ProA: Steeples treten zum Kellerduell in Baunach an

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Die Steeples (Davonte Lacy, mit Ball, und Kevin Yebo, links) treffen am Freitagabend auf den Tabellennachbarn Baunach.
Die Steeples (Davonte Lacy, mit Ball, und Kevin Yebo, links) treffen am Freitagabend auf den Tabellennachbarn Baunach. (Foto: SZ- mas)

Zum Kellerduell kommt es am 18. Spieltag der Zweiten Basketball-Bundesliga ProA am Freitag, 12. Januar, 19.30 Uhr. Der Tabellenvorletzte Team Ehingen Urspring ist zu Gast beim Schlusslicht Baunach Young Pikes. Beide Mannschaften sind punktgleich, womit wird der Verlierer des Spiels die rote Laterne behalten (Baunach) oder übernehmen (Ehingen Urspring) wird. Das Hinrundenduell entschieden die Steeples mit 75:74 für sich, zuletzt aber machten die Young Pikes durch unerwartete Ergebnisse auf sich aufmerksam.

Die Kunde aus Köln am vergangenen Dienstagabend dürfte Steeples-Trainer Domenik Reinboth nicht gefallen haben. Die Baunach Young Pikes hatten beim Tabellendritten Köln durch einen Dreipunktewurf von William McDowell-White mit 81:80 gewonnen. Dabei waren die Gäste im ersten Viertel deutlich unterlegen, hatten 17 Punkte (16:33) sowie zum Ende des Abschnitts 15 Punkte (18:33) Rückstand. Dass die Young Pikes dennoch siegten, kam für Reinboth „definitiv überraschend“, aber er hebt die Leistung des Tabellenletzten hervor: „Baunach hat sich mit sehr viel Courage und Herz zurückgekämpft.“

Auch am Spieltag davor hatten die Young Pikes überrascht. Im Heimspiel gegen Chemnitz führten die Gäste zur Halbzeit (41:37) und bauten den Vorsprung nach dem Seitenwechsel auf bis zu zehn Punkte aus, ehe Baunach aufholte, 80 Sekunden vor Schluss in Führung ging und das Spiel in der Verlängerung gewann (91:89). Schon da hatten die Franken das gezeigt, was Steeples-Trainer Reinboth auch von seiner Mannschaft sehen will. „Wir müssen Courage und Herz an den Tag legen.“

Zuletzt gab es zu wenig davon, vier Spiele in Folge haben die Steeples verloren, zweimal davon klar gegen die Chemnitz Niners. 75:102 endete das Gastspiel am vergangenen Samstag in Chemnitz – die Lehren aus diesem Spiel formuliert Reinboth wie folgt: Es gehe darum, mehr Intensität und Konstanz ins Spiel zu bringen – und zwar über einen längeren Zeitraum als zuletzt. „Dass wir es können, zeigen wir immer wieder in Sequenzen.“

Problemzone Defensive

In den Trainingseinheiten der vergangenen Tage und im Videostudium hat Reinboth seinen Spielern vor Augen geführt, „wo die Probleme liegen“. Die größte Problemzone ist die Defensive, im Schnitt 86 Punkte pro Spiel haben die Steeples bisher kassiert. Mehrmals schon mehr als 100 wie zuletzt in Chemnitz. „In Chemnitz 75 Punkte zu werfen, ist schon okay, aber 102 zu kriegen, das ist zu viel“, so Reinboth.

Die Defensive dürfte der Schlüssel sein zum Erfolg im Kellerduell in Baunach. Auch die Young Pikes zählen zu den defensiv schwächsten Mannschaften der Liga (im Schnitt knapp 80 Körbe pro Spiel); zu Beginn der Saison hatte Baunach in der Offensive noch größere Probleme, kaum einmal erzielte das Farmteam des Bundesligisten Bamberg mehr als 70 Punkte. Das hat sich geändert – wie auch das Spiel am Dienstag in Köln zeigte. Sein erstes Spiel für Baunach in dieser Saison bestritt Nicolas Wolf, Bruder des letztjährigen Steeples-Profi Christopher Wolf. 14 Punkte erzielte er, die zweitmeisten für die Young Pikes nach Tibor Taras (19).

Damit trug Nicolas Wolf auch zu einem gelungenen Einstand des neuen Trainers Mario Dugandzic bei, der kürzlich als Nachfolger des Ende Dezember freigestellten Fabian Villmeter verpflichtet wurde. Dugandzic war in der vergangenen Saison einige Monate U19-Trainer in Urspring, was dem Spiel seiner Young Pikes gegen Ehingen Urspring eine zusätzliche Note gibt. Die Vergangenheit zählt für ihn aber nicht mehr, sondern nur die Punkte – genauso geht es Steeples-Trainer Domenik Reinboth. Während die Baunacher ihren dritten Sieg in Folge anpeilen, will Ehingen Urspring, das voraussichtlich in Bestbesetzung antritt, seine Niederlagenserie beenden. Im Abstiegskampf haben beide Mannschaften nichts mehr zu verschenken. Mario Dugandzic: „Man kann die Begegnung bestimmt als ein richtungsweisendes Spiel für beide Teams bezeichnen.“

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