Stationenweg: So verstehen auch Kinder die Passionsgeschichte

 Nur die langen Ohren eines Feldhasen sind zu sehen.
Ostern in der Pandemie, das fordert einer Familie neue Ideen für die Ferien ab. (Foto: Patrick Pleul)
Reiner und Samuel Felix Schick

Das Team der Kinderkirche St. Blasius Ehingen hat einen Osterweg für Familien und andere Interessierte eingerichtet. SZ-Redakteur Reiner Schick hat zusammen mit seinem Sohn den Weg erkundet.

Die sechs Stationen, verteilt auf einer Strecke von zweieinhalb Kilometern von der Kapelle Berkach (Peter-und-Paul-Weg 9) bis zur Konviktskirche, bringen den Kindern die Passionsgeschichte mit altersgerechten Texten vom Abendmahl über das Gebet am Ölberg und die Verleugnung Jesu durch Petrus bis hin zur Verurteilung, Kreuzigung und der Auferstehung näher. Die Kinder und Erwachsenen sollen sich in Gesprächen darüber austauschen, wem sie im Alltag Gutes tun, was ihnen Freunde bedeuten, aber auch was ihnen Angst und Sorgen bereitet.

Schöne Idee: Bemalte Steine für Senioren

Dazu gibt’s verschiedene Aufgaben, etwa einen Stein zu sammeln und später zu bemalen, aus Stöcken ein Kreuz basteln oder ein Puzzle zu lösen. Lieder, die man über einen QR-Code auf Youtube anhören kann, und Gebete runden das Ganze ab. Besonders schön ist die Idee, dass die mit Zeichen der Hoffnung bemalten Steine als Ostergruß an die Seniorenzentren verschenkt werden.

Alle Teilnehmer erhalten an der ersten Station ein Säckchen mit Info- und Bastelmaterial sowie einem Lageplan, auf dem der zweieinhalb Kilometer lange Weg eingezeichnet ist. Wer die komplette Strecke zu Fuß gehen will, sollte das mit Kindern mit Ausdauer tun, denn insgesamt benötigt man – je nachdem, wie intensiv man sich mit den Stationen beschäftigt – zwischen zwei und drei Stunden (inklusive Rückweg). Auch Radeln ist möglich. Es ist sinnvoll, ein Smartphone mitzubringen, um die Lieder anhören zu können.

Gedanken eines Neunjährigen

Mit diesen Gedanken fasst der neunjährige Samuel Felix seine Eindrücke zusammen:

Die wohl bekannteste Figur der Bibel ist Jesus. Jesus hilft Menschen, die Probleme haben oder die etwas bedrückt. Doch das, was bei uns Ostern ist und auch mit Freude gefeiert wird, war für Jesus eine schlimme Woche.

Alles begann mit dem letzten Abendmahl. Der Tisch ist mit Wein und Brot feierlich gedeckt. In den Zeiten musste man sich die Füße waschen. Dafür hat man einen extra Diener, Jesus wollte es an diesem Tag sein. Er ging zu Petrus und fing an, ihm die Füße zu säubern. Dies wollte Petrus nicht. Aber Jesus machte weiter. Er sprach: „Du kannst nur mein wirklicher Freund sein, wenn ich dein Diener sein darf!“ Er wandte sich zu seinen Freunden: „Ich bin der Sohn Gottes. Ich will euch ein Vorbild sein. Ihr sollt das ebenfalls. Ich werde bald gehen müssen.“

Dann ging Jesus mit seinen Freunden auf den Ölberg, der sein Lieblingsplatz war. Er sagte: „Betet hier“. Er selbst ging etwas weiter weg. Er betete für Gott. Als er wieder zu seinen Freunden kam, waren sie eingeschlafen. „Ihr schlaft jetzt in der kommenden schwierigen Zeit?“, fragte er sie verwundert.

Da kamen bewaffnete Männer und nahmen Jesus gefangen. Hinter ihnen stand heimlich - Petrus! Bei dem Haus, wo sie Jesus hinbrachten, waren viele Leute draußen und wärmten sich an Lagerfeuern. Sie riefen, dass Petrus oft bei Jesus war. Aber der antwortete immer: „Nein. Ich schwöre es. Ich kenne ihn nicht!“

Als Petrus einen Hahn krähen hörte, musste er weinen, weil er Jesus drei mal verleugnet hatte.

Ein gutes Ende

Ende Jesus musste das schwere Kreuz selbst auf seinem Rücken tragen. Alle Menschen wollten ihn ans Kreuz hängen. Pilatus stimmte auch ein. Einige Frauen weinten. Als Jesus gekreuzigt worden ist, brach Dunkelheit an, die von 12 bis 15 Uhr dauerte. Er atmete zum letzten Mal und war dann tot. Und das Ende ist wie so oft gut ausgegangen, denn Jesus ist auferstanden. Ein Engel beauftragte zwei Frauen, es den Jüngern zu sagen.

Kein Verständnis für Petrus

Die Ostergeschichte beschäftigt mich, weil ich Religion mag. Am meisten interessiert hat mich, wie Petrus behaupten konnte, dass er Jesus nicht kennt, und dass alle dafür waren, ihn zu kreuzigen.

Samuel Felix bemalte seinen Stein mit einem Engel.
Samuel Felix bemalte seinen Stein mit einem Engel. (Foto: reis)

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