Rechtsanwalt erklärt die Integration

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Horst-Günther Stumm-Szelenczy im Franziskaner.
Horst-Günther Stumm-Szelenczy im Franziskaner. (Foto: SZ- kö)

Immer wieder hat es in den Medien Berichte über Flüchtlingen gegeben, die sich scheinbar gut in Deutschland integriert hatten, Arbeit gefunden und die Sprache gelernt hatten – und dennoch in ihre Heimatländer abgeschoben wurden. Jetzt gibt es auf Druck von Arbeitgebern, die ihre bewährten Arbeitskräfte nicht hergeben wollten, ab 1. Januar 2020 ein neues Beschäftigungsduldungsgesetz, damit die, die in einem Betrieb beschäftigt sind, nicht ausgewiesen werden.

Rechtsanwalt Horst-Günther Stumm-Szelenczy aus Biberach erklärte Betroffenen und den Mitarbeitern der Helferkreise die Lage im Bürgerhaus. „Die Grundvoraussetzung ist: Das Asylverfahren muss abgeschlossen sein, die Person muss sich ausweisen können, 18 Monate lang versicherungspflichtig beschäftigt sein und das Sprachniveau A2 haben. Es dürfen keine Straftaten vorliegen“, sagte Stumm-Szelenczy. Diese Beschäftigungsduldung kann bei der Ausländerbehörde der Stadt Ehingen beantragt werden.

Ein anderes Problem sind die syrischen Pässe mit nur geringer Laufzeit, eine Verlängerung im syrischen Konsulat kostet pro Person 800 Euro.

Muslime aus Afghanistan und dem Iran, die hier zum christlichen Glauben konvertiert sind, gelten in ihrem Heimatland als gefährdet. Von deutschen Behörden wird aber sehr gründlich nachgeprüft, ob die Konversion aus innerlicher Überzeugung geschehen ist. Der Rechtsanwalt riet Konvertierten, sich bei Kirchgängen von anderen Mitgliedern der Gemeinde begleiten zu lassen.

Zur Ausbildungsduldung sagte er, dass ein Flüchtling, wenn er eine Ausbildung abgeschlossen hat, und wenn er weiter von seinem Arbeitgeber beschäftigt wird, einen Rechtsanspruch auf eine Aufenthaltserlaubnis hat. Wenn Personen seit vier Jahren in Deutschland leben und Kinder haben, die seit vier Jahren hier die Schule besuchen, haben diese Kinder einen eigenen Rechtsanspruch auf eine Aufenthaltserlaubnis, erklärte der Fachanwalt für Asylverfahren. Von Johannes Kasper, Integrationsbeauftragter in Blaustein, gab es Impulse zur persönlichen Verarbeitung von Abschied und Verlust. Bernd Geisler und Asghar Khoshnawaz ließen den Nachmittag mit west-östlicher Musik musikalisch ausklingen. Geisler spielte auf der afghanischen Robab, Khoshnawaz rezitierte Gedichte.

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