Schützenmeister sagt nach 26 Jahren Ade

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Die Schützenschwestern und -brüder des Schützenvereins Ehingen haben am Freitag den bisherigen Stellvertreter Peter Kurz zum Nachfolger von Peter Banderitsch als Oberschützenmeister gewählt. Nach 26 Jahren verzichtete Banderitsch auf sein Amt als Vorsitzender. Banderitsch ist nun Ehrenoberschützenmeister.

Von allen Seiten erntete Peter Banderitsch nach 26 Jahren im Amt des Oberschützenmeisters viel Lob und Anerkennung für seine langjährigen Verdienste für den Verein. Oberbürgermeister Alexander Baumann sagte, „Ehingen steht an einer Zäsur“. Er würdigte die ehrenamtliche Schaffenskraft des Unternehmers Peter Banderitsch, der auch im Gemeinderat und Kreistag sitzt und bei den Narrenbütteln aktiv ist. „In seiner Zeit als Erster Vorstand hat Peter Banderitsch sämtliche Ehrungen erhalten, die es innerhalb der Schützen gibt. Er hat gute Dienste geleistet über viele Jahre hinweg“, sagte Baumann. Er überbrachte die Grüße der Einwohnerschaft und des Gemeinderats und lud Peter Banderitsch und seine Frau Ursula zu einer Veranstaltung der Stadt in die Lindenhalle ein.

Peter Banderitsch bedankte sich beim Stadtoberhaupt mit einem Buch zum Thema „Schützen“. Weitere Grußworte folgten von Madeleine Wachter (Schützenverein Oberdischingen), der Ersten Kreisschützenmeisterin, und von Winfried Merk vom Partnerverein aus Wangen im Allgäu.

Das Jahr 2019 sei ein arbeitsreiches und abwechslungsreiches Jahr gewesen, sagte Peter Banderitsch, die sportlichen Erfolge bezeichnete er als „ausreichend“, denn der Verein ist als Tabellenletzter aus der Regionalliga abgestiegen. Er bezeichnete die Mannschaft jedoch als nunmehr gut für die Zukunft aufgestellt und sagte, die „Geselligkeit muss im Vordergrund stehen“. Die Mitgliederzahl sei 2019 von 102 auf 106 angewachsen, neue Mitglieder seien im Verein sehr willkommen. Es gebe derzeit rund 50 aktive Bogenschützen und etwa 30 aktive Kugelschützen, die anderen seien passive Mitglieder. Banderitsch wies auf wichtige Termine hin, an denen der Verein 2019 teilgenommen hatte, wie deutsche Meisterschaften sowie Bezirks- und Kreismeisterschaften. Auch wenn nicht alle sportlichen Ziele erreicht worden seien, hätten die Aktiven viel Spaß gehabt im abgelaufenen Jahr. Mit den Worten „Trainieren ist der Weg zum Erfolg“ verband er die Hoffnung auf Aufstiege. Für das Jahr 2020 nannte er die Umrüstung der Seilzuganlagen auf elektronisch als Ziel.

Fahnenweihe als Höhepunkt

Ihm habe es Spaß gemacht, 26 Jahre lang den Verein zu führen. Als Höhepunkte nannte er 2001 die Fahnenweihe anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Vereins, dass Christian Weiß aus dem Verein Juniorenweltmeister, deutscher Meister und Landesmeister geworden sei, ferner die Vielzahl der Baumaßnahmen am Vereinsheim. Auch dass sich die Luftgewehrmannschaft in die Landesliga geschossen hat, erwähnte Banderitsch. Er selbst habe immer die Traditionen des Schützenvereins erhalten, und erinnerte an Weggefährten wie Josef Hartinger, Alfred Stock, Helmut Werner, Paul Bottenschein, Karl Frasch und andere. „Unterstützt die neue Vereinsführung wie Ihr mich unterstützt habt“, war sein Wunsch für die Zukunft.

Schatzmeisterin Ursula Banderitsch trug den Kassenbericht vor, der mit einem Überschuss von 4900 Euro endete. So konnte der Verein Schulden abbauen, die von Baumaßnahmen am Schützenhaus herrühren. Für die Kassenprüfer bescheinigte Paul Guter tadellose Kassenführung.

Sportleiter Simon Knöbl verlas die Ergebnisse der Kreismeisterschaften. Hier konnte er fünf erste Plätze nennen, darunter zwei von Peter Banderitsch, „KK 100 m“ und „Zimmerstutzen“ sowie jene mit Luftgewehr von Ursula Banderitsch und der Herrenmannschaft, ferner den Sieg von Christian Hungerbühler bei „25 m Pistole“. Zudem hat Peter Banderitsch bei den Bezirksmeisterschaften des Bezirks Oberschwaben mit Zimmerstutzen den zweiten Platz belegt. Einen weiteren zweiten Platz gab es hier für Simon Knöbl mit dem Luftgewehr.

Peter Kurz trug in Vertretung von Axel Häussler den Bericht des Bogenreferenten vor und vermeldete einen Zuwachs an Mitgliedern und Aktivitäten. Besonders nehme der Familiensport „3-D-Schießen im Wald“ zu. Franz Sailer sei 2019 der erfolgreichste Schütze bei den Meisterschaften gewesen. Die Entlastungen wurden von Kreisehrenoberschützenmeister Sylvestre Roth vorgenommen.

38 Personen wählen neuen Vorstand

Von den 45 anwesenden Personen waren 38 wahlberechtigt. Bei der von Sylvestre Roth geleiteten Wahl wurde Peter Kurz zum neuen Oberschützenmeister gewählt. Sodann wurde Peter Banderitsch zum Wahlleiter gewählt. Als Nachfolger von Ursula Banderitsch wurde Ingo Hassel zum Schatzmeister gewählt, Karl-Heinz Knöbl bleibt Zweiter Schützenmeister, Simon Knöbl wurde als Sportleiter bestätigt, Tanja Knittel als Schriftführerin und Manuel Fabro als Pressewart. Neuer Bogenreferent wurde Steffen Kögel, Michael Leicht bleibt Geräte- und Gebäudewart. In Abwesenheit wurde Gerhard Kreutle zum Seniorenreferenten gewählt. Zum Nachfolger von Peter Kurz als Zweitem Vorsitzenden hat die Versammlung Axel Häussler bestimmt. Die Kassenprüfer wurden im Amt bestätigt.

Sylvestre Roth, gemeinsam mit seiner Frau Sabine 1994 zum Verein gestoßen, als Peter Banderitsch frisch gewählter Oberschützenmeister war, würdigte abschließend mit berührenden Worten die Laufbahn von Banderitsch. Dieser habe ihn und seine Frau gut aufgenommen. Das Jahr 2000 sei für ihn herausragend gewesen mit der Weihe der neu geschaffenen Bezirksfahne, dem Deutschen Schützentag und dem Landesschützentag. Auch die Teilnahme am Festzug des Münchner Oktoberfests mit der Bezirksfahne habe ihn geprägt. Von 2001 sei das 54. Oberschwäbische Hauptschießen im Ehinger Vereinsheim in besonderer Erinnerung. Peter Banderitsch sei als Teilnehmer an den deutschen Meisterschaften und seinen Erfolgen auf Landesebene ein wichtiger Bestandteil der Ligamannschaft. Er sei immer gerecht und fair, zielstrebig und hartnäckig, vorausschauend und vorneweggehend sowie hilfsbereit und großzügig gewesen. Stillstand sei für Peter Banderitsch Rückschritt gewesen, er habe sich für alle gleichermaßen eingesetzt und gute Lösungen für alle Beteiligten gefunden. Bei Arbeitseinsätzen habe Banderitsch immer persönlich die Leberkäswecken geholt. Ohne seine Frau Ursula, die Gründungsmitglied des Vereins gewesen war, 20 Jahre Kreisdamenleiterin, aktive Luftgewehrschützin und Schöffin am Amtsgericht Ulm, hätte es so nicht funktioniert. Sodann übergab Sylvestre Roth Peter Banderitsch die Urkunde, in der er zum Ehrenoberschützenmeister ernannt wurde.

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