Spitzenreiter kommt mit blauem Auge davon

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 Kurz vor der Pause glich der SSV Ehingen-Süd (hinten feiern die Spieler den Torschützen Semir Telalovic) gegen Backnang aus – a
Kurz vor der Pause glich der SSV Ehingen-Süd (hinten feiern die Spieler den Torschützen Semir Telalovic) gegen Backnang aus – am Ende war der Tabellenführer froh, dass es bei einen Gegentor geblieben war und er nur knapp an der ersten Saisonniederlage vorbeischrammt war. (Foto: SZ- mas)
Schwäbische Zeitung

Die TSG Backnang trat am Samstag als einziger in dieser Saison noch unbesiegter Verbandsligist beim SSV Ehingen-Süd an – und verließ das Kirchbierlinger Sportgelände auch ungeschlagen. Doch die Sache hätte für Backnang schiefgehen können, mit dem 1:1 war der Oberliga-Absteiger gut bedient. Die TSG sei „mit einem blauen Auge davongekommen“, urteilte die Backnanger Kreiszeitung und wusste, wem die Mannschaft den Punkt zu verdanken hatte: „dem überragenden Torhüter Marcel Knauss“. Und auch Torjäger Mario Marinic, der in der starken Backnanger Phase in der ersten halben Stunde die Gäste in Führung gebracht hatte.

In der zweiten Halbzeit – nach dem dritten Saisontor von Semir Telalovic kurz vor der Pause war der Wiederanpfiff beim Stand von 1:1 erfolgt – hatte Backnang erhebliche Schwierigkeiten. Weil Ehingen-Süd dem Tabellenführer mächtig zusetzte. Das Auslassen von Chancen in der zweiten Halbzeit war der vielleicht einzige Kritikpunkt von SSV-Trainer Michael Bochtler an seiner Mannschaft. Doch Süd war nach dem Seitenwechsel das klar dominierende Team und der dritte Sieg im dritten Heimspiel war mehrmals zum Greifen nahe. Doch auch sieben Punkten aus den ersten drei Heimspielen der Saison gegen Heiningen sowie die beiden Oberliga-Absteiger Normannia Gmünd und Backnang sind beachtlich und im Sinne von Trainer und Team – nach der durchwachsenen Heimbilanz der vergangenen Saison (22 Punkte in 15 Spielen) war das auch ein Ziel vor der laufenden Runde: die Ausbeute auf eigenem Platz zu verbessern.

Auswärts steht Ehingen-Süd mit vier Punkten aus drei Spielen ordentlich da – in der Liga ist kein Team mehr ohne Punktverlust auf fremden Plätzen. Am nächsten, dem siebten Spieltag, muss der SSV bei der SKV Rutesheim ran, die in der vergangenen Runde zu den Spitzenmannschaften zählte, diesmal aber wohl eher um den Verbleib in der Verbandsliga kämpfen muss. 1:3 verlor die Sport- und Kulturvereinigung am Wochenende beim FSV Hollenbach. Der FSV (13 Punkte) als Tabellenzweiter hat nur einen Punkt Rückstand auf Backnang, Sindelfingen auf Rang drei und Pfullingen auf vier sind punktgleich mit Hollenbach. Süd ist Fünfter mit elf Punkten und mischt somit vorn mit. „Mit uns ist zu rechnen“, hatte Süd-Trainer Michael Bochtler nach der Partie gegen Backnang gesagt.

Eine sehr ordentliche Sechs-Spiele-Bilanz hat auch der TSV Berg mit zehn Punkten und Tabellenplatz sieben. Arne Kittel bescherte dem TSV mit seinem Treffer zum 1:0 bei der TSG Tübingen den Sieg. Drei Punkte aufs Konto des Aufsteigers, doch Trainer Oliver Ofentausek war mit der Leistung nur bedingt zufrieden. „Das war alles andere als gut“, so Ofentausek. „Andreas Frick und David Brielmayer haben ihr Level einigermaßen erreicht, die anderen nicht.“ Positiv aus Sicht des Trainers war neben dem Sieg noch die Tatsache, dass Berg zum vierten Mal in dieser Saison in den ersten zehn Minuten nach der Pause getroffen hat. „Die Mannschaft ist da reif geworden, sie kann meine Kabinenansprachen mittlerweile gut verarbeiten“, so Ofentausek.

Dem Landesligisten FV Olympia Laupheim dagegen fehlte im Spiel am Wochenende in Mengen eine gewisse Reife. Der Verbandsliga-Absteiger war nach dem Führungstreffer von David Stellmacher in der ersten Halbzeit schon fast am Ziel, ehe Mengen die Partie durch zwei späte Tore von Maximilian Stumpp (84. Minute) und Alexander Klotz (90.) noch drehte. „Wir haben zu wenig aus unseren Chancen gemacht. Wir hätten das 2:0 machen müssen, dann geht das hier anders aus“, war Olympia-Coach Hubertus Fundel frustriert. So gefrustet, dass er sich nach Spielschluss auf ein verbales Scharmützel mit FCM-Trainer Herbert Küchler einließ.

Der Ursprung für das Wortgefecht lag in der 1:3-Heimniederlage von Laupheim am ersten Spieltag gegen Ostrach. Rene Küchler, Sohn des Mengner Trainers, kickt für Ostrach und Olympia-Trainer Fundel soll Küchler Junior und dessen FCO-Mannschaftskollegen nach dem Spiel damals als „Baurebube“ bezeichnet haben. In der Familie Küchler sprach sich das natürlich herum und nun schmierte Herbert Küchler, der sich mit dem Mengener Team offenbar in Sippenhaft genommen fühlte, diese Worte dem Laupheimer Trainerkollegen aufs Brot. „Na ja, wir haben den Laupheimern gezeigt, dass auch Baurebube kicken können“, so Küchler. „Es folgen ein paar Bauernbuben hin und her. Alles gut, vergessen wir’s“, sagte Fundel nach dem Spiel in Mengen und zog einen dicken Strich unter die Angelegenheit. (aw)

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