SSV-Kader droht sich weiter auszudünnen

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 Musste in Breuningsweiler wegen einer Verletzung früh raus: Timo Kästle (r., hier gegen Essingen), Außenverteidiger von Ehingen
Musste in Breuningsweiler wegen einer Verletzung früh raus: Timo Kästle (r., hier gegen Essingen), Außenverteidiger von Ehingen-Süd. (Foto: SZ-Archiv: mas)
Schwäbische Zeitung

Zum fünften Mal in Folge ist der SSV Ehingen-Süd am Wochenende ungeschlagen geblieben – zwar sprang im Duell beim in der Rückrunde starken Aufsteiger SV Breuningsweiler trotz vorhandener Chancen kein Sieg heraus, doch mit dem 2:2 vermochten die Kirchbierlinger zu leben. Schmerzhafter als die verlorenen Punkte waren für Ehingen-Süd verletzungsbedingter Ausfälle von Spielern – gleich dreimal war Trainer Michael Bochtler zu einem Wechsel gezwungen.

Bereits nach zehn Minuten musste Linksverteidiger Timo Kästle möglicherweise aufgrund einer Zerrung oder eines Muskelfaserrisses raus, nach etwas mehr als 70 Minuten rutschte Rechtsverteidiger Noah Gnandt ebenfalls ohne gegnerische Einwirkung aus und verdrehte sich das Knie, gut zehn Minuten später musste auch Semir Telalovic passen, der bei einem Zweikampf einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen hatte. Sollte der eine oder andere Spieler ausfallen, dünnt sich der derzeit ohnehin nicht üppige Kader weiter aus. Zuletzt saßen nur vier Feldspieler auf der Bank.

Positiv für Ehingen-Süd ist, dass man weiter ein dickes Polster auf die Abstiegszone hat. Allerdings ist noch offen, ob es in der Verbandsliga bei vier Direktabsteigern bleibt – je nachdem, wie viele Mannschaften aus der Oberliga runterkommen. Normannia Gmünd steht als Absteiger fest, gefährdet sind aber auch die TSG Backnang und der TSV Ilshofen. Doch der Vorsprung des SSV selbst auf den Sechstletzten – normalerweise der erste Nichtabstiegsplatz – ist mit acht Punkten und der deutlich besseren Tordifferenz groß.

Dass die Lage für Bochtlers Mannschaft komfortabel ist, hat auch mit Filip Sapina zu tun. Vor zwei Jahren mit Blick auf die Offensive verpflichtet, wurde Sapina nach dem langfristigen Ausfall von Michael Turkalj vor allem im defensiven Mittelfeld eingesetzt. Zuletzt spielte er verstärkt wieder seine Offensivqualitäten aus und steigerte innerhalb weniger Wochen seine Torausbeute deutlich, von nach der Vorrunde zwei Treffern auf nun sechs. Und es waren durchweg wichtige, für den Erfolg entscheidende Tore: der Siegtreffer beim 1:0 in Sindelfingen, der Ausgleich beim 2:1 in Laupheim und nun beide Treffer beim 2:2 in Breuningsweiler.

Trainer Michael Bochtler hatte die Grundausrichtung seiner Mannschaft auch aufgrund des kleineren Spielfelds in Breuningsweiler verändert, hatte auf eine Fünferkette verzichtet und im 4:3:3-System spielen lassen – mit Philipp Schleker und Danijel Sutalo im defensiven und Sapina im offensiven Mittelfeld sowie Timo Barwan, Hannes Pöschl und Semir Telalovic im Angriff. Spielerisch wusste die Mannschaft zu gefallen und hatte auch ausreichend Torchancen, dennoch reichte es nur zu einem Unentschieden.

Schon über ein Unentschieden hätte man sich bei Süds Nachbarn und Liga-Rivalen Olympia Laupheim gefreut, doch das mit Abstand schwächste Rückrundenteam – drei Punkte aus elf Spielen – ging einmal mehr leer aus. Willie Till Sauerborn erzielte schon nach wenigen Minuten nach einem Fehlpass der Laupheimer das 1:0 für die TSG Tübingen; es sollte der einzige Treffer in dieser Partie bleiben. „Wir haben insbesondere in der ersten Halbzeit ängstlich Fußball gespielt“, sagte Olympia-Trainer Hubertus Fundel. Viel besser wurde es auch nach dem Seitenwechsel nicht, was angesichts der vielen Misserfolge der vergangenen Wochen nicht erstaunt. „Man hat das ganze Spiel über gesehen, dass wir nicht vor Selbstvertrauen strotzen“, so Fundel.

Auch wenn der Trainer die Hoffnung auf den Verbleib in der Verbandsliga nicht aufgibt („Hoffnung macht, dass wir noch vier Spiele haben und immer noch zwölf Punkte zu vergeben sind“), deutet momentan wenig auf ein gutes Ende für den FV Olympia hin. Es sieht nach dem Abstieg in die Landesliga aus, in der die Olympia mit einer veränderten Mannschaft antreten würde. Schon jetzt signalisierten einige Spieler, dass sie den Verein am Saisonende verlassen werden: Simon Dilger kündigte den Verantwortlichen seinen Wechsel zum SSV Ehingen-Süd an, auch Kapitän Sascha Topolovac, Manuel Hegen, Fabian Ness und Torwart Julius Lense gehen. „Diese Spieler haben uns bislang keinen neuen Verein mitgeteilt“, sagte Laupheims Sportlicher Leiter Stefan Rampf. Doch stehen auch schon die ersten Zugänge fest: Vom SV Weingarten kommt Torjäger David Stellmacher, daneben Torhüter Paul Brünz (FC Leutkirch) und Abwehrspieler Philip Nadig (SG Kißlegg).

Während die Laupheimer Heimniederlage gegen Tübingen für wenig Erstaunen sorgte, überraschte das 0:1 der SF Dorfmerkingen auf eigenem Platz gegen den abstiegsgefährdeten VfL Nagold. Es war, am 26. Spieltag, die erste Saisonniederlage der Sportfreunde. „Was nutzen die sich bietenden Torchancen, wenn man sie nicht verwertet“, haderte SFD-Trainer Helmut Dietterle mit dem Auftritt seines Teams. Zwar sorgte ein Dorfmerkinger für den Siegtreffer, doch traf Michael Schiele ungewollt ins eigene Tor. Der Abwehrspieler hatte allen Grund, sich zu ärgern: Erst vergab Schiele nach einem Eckball die mögliche Führung für die Sportfreunde, kurz darauf lenkte er nach einem Konter und einer Flanke von Nagold den Ball an seinem Torhüter Christian Zech vorbei ins eigen Netz. Damit schmolz der Vorsprung von Dorfmerkingen auf den Tabellenzweiten Rutesheim wieder auf drei Punkte. Die Rutesheimer waren in den vergangenen Wochen nicht immer sattelfest, gewannen am Wochenende klar: 5:1 nach frühem 0:1-Rückstand gegen Heiningen. Auf die Offensivspieler war bei der SKV wieder Verlass: Noah Lulic traf dreimal, Salvatore Catanzano einmal. (aw)

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