idealerweise weiter zu den TTF Ochsenhausen – und dann bestenfalls in die Profimannschaft: Diesen Weg sollen talentierte Tischtennis-Junioren aus dem Bereich Alb-Donau gehen, wenn das Konzept des am gestrigen Mittwoch offiziell vorgestellten, bundesweit einmaligen Nachwuchsprojekts des „Liebherr Masters College“ (LMC) aufgeht. Das ist das internationale Ausbildungszentrum von Bundesligist Ochsenhausen. Nach Rißtissen geholt hat das Projekt die ortsansässige Firma Schreiner, Anbieter von Finanzdienstleistungen, mit im Boot ist außerdem der Tischtennisverband Baden-Württemberg.

LMC-Geschäftsführer Kristijan Pejinovic und die Firma Schreiner aus Rißtissen waren die treibenden Kräfte hinter der Idee. Alexander Schreiner und Pejinovic haben sich zufällig privat kennengelernt, der eine seit Jahren hauptberuflich im Tischtennis aktiv, der andere leidenschaftlicher Hobbyspieler. Logisch, dass der Stützpunkt als Thema aufkam. Der ist zwar weltweit bekannt, aber lokal noch nicht so recht verwurzelt. Basisarbeit fehlt – noch.

Das ändert sich Ende Oktober. Pejinovic sagte: „Wir wollen Kindergärten und Schulen mit Tischtennis-Utensilien ausstatten und Stück für Stück die Talente, die in der Region schlummern, an den Sport heranführen. Das beginnt bereits in der ersten und zweiten Schulklasse.“

Die Junioren werden dann an den TSV Rißtissen „überführt“, so Pejinovic weiter, „dort beginnt die tatsächliche Förderung“. Das Ziel: „Wir suchen die Champions von morgen.“ Dass das nicht kurzfristig klappt, ist den Beteiligten klar. „Es ist ein langer, strategischer Weg. Es geht bei Null los und wird Jahre in Anspruch nehmen“, so Pejinovic.

Auf dem Weg will die Firma Schreiner – zumindest in den ersten drei Jahren – das Projekt begleiten. Interesse am Tischtennis, das liegt bei den Schreiners quasi in der Familie. „Unser Vater hat uns den Sport an der Platte im Keller beigebracht“, sagte Alexander Schreiner. Dass Vereine „in kleinen Dörfern“ Probleme hätten, talentierte Jugendspieler zu halten, sei ein Problem, so Schreiner. Jetzt wird der TSV Rißtissen zwar zur Durchgangsstation, aber eben laut Plan auch zur Anlaufstelle Nummer eins für die Besten in der Region.

„Langfristig organisch wachsen“

Um den Nachwuchs zu finden, ihn zu fördern und auch zu fordern, haben die TTF mehrere Trainer am Start. Daniel Behringer und Manuel Pfänder zum Beispiel, beide ausgebildete Verbandscoaches. Nicht nur deswegen sind die Chancen groß, dass die Projektinitiatoren bei ihrer Suche fündig werden: „Rund 120000 Aktive haben wir im Land“, berichtete Rainer Franke, Präsident von Tischtennis Baden-Württemberg, einem von drei Verbänden im Land. „In den vergangenen vier Jahren haben wir jeweils den Deutschlandpokal geholt.“

Tischtennis sei fest in der Sportlandschaft verankert. Mit dem Stützpunkt will Ochsenhausen „langfristig organisch wachsen“, so LMC-Geschäftsführer Pejinovic. „Wichtig ist, dass wir mittlerweile auch im Nachwuchs professionelle Strukturen geschaffen haben.“

Eher unverhofft zu potentiellen Rohdiamanten kommt dagegen wohl Alexander Knoll, Tischtennis-Chef beim TSV. Knoll sagte: „Ich bin einfach gottfroh. Das Projekt bietet ausschließlich Chancen, ich bin sehr gespannt auf die positive Richtung.“

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