So kommt das Trinkwasser in Ehingens Haushalte

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Viele Interessierte bei der Wasserführung.
Viele Interessierte bei der Wasserführung. (Foto: SZ- Elisabeth Sommer)
Elisabeth Sommer
Freie Mitarbeiterin

Es handelt sich bei dem erdbedeckten Bauwerk neben dem Wolfertturm in Ehingen um keinen Bunker, sondern um einen ausgedienten Wasserhochbehälter. Dieser Behälter konnte einmal 480 Kubikmeter Trinkwasser fassen. Die Erdschicht sorgte damals für die entsprechende Kühle, was wie die Dunkelheit in solch einem Behälter notwendig gegen Schimmelbildung ist.

Annähernd 30 Personen interessierten sich für die von der Museumsgesellschaft initiierte Führung vom Wolfert zum Pumpwerk unterhalb des Freibades zur Erkundung der Trinkwasserversorgung. Als Referent trat Frank Häring von der Stadtverwaltung auf, der dort als Technischer Leiter des Versorgungs- und Verkehrsbetriebs tätig ist.

1500 bis 1800 Kubikmeter fließen zu den Bewohnern

Die Wasserversorgung der Kernstadt Ehingen erfolgt durch drei Pumpstationen und drei Hochbehälter. Der größte Hochbehälter befindet sich in der Nähe des Liebherr-Werks und besteht aus zwei Kammern mit je einem Fassungsvermögen von 2000 Kubikmetern. An heißen Sommertagen fließen 1500 bis 1800 Kubikmeter von dort zu den Bewohnern der Umgebung ab.

Frank Häring besuchte mit der Gruppe das 1952 in Betrieb gegangene und in den Jahren 2011/12 gebaute Pumpwerk im Ried. Das Pumpwerk liegt im Wasserschutzgebiet im Bereich, wo die Schmiech in die Donau mündet. Bei der Sanierung wurden die unterirdisch verlaufenden Sickerstangen, die als Filter dienen, im Hochdruckimpulswellenverfahren von Kalkablagerungen befreit. Drei tadellos arbeitende Pumpen sind im Gebäude vorhanden. Das liegt Frank Härings Einschätzung nach auch an in Deutschland entwickelten Motoren. Zwei Pumpen arbeiten ständig und die dritte dient als Ersatz, wenn eine andere ausfällt. 1200 Kubikmeter Trinkwasser werden von hier an heißen Sommertagen zu den Verbrauchern befördert.

Die Stadt investierte mehr als 500 000 Euro in das Pumpwerk. „Davon hat auch die nächste Generation noch einen Nutzen“, betonte Frank Häring. Gegen ein 100-jährliches Hochwasserereignis sei das neu gebaute Pumpwerk geschützt. Sollte allerdings ein „HQ extrem“ auftreten, könnte es zur Abschaltung kommen.

Digital wird der Pegel ständig geprüft. Das Gebäude ist an der Tür und im Inneren alarmgesichert. Keimfreiheit wird mit Schutzanzügen bei Arbeiten gewährleistet.

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