Projekt „Paten-Oma“ bringt Generationen zusammen

Lesedauer: 4 Min
Anke Schelkle, Andrea Gentner und Sonja Ruprecht (v.l.) vom Kinderschutzbund kümmern sich um das Projekt.
Anke Schelkle, Andrea Gentner und Sonja Ruprecht (v.l.) vom Kinderschutzbund kümmern sich um das Projekt. (Foto: SZ- Prandl)

Der Kinderschutzbund Ehingen möchte Großeltern mit Enkeln zusammenbringen. In diesem Monat startet das entsprechende Projekt „Paten-Oma“. Für Kinder biete es die Möglichkeit einer weiteren Bezugsperson. Das Projekt sei eine Chance für alle Beteiligten, sind sich die Verantwortlichen beim Kinderschutzbund sicher.

„Schade, dass meine Kinder keine Oma vor Ort haben“, dachte sich Sonja Ruprecht vom Kinderschutzbund, als sie bei einem Besuch bei den Großeltern sah, wie schön die Begegnung für beide Seiten ist. Es war der Anstoß des neuen Projekts. „Die Idee hatten wir schon immer im Hinterkopf“, sagt Anke Schelkle vom Kinderschutzbund. Jetzt macht man Nägel mit Köpfen, ein Konzept ist bereits ausgearbeitet.

Und so soll die Paten-Oma-Vermittlung ablaufen: Ältere Menschen, die sich einen Enkel wünschen oder deren eigene Enkel vielleicht weiter weg wohnen, die aber Zeit mit Kindern verbringen möchten, dürfen sich beim Kinderschutzbund melden. Genauso Familien, die sich eine Oma oder einen Opa wünschen. Ihnen wird dann ein Steckbrief zugeschickt. In den tragen die Großeltern unter anderem ein, wann sie Zeit haben. Die Familien füllen aus, welche Wünsche sie haben: Soll die Paten-Oma zum Beispiel auch mal Fahrdienste zum Sport oder zur Musikschule übernehmen? Wenn man sich gefunden hat, kann man erste Termine vereinbaren und beide Seiten können gucken, ob es passt.

Mehr Zeit im Alltag

„Das Ziel des Projekts ist eine Win-win-Situation“, sagt Andrea Gentner vom Kinderschutzbund. „Ältere Menschen können den Kindern aus einer anderen Welt erzählen“ und würden auch Zeit mitbringen, seien nicht so getrieben von Terminen und Erledigungen. So hätten die Kinder auch jemanden, der mit ihnen mal in den Wald geht oder zum Bach, um Steine zu werfen – Dinge, die Kinder heute meist gar nicht mehr alleine machen dürfen.

Großeltern hätten gleichzeitig den Vorteil, dass sie die Kinder nicht erziehen müssten, wobei man sich natürlich bei wichtigen Punkten mit den Familien abstimmen müsse. Gleichzeitig würden die älteren Menschen durch den Kontakt mit den Kindern vieles besser verstehen: zum Beispiel, was die jungen Leute da dauernd am Computer oder Smartphone machen.

Wichtig bei dem Projekt sei in jedem Fall gegenseitiger Respekt. Die Paten-Großeltern sollen nicht das Gefühl haben, ausgenutzt zu werden, müssen keine regelmäßige Betreuung bieten, betont Andrea Gentner. Sie seien eine Unterstützung im Alltag „und können auch mal Nein sagen, wenn es ihnen zu viel ist.“ Paten-Omas sollten lediglich Zeit, Freude am Umgang mit Kindern und Neugier mitbringen. Paten-Oma zu sein, sei ein Ehrenamt, betont Andrea Gentner. „Es soll bewusst aus Freude am Zusammensein gemacht werden.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen