Schnee verhindert den Auftritt von Franui

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Catch-Pop String-Strong aus Wien ersetzen Franui beinahe vollwertig. (Foto: ef)
Schwäbische Zeitung
Kurt Efinger

„Behüt’ dich Gott, es hat nicht sollen sein!“ endet der Refrain des einem Trompeter von Säckingen gewidmeten Liedes. Am Samstag traf er auf einen Trompeter im Osttiroler Dorf Innervillgraten zu. Der sollte als unverzichtbarer Bestandteil der Musikbanda Franui in der Ehinger Lindenhalle auftreten, konnte aber nicht. „Aufgrund der anhaltenden Wetterverhältnisse wird die Sperrung der Gemeindestraßen sowie der Landesstraße Villgratental mindestens noch bis Sonntag anhalten. Die Lawinenkommission und Gemeinde-Einsatzleitung Innervillgraten bitten die Einwohner und Gäste, in den Häusern zu bleiben“, lautet eine Meldung, welcher die als Höhepunkt des Ehinger Fests der Kulturen vorgesehene Show zum Opfer fiel.

Dies ahnend beziehungsweise wissend, hatte der dort heimische Trompeter und Komponist Andreas Schett des Ensembles Franui schon am Freitag um 17.30 Uhr Kulturamtsmanagerin Benedicta Walser informiert und als zweiköpfigen Ersatz Catch-Pop String-Strong aus Wien angeboten. Das Duo war am Samstag gerade noch frei, packte frühmorgens Instrumente samt Klamotten ein und fand aber im voll besetzten Euro-City-Express Richtung Westen keinen freien Platz. Zwei Stunden später klappte es und um 18.30 Uhr konnte Bendicta Walser die beiden Künstlerinnen am Ulmer Bahnhof abholen, während das Fest der Kulturen im kleinen Saal der Lindenhalle bereits zugange war. So kam es, dass statt acht Männern und zwei Frauen nur zwei solche zwei Stunden lang die Bühne der Lindenhalle belebten, eine verblüffend gute Show ablieferten, sich selbst stellenweise zum Jodeln und das Publikum zum Jubeln brachten. Die serbische Bratschistin und Sängerin Jelena Popržan und die Cellistin Rina Kaçinari aus dem Kosovo stellen zweifellos das Beste dar, was je vom Balkan nach Wien übersiedelte. Instrumental, vokal und beatboxend gaben sie alles und spätestens nach dem finalen italienischen Reisbauernlied „La Lega“ wusste man: Das war spitze und eines Festes der Kulturen würdig.

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