Siegfried Lehmann verteidigt Bildungspolitik der Landesregierung

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Siegfried Lehmann (l.) und Frieder Bohnacker stehen für die Gemeinschaftsschule und Bildungsgerechtigkeit ein.
Siegfried Lehmann (l.) und Frieder Bohnacker stehen für die Gemeinschaftsschule und Bildungsgerechtigkeit ein. (Foto: SZ- kurt efinger)
Schwäbische Zeitung
Kurt Efinger

Die Bildungspolitik der Landesregierung hat Siegfried Lehmann, der Vorsitzende des Landtagsausschusses für Kultus, Jugend und Sport, am Montag im Gasthaus Wolfert verteidigt. „Wie wollen wir lernen? – Baden-Württemberg macht Schule“ lautete das Thema einer Veranstaltung, zu der Bündnis 90/Die Grünen mit ihrem Landtagskandidaten Frieder Bohnacker eingeladen hatten.

2011 gewann der in Radolfzell am Bodensee wohnende Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann im Wahlkreis 56 Konstanz mit 34,7 Prozent der Wählerstimmen das Direktmandat. „Im Landtagswahlkampf scheint es nur dieses Thema zu geben“, stellte Lehmann angesichts der Diskussion um die vielerorts eingeführte Gemeinschaftsschule fest.

Im Schuljahr 2015/16 liegt die Zahl der Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg bei 271. Mehr Anträge, als genehmigungsfähig seien, lägen dem Kultusministerium vor, sagte der Abgeordnete in Bezug auf die weitere Entwicklung. Im kommenden Schuljahr kämen 28 neue Gemeinschaftsschulen dazu. Das widerspräche der erklärten Absicht des CDU-Spitzenkandidaten: „Wir werden als CDU-geführte Landesregierung keine neuen Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg gründen.“

Als Beispiel für ein wohnortnahes und leistungsfähiges Bildungssystem nannte Siegfried Lehmann die von rund 500 Schülern besuchte Gemeinschaftsschule in Steißlingen, einer Gemeinde im Landkreis Konstanz mit annähernd 5000 Einwohnern. „Wir haben in Ehingen eine Gemeinschaftsschule, und der Rektor ist begeistert,“ unterstützte ihn Grünen-Kreisrätin Angela Scheffold.

„In der Gemeinschaftsschule ist kein Kind falsch“, sagte Siegfried Lehmann. Dagegen sei das Gymnasium keine Schule für alle. Gegen das Modell G9 spreche, dass bei einer allgemeinen Einführung noch mehr Schüler in das Gymnasium drängen würden. „Wir stärken das Gymnasium“, versprach der Abgeordnete und verwies auf die Weiterentwicklung des G8-Bildungsplans.

Die Eigenständigkeit beruflicher Schulen zu stärken, ist nach Lehmanns Aussage ein Ziel der Landesregierung. An der Hohentwiel-Gewerbeschule in Singen unterrichtet er die Fächer Informationstechnik und Mathematik und spricht sich für eine duale Ausbildung mit berufsbegleitendem Weg zur Fachhochschulreife nach Schweizer Vorbild aus. Im südlichen Nachbarland entscheiden sich mehr Schüler für eine Ausbildung als für ein Gymnasium.

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