Spanische Klänge im schwäbischen Bäumle

Lesedauer: 4 Min
Spanisch ging es im Bäumle zu.
Spanisch ging es im Bäumle zu. (Foto: SZ- hog)
Friedrich Hog

Recuerdos, Musica de espania, Musik aus Spanien gab es am Samstag im Bäumle. Benjamin Hühne, Bariton und Jakob Haufler, Gitarre zeigten virtuos, wie spanische Dichter und Komponisten klingen können, wenn eine seelenvolle Gitarre auf eine sehr schöne Stimme trifft.

Im angenehm kühlen Gewölbekeller in Berg fand mit den Studienkollegen Benjamin Hühne und Jakob Haufler eine musikalische Sternstunde statt. Jeder ist inzwischen ein absoluter Meister seines Faches, Benjamin Hühne mit überragend schöner Baritonstimme, und Jakob Haufler als seelenvoller Gitarrist. Da passte der spanische Dichter Federico Garcia Lorca (1898-1936), der auch Volkslieder gesammelt hat, bestens an den Anfang, denn sein Gedicht „La Guitarra“ beschwört die Seele dieses herrlichen Saiteninstruments.

Zu hören waren aber andere Gedichte, die alle von Tilmann Hoppstock für Gitarre arrangiert waren. „Canciones espanolas“ lautete die Überschrift über sieben Gedichte von Garcia Lorca, in denen es um eine junge Frau geht, die die Liebe entdeckt, um ein hübsches Mädchen, das den Buben den Kopf verdreht, oder auch um junge Liebe, die mit dem Erwachsenwerden enden muss. Zum Abschluss drehte sich alles um die Schönheit von Sevilla, und die Flamenco-Einflüsse machten die Musik leicht zugänglich, auch wenn man der spanischen Sprache nicht mächtig ist.

Jakob Haufler spielte nach dem Garcia-Lorca-Block ein Gitarrensolo aus der Wiener Klassik von Fernando Sor (1778-1939), „Variationen über ein Thema von Mozart, op. 9“ war es überschrieben. Die warmen Klänge der Gitarre ließen keinen Gedanken an die Kühle des Gewölbekellers aufkommen.

Vor der Pause folgte noch der Komponist Lorenzo Palomo, Jahrgang 1938 mit „Mi jardín solitario“ auf Texte von Caledonio Romero. Fünf kleine Stücke handelten von traurigen Seiten des Lebens wie Tod und Verlust, aber eines beschrieb die Geburt des Morgensterns.

In der Pause waren über ein Dutzend neue Gemälde von Thea Ruf-Schleker zu bewundern, alle in kräftigen Farben das Thema Mohnblüten behandelnd, der derzeitigen Vegetation entsprechend. Die 1930 in Ehingen geborene Malerin ist agil wie je, und ebenso kreativ und vielseitig.

Jakob Haufler leitete mit „Recuerdos de la Alhambra“ von Francisco Tárrega (1852-1909) die zweite musikalische Runde ein. Am Ende standen sieben Perlen von Manuel de Falla (1876-1946), die unter der Überschrift „Siete Canciones populares espanolas“ standen, und von Miguel Llobet und Emilio Pujol für Gitarre arrangiert waren. Die Volkslieder waren ursprünglich alle für Klavier gedacht gewesen, und endeten mit einem Stück „an den, der dafür gesorgt hat, dass ich die Bosheit der Liebe verstanden habe“. Eine Zugabe entließ das kleine, aber feine Publikum in die ausgedehnte Sommerpause des Bäumles, die bis September andauert, und im Oktober mit der Beatles-Cover-Band „Get Back“ enden wird.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen