So soll der Busverkehr im Alb-Donau-Kreis besser werden

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 Beim Busverkehr im Alb-Donau-Kreis wird es Veränderungen geben.
Beim Busverkehr im Alb-Donau-Kreis wird es Veränderungen geben. (Foto: dpa)

Die Verwaltung des Alb-Donau-Kreises stärkt das ÖPNV-Angebot vor Ort. Dazu hat der Kreistag beschlossen, neue Vergabegrundsätze für Aufträge im öffentlichen Nahverkehr anzuwenden. Es soll mehr Busse auf den Strecken geben, diese sollen barrierefrei sein und es soll verstärkt auf umweltverträglichen Nahverkehr gesetzt werden.

Anfang dieses Jahres gab es 71 Buslinien im Alb-Donau-Kreis, diese werden auf Grundlage von 47 Liniengenehmigungen angeboten. 31 davon werden eigenwirtschaftlich betrieben, 16 gemeinwirtschaftlich, das heißt hier erfolgt ein Zuschuss aus öffentlicher Hand. Infolge der ÖPNV-Finanzreform zeichnet sich ab, dass zukünftig ein Großteil nur noch gemeinwirtschaftlich angeboten werden kann. Für die Vergabe der Verkehre hat der Kreistag nun Grundsätze bestimmt, durch die das ÖPNV-Angebot weiterentwickelt und den Wünschen der Fahrgäste angepasst werden soll.

Mein Wunsch wäre, dass jeder Schüler einen Sitzplatz hat.

Kurt Wörner, Kreisrat

Wie bisher sollen mittelständische Interessen bei der Vergabe angemessen berücksichtigt werden. Dem Interesse mittelständischer Unternehmen würden kleine Linienbündel entsprechen, führte Florian Weixler vom Landratsamt aus. Außerdem müssen Busfahrer Deutsch sprechen und Ersatzbusse müssen innerhalb von einer Stunde gestellt werden.

An Schultagen mehr Busfahrten

An Schultagen sollen mehr Busfahrten angeboten werden, in den Schulferien sollen auch Berufspendler noch mehr berücksichtigt werden. Die Busse sollen über eine Klimaanlage verfügen, was das Busfahren an heißen Sommermonaten erträglicher macht und die jeweiligen Kundencenter sollen durchgehend erreichbar sein.

Fast ausnahmslos sollen barrierefreie Busse – auch im Schulverkehr – zum Einsatz kommen. Alternative, umweltfreundliche Antriebsformen sollen höher bewertet werden. Gewünscht ist zudem eine elektronische Fahrplanauskunft basierend auf Echtzeitdaten und auch kostenloses WLAN in den Bussen.

„Wir begrüßen diese Qualitätsoffensive ausdrücklich“, sagte Ratsmitglied Robert Jungwirth. Er regte an zu überlegen, ob es in Zukunft nicht auch eine zentrale Beschwerdestelle geben soll. „Mein Wunsch wäre, dass jeder Schüler einen Sitzplatz hat“, sagte Kurt Wörner. „Das ist ein sehr, sehr teurer Wunsch“, antwortete Landrat Heiner Scheffold. „Dafür bräuchte man viele zusätzliche Busse.“

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Wenn der Bus zu voll ist: Eltern und Schüler aus Blaubeuren, Blaustein und Laichingen haben sich bei Behörden beschwert. Der Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB) hat reagiert. Aber in Laichingen gibt es immer noch Anlass für Ärger.
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