„So was will ich auch in einem solchen Spiel nicht sehen“

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 Sieben Gegentore, aber Trost vom Gegner: Heimerdingens Keeper Lukas Emmrich (r.) hatte schon erfreulichere Nachmittage als den
Sieben Gegentore, aber Trost vom Gegner: Heimerdingens Keeper Lukas Emmrich (r.) hatte schon erfreulichere Nachmittage als den in Kirchbierlingen. (Foto: aw)
Schwäbische Zeitung

Was für eine Woche für den SSV Ehingen-Süd. Drei Spiele, drei Siege, 13:3 Tore. Vor allem die beiden Heimspiele in der englischen Woche hatten es in sich. Im Achtelfinale des WFV-Pokals ließ der Verbandsligist den Oberligisten TSV Ilshofen in der ersten Halbzeit alt aussehen, führte nach etwas mehr als einer halben Stunde 4:0 – am Ende hieß es 5:3. Wenige Tage später liefen erneut ganz in Rot gekleidete Gäste in Kirchbierlingen auf – doch dem TSV Heimerdingen erging es im Verbandsliga-Spiel gegen Süd in den ersten 45 Minuten nicht anders als zuvor Ilshofen: Erneut stand ein 4:0 für die Heimmannschaft auf der Tafel.

Während Ilshofen durch einige Wechsel zur zweiten Halbzeit die Begegnung mit dem SSV in der zweiten Halbzeit offen gestaltete, war Heimerdingen dazu nicht in der Lage. 7:1 hieß es bei Abpfiff, wobei noch das eine oder andere Tor mehr hätte fallen können. Chancen für den zweiten zweistelligen Sieg von Süd in der Verbandsliga – 10:0 gewann der SSV in der Vergangenheit mal gegen Breuningsweiler – waren vorhanden. Aber die Offensive um Ilir Tupella, Simon Dilger, Robin Stoß, Stjepan Saric sowie die später eingewechselten Semir Telalovic und Filip Sapina nutzte nicht alle ihre Chancen. Ganz zu schweigen vom etwas zu lässig geschossenen Strafstoß des defensiven Mittelfeldspielers Kevin Ruiz.

Was Trainer Michael Bochtler ein wenig ärgerte – genauso wie die sehr wenigen, aber hochkarätigen Chancen der Heimerdinger. Süd-Torhüter Fabian Heiland vereitelte mit Klasseparade in der ersten Halbzeit ein Gegentor, war aber beim Ehrentreffer der Gäste zehn Minuten vor Spielende machtlos – ermöglicht durch zwei verlorene Kopfball im Strafraum. Bochtler lobte den insgesamt starken Auftritt seiner Mannschaft, kritisierte aber, dass sie trotzdem einige Male überspielt worden sei und Chancen zugelassen. „So was will ich auch in einem solchen Spiel nicht sehen“, sagte der Trainer des SSV. Konsequenzen gegen Heimerdingen hatte das, wenn man von dem einen, letztlich bedeutungslosen Gegentor absieht, nicht. Gegen Mannschaften anderen Kalibers könnte sich das aber rächen.

Ganz trübe war der verregnete Samstagnachmittag aber für den TSV Heimerdingen, der sich nach guten Spielen zum Liga-Start gegen Türk Spor Neu-Ulm (1:1) und im Pokal gegen den Oberligisten Ravensburg (2:4 nach Verlängerung) deutlich mehr ausgerechnet hatte. Aber was auch immer auf der Taktiktafel gestanden hatte, die Co-Trainer Daniel Riffert nach dem Spiel in einem großen Sack verschwinden ließ, es wurde unzureichend umgesetzt. Letztlich war es Torhüter Lukas Emmrich zu verdanken, der eine noch höhere Niederlage der Heimerdinger vereitelte.

Auf die Müdigkeit am Ende der zweiten englischen Woche in Folge schob Riffert den matten Auftritt des TSV in Kirchbierlingen nicht – schließlich hatte Süd in dem Zeitraum nicht weniger Spiele ausgetragen. Er verwies auf das Fehlen routinierter und stabilisierender Spieler gerade in der Defensive: Tim Schlichting, Denis Schäffler und auch Riffert selbst, der normalerweise spielender Co-Trainer ist. „Uns haben Spieler gefehlt, die Erfahrung und Ruhe reinbringen. Diese Ausfälle haben wir nicht kompensieren können.“

Ob es für Mittwoch reicht? Der Verbandsliga-Terminplan sieht schon den dritten Spieltag vor. Der TSV Heimerdingen hat das Derby bei der SKV Rutesheim vor sich, bei der Bochtlers Mannschaft zum Liga-Start 1:0 gewann. Ehingen-Süd muss zum VfB Friedrichshafen, dem gegen den Mit-Aufsteiger Türk Spor Neu-Ulm der erste Sieg gelang. Bei den Neu-Ulmern, die sich eine Woche zuvor in Heimerdingen durch ein spätes Tor einen Punkt ergattert hatten, war man zerknirscht. „Wir hatten keine Lösung“, lautete das ernüchternde Fazit von Trainer Ünal Demirkiran nach den 90 Minuten in Friedrichshafen. Dabei war Türk Spor durch Engin Karasoy in Führung gegangen, ließ sich aber das Heft aus der Hand nehmen. Friedrichshafens Michael Staudacher schoss noch vor der Pause das 1:1, Eugen Strom traf Mitte der zweiten Halbzeit zum 2:1. Der VfB ließ danach nichts anbrennen, trotz Unterzahl nach dem Platzverweis von Nikolai Weissenbacher in der 75. Minute. Beim VfB freut man sich nun auf den SSV Ehingen-Süd, der sogar als Tabellenführer im Zeppelinstadion antritt. Süd würde das gern bleiben, die Häfler wollen das ändern. Zuletzt in Testspielen sah der VfB gegen den SSV sehr gut aus, gewann zweimal.

In der Landesliga setzte Riedlingen sein erstes Ausrufezeichen in der noch jungen Saison. Zum Auftakt am vergangenen Wochenende hatte das Top-Team der vergangenen Bezirksliga-Runde bei der TSG Balingen II knapp verloren, nun bezwang der Aufsteiger den FV Biberach. Beim 3:0 gegen den Meisterschaftsanwärter traf Dennis Altergot dreimal und bewies, dass er nicht nur in der Bezirksliga weiß, wo das gegnerische Tor steht. TSV-Trainer Hans Hermanutz hob aber keinen Spieler heraus, sondern lobte das Riedlinger Gesamtwerk. „Wir haben unsere Stärken auf den Platz gebracht und sehr gut unsere Chancen genutzt“, so Hermanutz. Sein Gegenüber Florian Treske dagegen bemängelte die Grundhaltung seiner Mannschaft. „Wir haben verdient verloren, weil wir nicht die richtige Motivation an den Tag gelegt haben“, so Treske. „Der Gegner ist mit einer ganz anderen Körperspannung aufgetreten.“ (aw)

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