So sieht Baumann Ehingens Zukunft

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Leiter Lokalredaktion Ehingen

Die Wahl des Ehinger Oberbürgermeisters ist am Sonntag, 23. September.

Nach exakt 49 Minuten ist die offizielle Kandidatenvorstellung der Stadt Ehingen zur bevorstehenden Wahl des Oberbürgermeisters am Mittwochabend in der Lindenhalle zu Ende gegangen. Als einziger Kandidat hat Amtsinhaber Alexander Baumann einen Blick in die Vergangenheit und Zukunft der Großen Kreisstadt geworfen.

Kurz und schmerzlos – so lässt sich die Kandidatenvorstellung im Großen Saal der Ehinger Lindenhalle beschreiben. Gekommen waren 70 Bürgerinnen und Bürger aus Ehingen, nicht einmal der Großteil des Ehinger Gemeinderates war an diesem Abend, der von Manuel Hagel als Vorsitzendem des Gemeindewahlausschusses eröffnet wurde, anwesend. „Es ist ein Lebensglück, in Ehingen leben zu dürfen“, machte der CDU-Landtagsabgeordnete deutlich, bevor er dem Kandidaten Alexander Baumann das Rednerpult überließ.

In gut 20 Minuten schnitt Baumann Themen aus der Vergangenheit, aber auch der Zukunft an. „Ich habe das Gefühl, dass ich 98 Prozent der Menschen hier persönlich kenne. Das ist ein gutes Zeichen und ein schönes Gefühl in dieser Stadt“, betonte Baumann, der es kaum glauben konnte, dass acht Jahre schon vorbei sind. „Ich möchte diesen Weg, den wir vor acht Jahren begonnen haben, mit Ihnen weitere acht Jahre gemeinsam fortsetzen“, so Baumann, der deutlich machte, dass sich die Einwohnerzahl Ehingens in den acht Jahren um 1000 auf mehr als 26 000 erhöht hat. „Damals haben alle vor dem demografischen Wandel gewarnt. Und wir haben den Menschen hier Lebens- und Wohnraum gegeben.“ Baumann sprach die Umstrukturierung der Verwaltung vor acht Jahren an, als Sebastian Wolf als Bürgermeister das Amt Bildung, Jugend und Soziales bekam. „Eine gute Entscheidung, die wir mit dem Gemeinderat getroffen haben. Das ist ein Schwerpunkt in Ehingen.“

Recht überschaubar war die Anzahl der Bürger, die zur Kandidatenvorstellung am Mittwochabend gekommen sind.
Recht überschaubar war die Anzahl der Bürger, die zur Kandidatenvorstellung am Mittwochabend gekommen sind. (Foto: SZ- MANFRED SCHERWINSKI)

Auch die Tatsache, dass mit Norma ein Lebensmittler in die Innenstadt gekommen ist und aus dem Modehaus Kaim ein H&M wurde, sieht Baumann als positive Entwicklungen. Zudem ist Ehingen seit 2012 nachhaltige Stadt und hat dafür auch viel getan, seien es die vielen Photovoltaik-Flächen auf den städtischen Dächern, die E-Tankstellen oder die LED-Straßenlampen. Auch das Biosphärengebiet habe viel für die Alb-Teilorte gebracht, die Zahl der Übernachtungen in diesem Zeitraum, acht Jahre, sei von 50 000 auf 100 000 gestiegen.

Dass im Jahr seiner Amtsübernahme von Breitbandausbau keine Rede war, ebenso wenig von durchgängigen Betreuungszeiten, verdeutlichte der OB zudem. „Damals hatten wir 77 pädagogische Fachkräfte für 24 Gruppen, heute sind es 133 Fachkräfte für 36 Gruppen.“

In Sachen Sportstadt gibt es seit dem Amtsantritt zwei Kunstrasenplätze und die neue JVG-Halle, zudem haben sich, so Baumann, die Baugebiete in Ehingen prächtig entwickelt. Auch die Orstdurchfahrten auf der Alb und die Tatsache, dass Ehingen seit fünf Jahren schuldenfrei ist, stellte Baumann heraus. „Zudem können wir stolz sein, ein breites, ehrenamtliches Engagement in Ehingen zu haben“, lobte der OB die Arbeit der vielen Freiwilligen in dieser Stadt.

Beim Blick in die Zukunft waren dem Amtsinhaber und einzigem Kandidaten natürlich mehrere Themen ein großes Anliegen. „Ehingen soll weiter eine Stadt bleiben, in der man leben, arbeiten, einkaufen und sich erholen kann“, so Baumann, der den Einzelhandel stärken und die Untere Stadt als Quartier entwickeln und etablieren möchte, was im Ehinger Stadtentwicklungskonzept verankert sei.

Ideen für den Schiffberg

Völlig neu denken, und zwar in Form eines Ideenwettbewerbs, möchte Baumann beim Schiffberg als Eingang der Stadt. „Hier werden wir mehr machen müssen, als nur die Straße zu erneuern. Wir wollen den kompletten Bereich neu gestalten“, sagte Baumann, der sich zudem große Hoffnungen macht, dass der Neubau der Volksbank-Höfe viel für die Innenstadt bringen wird. Auch die Quartiersentwicklung des Wenzelsteins möchte Baumann voranbringen, ebenso soll die Neugestaltung des Außenbereichs am Ehinger Jugendhaus in Angriff genommen werden. „Hier müssen wir darüber nachdenken, wie wir das gesamte Groggensee-Areal neu gestalten könnten. Das alles muss aber schrittweise passieren“, betonte Baumann.

Stolz ist der Amtsinhaber auf den Businesspark, der mittlerweile zu 90 Prozent ausgelastet ist und 600 Menschen einen Arbeitsplatz bietet. „Und die Steuern werden in Ehingen gezahlt“, sagte Baumann, bevor etwas zögerlich die Bürger Fragen stellen konnten.

Borst fragt nach Kreuzung

So wollte Stadrat Wolf Brzoska (Freie) unter anderem wissen, was Baumann gegen die Zunahme des Verkehrs machen werde, speziell an den Schwerpunkten Adolffstraße, Pfisterstraße und Mühlweg. „Wir reduzieren beispielsweise die Geschwindigkeit dort, wo es rechtlich zulässig ist“, erklärte Baumann und sagte auch: „Die Westumfahrung Ehingens ist zwar aktuell in keinem Bundesverkehrswegeplan, wir haben das Thema aber immer auf der Agenda. Und dass der Verkehr überall zunimmt, liegt auch an uns allen.“ Franz Borst wollte wissen, wann endlich was mit der Kreuzung passiert, die seinen Namen trägt. „Die Zustände dort sind katastrophal“, betonte der ehemalige Möbelhändler. „Wir bemühen uns seit Jahren, dass hier was passiert. Allerdings müssen hier das Land, der Bund und wir gemeinsam arbeiten. Wir bleiben an dem Thema dran“, so Baumann. Ein weiterer Bürger wollte wissen, ob es ein Verkehrskonzept gibt. „Das gibt es. Darin sind sogenannte Vorbehaltsstraßen verankert, auf denen gesetzlich 50 Stundenkilometer vorgerschrieben sind“, so Baumann, der am Ende dafür warb, am Sonntag, 23. September, zur Wahl zu gehen.

Die Wahl des Ehinger Oberbürgermeisters ist am Sonntag, 23. September.

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