Süd mit bisher bester Vorrunde im Verbandsoberhaus

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 Süds Aaron Akhabue hatte schon zwei Wochen zuvor gegen Tübingen kurz vor Schluss das 2:0 erzielt und den Sack zugemacht – gegen
Süds Aaron Akhabue hatte schon zwei Wochen zuvor gegen Tübingen kurz vor Schluss das 2:0 erzielt und den Sack zugemacht – gegen Neckarrems am Samstag war es genauso. (Foto: SZ- mas)
Schwäbische Zeitung

Nach dem Sieg zum Abschluss der Vorrunde gegen Neckarrems machte der Trainer des SSV Ehingen-Süd, Michael Bochtler, einen zufriedenen Eindruck. Zufrieden über die davor errungenen drei Punkte und erst recht über die Ausbeute seiner Mannschaft in der Hinrunde. 30 Punkte haben die Kirchbierlinger aus 16 Spielen geholt, fast zwei im Schnitt pro Partie. Acht Siege stehen in der Bilanz und nur zwei Niederlagen – es war die beste Vorrunde von Süd, seit der Verein der Verbandsliga angehört. Platz drei belegt die Mannschaft, punktgleich mit dem Tabellenzweiten Hollenbach. Hinter diesem Duo klafft seit Samstag eine kleine Lücke, die Mannschaften auf den Plätzen vier, fünf und sechs haben fünf Punkte weniger.

Um auf eine solche Bilanz zu kommen, muss eine Mannschaft viel investieren. Denn leichte Spiele gibt es im Verbandsoberhaus nicht, auch nicht gegen abstiegsgefährdete Mannschaften wie eine Woche zuvor Wangen, als der SSV ein 1:1 erzielte, und zuletzt beim 2:0 gegen den VfB Neckarrems. VfB-Trainer Markus Koch haderte mit der Niederlage, denn Chancen zu einem besseren Ergebnis waren da – bis zum Schluss. In der dritten Minute der Nachspielzeit, es stand noch 1:0 für Süd, traf der Neckarremser Carmine Pescione den Innenpfosten, von wo aus der Ball nicht ins Tor prallte, sondern ins Feld zurücksprang. Nur Zentimeter fehlten. Im Gegenzug schoss der Gastgeber das 2:0.

„So ist es, wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu“, fühlte SSV-Coach Bochtler ein wenig mit seinem geschlagenen VfB-Kollegen mit, der enttäuscht die neuerliche Niederlage verarbeiten musste. Dabei hatte seine Mannschaft nicht schlecht gespielt, betont defensiv zwar, aber einzelne Chancen, auch hochkarätige, boten sich im Laufe des Spieles doch. Aber die Gäste nutzten sie nicht.

Anders als der SSV Ehingen-Süd, der sich zu einer Verbandsliga-Spitzenmannschaft entwickelt hat. Süd tat sich gegen die kompakte Deckung von Neckarrems sehr schwer. Trainer Bochtler veränderte im laufenden Betrieb mehrmals sein System, stellte auf zwei Stürmer um, auf drei Stürmer, auf zwei offensive Mittelfeldspieler – „aber da haben wir uns selbst die Räume etwas zugemacht“, so Bochtler. Anders als zwei Wochen zuvor beim ebenfalls 2:0 gewonnenen Spiel gegen Tübingen erspielte sich Süd gegen Neckarrems lange Zeit kaum Möglichkeiten. Aber als Türöffner bieten sich auch Freistöße und Eckbälle an und da hat der SSV dank Spielern wie Timo Barwan große Qualitäten. „Wir wussten, dass der Gegner bei Standardsituationen stark ist“, hatte VfB-Trainer Koch seine Spieler eingestellt. Und doch brachte eine Ecke in der 83. Minute das 1:0, Stefan Hess traf. Für Hess war es das erste Saisontor, aber insgesamt schon der sechste Treffer eines Süd-Verteidigers in dieser Saison – fast alle nach Eckbällen oder Freistoßflanken.

Mit dem Führungstor wurde es ein anderes Spiel. Neckarrems lockerte zunächst die Abwehr und löste sie mit schwindender Spielzeit weitgehend auf, sodass sich zwangsläufig auch Konterchancen für den SSV ergaben. Die erste Großchance zum 2:0 vergab Simon Dilger, die zweite nutzte dann Aaron Akhabue – der junge und in der zweiten Halbzeit eingewechselte Stürmer hatte schon vor zwei Wochen gegen Tübingen ebenfalls in der Nachspielzeit den Sack zugemacht.

Sieben Punkte aus drei Spielen – nach ertragsarmen Wochen im September und Oktober hat Ehingen-Süd zuletzt wieder kräftig geerntet. Da noch ein Rückrundenspieltag vor der Winterpause aussteht, könnten noch drei Zähler dazukommen. Letzter Gegner von Ehingen-Süd im Jahr 2019 ist der TSV Essingen, für den die Saison bisher ein Auf und Ab ist. Vor zwei Wochen hatten die hoch eingeschätzten Essinger Calcio Leinfelden-Echterdingen 4:0 geschlagen, nun gab es ein 0:3 in Hollenbach. Der FSV ist nun seit sieben Spielen ungeschlagen, zuletzt reihte man vier Siege in Folge, drei davon mit mindestens drei Toren Unterschied. Doch so eindeutig waren die Kräfteverhältnisse im Spiel gegen Essingen über weite Strecken nicht. „Fußball ist manchmal brutal, das 0:3 fühlt sich extrem bitter an“, sagte TSV-Trainer Beniamino Molinari. „Wir haben 70 Minuten mindestens auf Augenhöhe gespielt und verlieren dann so knallhart.“

Wie Ehingen-Süd traf auch Hollenbach spät, das 1:0 durch Manuel Hofmann in der 68. Minute, das 2:0 durch Jonas Limbach in der 80. und das 3:0 durch Michael Kleinschrodt in der 92. Minute. FSV-Trainer Martin Kleinschrodt war’s egal. „Ich bin dieses Mal wirklich zufrieden. Die Essinger haben sehr viel mit langen Bällen gespielt, aber wir haben es angenommen. Es geht eben nicht immer nur mit Kicken.“

Unterm Strich geht es vor allem ums Tore und da haderten die Trainer des TSV Berg, Oliver Ofentausek, und des FC Wangen, Adrian Philipp, am Wochenende mit ihren Spielern. Berg kam beim neuen Schlusslicht Fellbach nicht über ein 0:0 hinaus und bewegt sich damit nahe der Abstiegszone (Ofentausek: „Wenn man kein Tore schießt, gewinnt man keine Spiele“). Auf einem Abstiegsplatz steht unverändert der FC Wangen, der in Sindelfingen lange Zeit führte und zehn Minuten vor Schluss den Ausgleich kassierte. „Wir haben wieder einmal brutal viel investiert, aber was dann rauskommt, ist für uns gerade zu wenig“, so Philipp. (aw)

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