Stadt stellt Sammlungsstücke vor

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Ab sofort sollen neue Ausstellungsstücke des Ehinger Museums, wie das Portrait des früheren Ehinger Chirurgen Josef Kurz um 1840
Ab sofort sollen neue Ausstellungsstücke des Ehinger Museums, wie das Portrait des früheren Ehinger Chirurgen Josef Kurz um 1840/50, in einer speziellen Vitrine präsentiert werden. (Foto: Stadt Ehingen)
Schwäbische Zeitung

Wie vor einigen Jahren anlässlich des Internationalen Tages der Museen zu sehen war, verfügt das Museum Ehingen in seinen Magazinen über umfangreiche Sammlungen, informiert die Stadt. Die Sammlungen seien dabei, aus welchen Gründen auch immer und sei es nur aus Platzmangel, nicht in der Dauerausstellung zu sehen. Künftig soll deshalb regelmäßig jeweils ein für die Museumsmitarbeiter besonders interessanter Gegenstand aus den Sammlungen des Museums näher vorgestellt werden. Wer diesen im Original sehen will, wird dazu in der Neuheiten-Vitrine des Museums Gelegenheit haben.

Die Museumsmitarbeiter bemühen sich laut Stadt ständig, weitere Objekte zu erwerben, die für Geschichte und Entwicklung der Stadt und der Region wichtig sind. Auch großzügige Schenkungen und Stiftungen aus der Bürgerschaft würden immer wieder maßgeblich zur Ergänzung der Sammlungsbestände beitragen.

Portrait macht den Anfang

Eröffnet wird die Reihe der Neuvorstellungen mit dem Portrait des Chirurgen Josef Kurz (1816-1891), Öl auf Leinwand um 1840/50. Bereits seit den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts sind Mitglieder der Familie Kurz immer wieder als Barbiere, Wundärzte und Chirurgen in Ehingen nachweisbar, informiert Stadtarchivar Ludwig Ohngemach. Im Gegensatz zum akademisch ausgebildeten und von der Stadt mit der Aufsicht über das Gesundheitswesen beauftragten Syndikus waren die Bader und Barbiere, die später auch als Wundärzte und Chirurgen bezeichnet wurden, mit Rasieren, Aderlassen, Schröpfen und Zähneziehen sowie Wund-, Frakturbehandlung und Operationen betraut.

Der in dem Gemälde dargestellte Josef Kurz wurde laut Stadtarchivar am 4. Januar 1816 als Sohn des Karl Kurz (1785-1873) und dessen Frau Theresia Steinhammer geboren. In jungen Jahren war auch Karl Kurz als Chirurg tätig gewesen und hatte als Unterarzt mit den württembergischen Truppen am Russlandfeldzug Napoleons teilgenommen. Die dabei erlittenen Gesundheitsschäden zwangen ihn nach seiner Rückkehr nach Ehingen als Ratsdiener zu arbeiten, weiß Ohngemach.

Leben in Ehingen verbracht

Auch Josef Kurz wurde Barbier und war später Unterarzt beim zweiten königlichen Reiterregiment in Ludwigsburg. Dort ließ er sich beurlauben und heiratete im Frühjahr 1844 Maria Anna, die Tochter des Ehinger Zimmermeisters Thomas Bertsche, mit der er bereits zwei voreheliche Kinder hatte. Spätestens seit dieser Zeit lebte er in Ehingen, wo er offenbar recht und schlecht seinen Lebensunterhalt verdienten konnte. Auf Anfrage des Oberamtes bezeugte der Stadtrat noch 1850, dass er über kein Vermögen verfüge und auch keines zu erwarten habe, er aber wegen seiner unehelichen Kinder sowie wegen „Schießens in der Stadt“ vorbestraft sei.

Nach dem Tod seiner Frau Maria Anna im Sommer 1869 ging Josef Kurz mit Katharina Oßwald aus Altsteußlingen eine zweite Ehe ein. Wenige Jahre später, 1874, zog er mit seiner Familie aus Ehingen weg. Josef Kurz starb am 18. April 1891 in Reute bei Bad Waldsee.

Das originale Portrait von Josef Kurz ist ab sofort in der Neuheiten-Vitrine des Ehinger Museums zu sehen.

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